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Die Päpste und ihre Maler Von Raffael bis Tizian von Zapperi, Roberto (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.10.2014
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Die Päpste und ihre Maler

Die Päpste der Renaissance pflegten ihre Beziehungen zu den großen Malern der Zeit besonders geflissentlich. Durch die Kunst wollten sie ihre politischen Ansprüche der Welt verkünden. Politik betrieben die Renaissancepäpste nicht nur im Namen der Kirche, sondern auch im Namen ihrer eigenen Familien. Sixtus IV., die Medici-Päpste Leo X. und Clemens VII., Paul III. Farnese - sie alle versuchten, Angehörige als Herrscher von Staaten und vor allem als ihre Nachfolger auf dem Thron Petri zu installieren. Diesen Ambitionen sollten auch die Bildnisse dienen, welche die Päpste bei Malern wie Raffael, Giorgio Vasari und Tizian in Auftrag gaben.Roberto Zapperi deckt die teils blutigen Machenschaften und die verborgenen Motive hinter diesen Bildnissen auf. Zugleich entlarvt er die Künstler, die diese Motive häufig unterliefen und in ihren Bildern die dunklen Seiten der Macht zum Vorschein brachten. Roberto Zapperi lebt als Privatgelehrter in Rom. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, war Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Warburg-Professor in Hamburg und Gastprofessor an der ETH Zürich. Bei C.H.Beck sind von ihm u.a. erschienen: Das Inkognito. Goethes ganz andere Existenz in Rom (42002, bsr 2010), Abschied von Mona Lisa. Das berühmteste Gemälde der Welt wird enträtselt (2010), Eine italienische Kindheit (2011) und Alle Wege führen nach Rom. Die ewige Stadt und ihre Besucher (2013).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 219
    Erscheinungsdatum: 02.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406669774
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 4960 kBytes
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Die Päpste und ihre Maler

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Sixtus IV. und seine Familie: Die Della Rovere und die Riario

FRANCESCO DE RUVERE, der spätere Papst Sixtus IV., wurde 1414 als Sohn des Leonardo de Ruvere und der Luchina Monleone in Albissola, einem Vorort von Savona, geboren. Der Vater war Tuchscherer, das heißt, er schnitt die heraushängenden Fäden von Wolltuchen ab, um diese zu glätten. Um sein Handwerk ausüben zu können, hatte er sich in die Wollzunft eingeschrieben und beteiligte sich als Zunftmitglied an der Regierung der Stadt, der er dreimal angehörte. Seine gesellschaftliche und materielle Stellung war deshalb recht ansehnlich - immerhin war er in der Lage, ein Grab für sich und seine Frau im Innenhof des Franziskanerklosters in Savona zu erwerben. Luchina Monteleone stammte wahrscheinlich aus dem gleichen Handwerkermilieu wie er selbst. Neben Francesco hatte das Paar noch mehrere andere Kinder. Von Niccolò ist nur der Name bekannt, von Raffaele weiß man lediglich, dass er 1477 in Rom starb. Sein Sohn Giuliano ließ ihm von dem bekannten Bildhauer Andrea Bregno ein Grabmal in der römischen Kirche Santi Apostoli errichten.

Im Alter von neun Jahren, 1423 also, wurde Francesco vom Vater dem Franziskaner Giovanni Pinarolo anvertraut, der ihn auf das Klosterleben im Konvent von Savona vorbereitete. Francesco erhielt seine erste Ausbildung in Pinerolo und studierte danach Philosophie und Theologie an den Universitäten Bologna und Padua. 1444 erwarb er in Padua den Doktortitel und lehrte in den folgenden Jahren an den Universitäten in Padua, Bologna, Pavia, Siena, Florenz und Perugia. 1460 wurde er zum Ordensgeneral gewählt und am 18. September 1467 von Papst Paul II., Pietro Barbo mit weltlichem Namen, zum Kardinal erhoben. Am 15. November kam er nach Rom, um den roten Kardinalshut in Empfang und seine Titelkirche San Pietro in Vincoli in Besitz zu nehmen.

Kurz nach seiner Ernennung zum Kardinal schrieb Francesco Della Rovere am 18. Mai 1468 einen Brief an Cristoforo Della Rovere aus dem Geschlecht der Herren von Vinovo in Piemont. Darin drückte er ihm große Zuneigung und Wertschätzung aus und wandte sich an ihn wie an einen Verwandten. Eine Verwandtschaft zwischen den Handwerkern aus Savona und den piemontesischen Adligen ist jedoch nirgendwo bezeugt. Gemeinsam war ihnen nur der Name, wie der römische Chronist Jacopo Gherardi in seinem "Diario Romano" unmissverständlich vermerkte: "nulla tamen cognatione pontificem tangens, solo cognomine Ruvereo" - durch keine Verwandtschaft, nur durch den Familiennamen mit dem Papst verbunden. Während seiner kurzen Zeit als Kardinal beschäftigte sich Francesco Della Rovere vor allem mit theologischen Studien und Kontroversen, bis er am 9. August 1471 zum Papst gewählt wurde. Seine Wahl verdankte er nicht zuletzt Fra Pietro Riario, dem es gelang, die in Rom anwesenden Diplomaten des Herzogs von Mailand, Galeazzo Maria Sforza, davon zu überzeugen, dass Della Rovere der richtige Kandidat sei. Dieser nahm den Namen Sixtus IV. an und ernannte schon wenige Monate nach seiner Wahl am 15. Dezember 1471 zwei Neffen - für solche werden sie jedenfalls in der Forschung meist gehalten - zu Kardinälen. Es waren Giuliano Della Rovere und Pietro Riario.

Schon zuvor hatte Sixtus Cristoforo Della Rovere bedacht, indem er ihn am 19. Oktober 1471 zum Kastellan der Engelsburg ernannt hatte. Der piemontesische Adlige lag ihm so sehr am Herzen, dass er ihn am 3. August 1472 zum Erzbischof von Tarentaise und am 10. Dezember 1477 sogar zum Kardinal erhob. Cristoforo starb jedoch schon am 1. Februar 1478. Sein Bruder Domenico, der 1465 oder 1466 seinen Wohnsitz nach Rom verlegt hatte, war von Sixtus IV. bereits protegiert worden, als dieser noch Kardinal war. Als Papst überhäufte Sixtus ihn wie Cristoforo mit Pfründen und übertrug ihm nach dessen Tod schon am 10. Februar 1478 das Erzbistum Tarentaise und die Kardinalswürde. Außerdem verlieh er ihm am 24. August 1478 das Bistum Corneto und Montefi

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