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Geschichte der Malerei Alle 5 Bände: Das Mittelalter + Natur und Antike + Die kirchliche Reaktion + Der Triumph der Sinnlichkeit in Italien + Die germanische Malerei des Reformationszeitalters + Der Sieg des Bürgertums... von Muther, Richard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2014
  • Verlag: e-artnow
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Geschichte der Malerei

Dieses eBook: 'Geschichte der Malerei' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Richard Muther (1860-1909) war ein deutscher Kunsthistoriker. Er war einer der umstrittensten, aber zugleich auch populärsten deutschen Kunsthistoriker jener Zeit. Seine Geschichte der Malerei wird, neben anderen Werken, bis heute aufgelegt. Inhalt: Das Mittelalter (Der Mosaikstil, Die Tafelmalerei unter dem Zeichen der Mystik, Die Begründung des epischen Stils durch Giotto...) Die Nachblüte des mittelalterlichen Stils im Quattrocento (Der Kampf des alten mit dem neuen Zeitgeist, Byzantinismus und Mystik...) Natur und Antike (Die ersten Realisten, Sturm und Drang in Florenz, Piero della Francesca ...) Die kirchliche Reaktion (Savonarola, Piero di Cosimo...) Die germanische Malerei des Reformationszeitalters (Der Anschluß an Italien, Die Niederländer, Die Kölner) Der Triumph der Sinnlichkeit in Italien ( Der Einfluß Leonardos, Leonardos Nachfolger...) Das Majestätische und Titanische (Der Schönheitsbegriff des Cinquecento, Tizian, Tizians Zeitgenossen, Michelangelo...) Die Vereinigung der Stile (Rafael, Das Ende der Renaissance in Italien..) Venedigs und Spaniens Kampf gegen Rom (Lorenzo Lotto, Tintoretto, Die Spanier) Italien (Der Geist der Gegenreformation, Die kirchliche Malerei...) Spanien (Ribera und Zurbaran, Velasquez, Murillo) Flandern (Rubens, Van Dyck ...) Holland ( Die ersten Porträtisten, Rembrandt ...) Das Ende der holländischen Malerei ( Die Genremaler, Die Landschafter, Hofluft) Die aristokratische Kunst Frankreichs (Das Zeitalter Ludwigs XIV, Der Geist des Rokoko, Watteau, Watteaus Nachfolger...) Der Sieg des Bürgertums (England, Die Aufklärung, Das Sterben in Schönheit ...)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 520
    Erscheinungsdatum: 27.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026820130
    Verlag: e-artnow
    Größe: 911 kBytes
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Geschichte der Malerei

2. Die Tafelmalerei unter dem Zeichen der Mystik.

Inhaltsverzeichnis

Allein der Umstand, daß die Tafelmalerei, die bisher eine sehr bescheidene Rolle gespielt, jetzt tonangebender Faktor im Kunstbetrieb wurde, ist für den Umschwung des Gefühlslebens bezeichnend. Bei der Mosaikmalerei waren künstlerische Fortschritte und ein Beseelung der Gestalten schon durch die Entstehungsart der Werke ausgeschlossen. Der Maler konnte nicht unmittelbar sich aussprechen, denn er fertigte nur den Karton, wonach Handwerker das Mosaikbild bestellten. Jetzt tritt an die Stelle dieses unpersönlichen Stils, in dessen kaltem Material jede Empfindung versteinerte, eine neue Technik, die dem Meister gestattet, seine Gedanken ohne fremde Vermittlung niederzuschreiben, in flüssigen Pinselstrichen auch feinere Empfindungsnuancen zum Ausdruck zu bringen.

Trotzdem hat sich die Wandlung keineswegs schnell vollzogen. So sehr sich die Kunst bemühte, dem neuen Zeitgeist zu folgen, stand sie doch unter dem Bann einer tausendjährigen Tradition. Das byzantinische Schema herrscht zunächst noch vor. Nur ganz allmählich macht man sich frei. Die neue Empfindung sprengt die überkommenen Formen.

In der älteren Kunst war Maria gewöhnlich allein, mit betend erhobenen Armen, dargestellt worden. Seltener war das Thema der Madonna mit dem kleinen Christus, obwohl nach der Legende schon der Evangelist Lukas ein solches Bild malte. Aber auch dann wahrt Maria ihre hoheitvolle Starrheit. In steifer Vorderansicht sitzt sie, die willen- und gefühllose Trägerin des Gottessohnes, der – mehr ein verkleinerter Mann, ein Miniaturheros, als ein Kind – gravitätisch in ihrem Schoße steht, in der einen Hand als Zeichen seines Lehramtes die Schriftrolle haltend, mit der anderen feierlich den Segen erteilend.

Die ältesten Tafelbilder sind in nichts von diesen Mosaiken verschieden. Teils um an den Metallglanz des früheren Altarschmucks zu erinnern – bis zum 12. Jahrhundert war es Sitte gewesen, die Altäre lediglich mit kostbaren, aus Metall gearbeiteten Reliquiarien zu zieren –, teils wegen der Nachbarschaft der Mosaiken oder Glasgemälde mußten die Bilder einen möglichst glänzenden Eindruck machen. Die Figuren heben sich daher wie auf den Mosaiken von Goldgrund ab. Rot, Blau, Gold ist die durchgehende Note. Auch die Gestalten selbst haben die ernste Feierlichkeit byzantinischer Typen. Der Kopf der Madonna mit den großen geschlitzten Augen und der langen, spitzen Nase, die gleichgültige Art, wie sie mit ihren überlangen, knochigen Händen das Kind hält, ist hier und dort die gleiche. Dieses hat ebenfalls die greisenhaften Züge der byzantinischen Christkinder. Von irgend welcher Neuerung, einem gesteigerten Gefühlsleben ist nicht die Rede.

Erst mit dem Schlusse des 13. Jahrhunderts, in den Werken des florentinischen Malers Cimabue macht sich eine Aenderung bemerkbar. Der Jesusknabe wird kindlicher, freundlicher. Eine leichte Neigung des Hauptes der Madonna sagt, daß sie die Gebete der Menschen hört, ihnen Hilfe und gnädige Verzeihung erwirken kann. Anmut und Weichheit, ein menschliches Rühren beginnt die mürrisch harten Züge zu beseelen. In diesem Sinne schrieb Vasari, es sei durch Cimabue "mehr Liebe" in die Kunst gekommen.

Noch zarter als Toskana hat die stille Bergstadt Siena das Madonnenideal der Mystiker verkörpert. Die Sienesen sind die erste Lyriker der neuern Kunst. Wie sie einerseits ihren Bildern etwas Zierliches, Sauberes, eine Pracht der Farbe und der Vergoldung geben, die an Byzanz gemahnt, spiegelt sich andererseits in ihren Werken auch die ganze weiche Gefühlsseligkeit wieder, die erst durch Franziskus in die Welt gekommen. Betonte die byzantinis

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