text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die italienische Frührenaissance und die Entdeckung der Perspektive in der Kunst von Ortmann, Mareike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2014
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die italienische Frührenaissance und die Entdeckung der Perspektive in der Kunst

Die Entdeckung der Perspektive ist eine Errungenschaft der italienischen Frührenaissance. Dieses Buch untersucht die Bedeutung der Entdeckung der Perspektive. Hierbei stehen die Auswirkungen auf Kunst und Architektur im Fokus. Die Perspektive dient der Darstellung räumlicher Gegenstände auf einer zweidimensionalen Zeichenebene unter denselben Bedingungen, unter denen sie im dreidimensionalen Raum erscheinen. Die Zentralperspektive suggeriert räumliche Tiefe, indem sie die Gegenstände proportional zu ihrer Entfernung verkleinert, also die Figuren auf unterschiedliche Ebenen stellt und so die Illusion echten Raumes schafft. Sie erschafft die Möglichkeit, den visuell erfassten Raum in einer Weise bildhaft darzustellen, die den tatsächlichen räumlichen Verhältnissen fast perfekt entspricht. Inhalt des Buchs: - Kapitel 2: Zeit vor der Perspektive - Kapitel 3: Entdeckung und Weiterentwicklung der Perspektive in der Renaissance - Kapitel 4: Auswirkungen der Perspektive in Kunst und Architektur - Kapitel 5: Anwendung der Perspektive in der Wissenschaft - Kapitel 6: Zusammenschau über die Auswirkungen der Perspektive und ihre Bedeutung

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 40
    Erscheinungsdatum: 01.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958500266
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 6165 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die italienische Frührenaissance und die Entdeckung der Perspektive in der Kunst

Textprobe: Kapitel 4, Die Auswirkungen der Perspektive in Kunst und Architektur: 4.1, Anwendung der Perspektive in der Renaissance: Durch die Entdeckung der Perspektive erlebte die Kunst in der Renaissance einen Wandel, da diese eine wichtige Voraussetzung für die an der Wirklichkeit orientierte Malerei der idealisierten Nachahmung ist. In der Malerei 'konstruieren' die Künstler nun ihre Bilder, so dass die gemalten Figuren natürliche Größe haben. Das mathematisch-konstruierende Prinzip zur visuellen Ordnung des Bildes entspricht dem neuen Selbst- und Weltverständnis, das zu einer neuen Sicht auf die Wirklichkeit führt. Daher ist die Entwicklung der Zentralperspektive während der Renaissance kein Zufall. 'Das vielleicht auffälligste und nachdrücklichste Bestreben der Renaissance ist das Erreichen des Richtigen, Wirklichen, des jederzeit Reproduzierbaren.' Die Entdeckung der Perspektive kommt daher den Bestrebungen der Gelehrten und Künstler der Renaissance entgegen, da das Interesse dem richtigen Bild, der exakten Wiedergabe der Natur, der genauen Vorstellung eines Bauprojekts gilt. Mit Hilfe der Perspektive können nun Darstellungen realitätsgetreu wiedergegeben werden, was den 'wirklichkeitsbesessenen' Renaissancekünstlern entgegenkommt. Der florentinische Maler und Baumeister Giotto di Bondone (1267-1337) ist der wichtigste Neuerer an der Epochenschwelle vom Mittelalter zur Renaissance. Er vollzieht in seiner Malerei den Wandel von der mittelalterlichen zweidimensionalen Malerei hin zur realistischen Naturdarstellung mit illusionistischer dreidimensionaler Gestaltung des Raumes und proportional richtiger Wiedergabe der Körperlichkeit von Figuren. Seine bildlichen Zeugnisse, wie die Darstellungen im Freskenzyklus in der Basilika S. Francesco in Assissi folgen erstmals einem perspektivischen Raumkonzept. Die Theorie der Perspektive ist am leichtesten zu fassen in der sogenannten 'Architekturmalerei', die nach 1470 in Mittelitalien als neues Genre in der Malerei aufkam. Die Wirkung dieser prospettive architetture besteht darin, dass Farben, Formen und Linien auf der flachen Bildtafel in einer übersichtlichen Ordnung zusammengefasst sind, die eine Erweiterung der damit ausgemalten Räume in Höhe und Tiefe vortäuscht. Architektonische Strukturen werden in Gemälden fortgesetzt und somit illusionistisch entwickelt. Die Anwendung der illusionistischen Perspektive wird daher auch 'Scheinmalerei' genannt. Die zweidimensionale Fläche öffnet sich scheinbar und führt den Blick in einen imaginären Raum, der von einem festen Standpunkt aus wie ein realer Raum überblickt wird. Bewirkt wird diese Täuschung dadurch, dass die perspektivische Bildordnung sich so genau wie möglich einer menschlichen Sehgewohnheit anpasst. Der Maler Masaccio (eigentlich: Tommasco di Giovanni) (1401-1428), der von Brunelleschi die mathematischen Gesetze der Perspektive erworben hat, eröffnet mit seinem natürlichen Malstil unter Anwendung der Perspektive ein neues Zeitalter in der Malerei der Frührenaissance. Er entwickelt ein subtiles Spiel mit Licht und Schatten, das 'chiaroscuro', das den dargestellten Personen natürliche Züge verleiht und eine völlige Neuheit in der Kunst ist. Sein Trinitätsfresko in der Kirche von Santa Maria Novella von Florenz von 1426/27 ist das einzig erhaltende Werk der Malerei, das direkt auf Brunelleschis Perspektivkonstruktion zurückgeht. Zum ersten Mal in der Geschichte der abendländischen Kunst wird mit der Darstellung einer gewölbten Kassettendecke eine voll entwickelte Zentralperspektive dargestellt. In diesem Gemälde gelingt es Masaccio einen Raum von gestaffelter Tiefe zu schaffen. Der Fluchtpunkt der Linien befindet sich am Fuße des Kreuzes etwa in Augenhöhe des Betrachters. Während in der Malerei des Mittelalters die Hauptperson (hier: Christus) durch die Bedeutungsperspektive hervorgehoben wird, haben hierbei aufgrund der perspektivischen Wiedergabe die Personen, die dem Betrachter nähe

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen