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'Liebling, ich bin im Kino' Texte über Filme, Schauspieler und Schauspielerinnen. Herausgegeben von Claudius Seidl von Althen, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2014
  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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'Liebling, ich bin im Kino'

Die besten Texte des begnadeten Kritikers
Einen solchen Film- und Kunstkritiker gab es in Deutschland sonst kaum: einen, der nicht seine Brillanz und Pointensicherheit zur Schau stellte oder uns belehrte, sondern der uns ebenso passioniert wie charmant auf die kleinen Gesten aufmerksam machte, die uns bei großen Filmen bis ins Herz treffen können: Michael Althen, Filmredakteur erst der Süddeutschen Zeitung, dann der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dieses Buch sammelt Texte, die über ihren unmittelbaren Anlass hinaus Bestand haben.
'Mittlerweile sind wir wahrscheinlich vollständig verdorben, aber das macht nichts, weil wir im Kino ein zweites Leben gefunden haben, das viel besser ist als das unsere und ihm doch aufs Haar gleicht. Darin liegt die doppelte Natur des Kinos: dass es stets Auskunft gibt über das, was ist, und das, was möglich wäre, darüber, wer wir sind und wer wir gerne wären.' MICHAEL ALTHEN

Michael Althen, 1962 in München geboren, lange Jahre Filmkritiker der Süddeutschen Zeitung, dann Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2002 erschien bei Blessing Warte, bis es dunkel wird - Eine Liebeserklärung ans Kino. Michael Althen starb am 12. Mai 2011 in Berlin. Auf Grundlage seiner Kolumnen Heute morgen in der FAZ veröffentlichte der Blessing Verlag 2012 Mein Frau sagt... Geschichten aus dem wahren Leben. Zur Erinnerung an diesen Autor hat die FAZ den Michael-Althen-Preis für Kritik ausgeschrieben, der alljährlich vergeben wird.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 22.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641140755
    Verlag: Blessing
    Größe: 554 kBytes
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'Liebling, ich bin im Kino'

Vorwort

Der Mann, der das Kino liebte

Das schönste Vorwort zu einem Buch von Michael Althen wäre selbstverständlich jenes, welches er selber geschrieben hätte.

Kaum einer verstand sich besser darauf, seine Leser in wenigen eleganten Sätzen zu verstricken und gleichsam über gangslos ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu erringen. So zum Beispiel: "Das Schöne am Kino ist, dass manchmal schon die Art, wie jemand an seiner Zigarette zieht, genügt, um sich in einen Film zu verlieben."

Schon im Anklang der ersten Zeilen: eine lakonische Ver führung, ein verspieltes Versprechen, eine ungewöhnliche Behauptung – Spieleröffnungen, die uns schnell bereit machten, ihm neugierig in jenen dunklen Saal zu folgen, in welchem sich dann ein Vorhang öffnete, hinter dem eine weiße Wand zum Vorschein kam, auf die ein Projektor in jeder folgenden Sekunde 24 Lichtbilder warf ... und aus denen, immer wieder einem kleinen Wunder gleich, eine syn thetische Welt hervortrat, verlebendigt im Narrativ.

So technisch die Darstellung des oben beschriebenen Vorgangs anmutet, so un- oder fast antitechnisch ist Althens Zugang zu dieser Apparatur und ihren Hervorbringungen gewesen. Jenes Medium, das es in den gut 120 Jahren seiner Existenz zur populärsten und einflussreichsten Kunstform gebracht hat, es ist die große ästhetische Liebe des Autors Michael Althen gewesen. Und dieses Buch will davon Zeugnis sein.

Michael Althen war Filmkritiker. Es ist anzunehmen, dass er sich gegen einen weiter gefassten Berufsbegriff gewehrt hätte, auch wenn seine schreibende Arbeit den Raum des Filmischen nicht selten verließ. Neben seinen vielen Texten zum Kino schrieb er Kulturessays und Alltagskolumnen, er rezensierte Bücher, Musik, Malerei, er schrieb über Mode und Stil, über seine Frau und seine Freunde, er interviewte Superstars und seine eigenen Kinder, er verfasste Reiseberichte, Festivaltagebücher, er kommentierte Sportereignisse und politische Wendepunkte. Spät entdeckte er als Autor auch das Gegenwartstheater für sich. Althen war ein Mensch, der einen Gutteil seiner Erfahrungen durch den kulturproduzierenden Filter schleuste, und für den die Aufgabe, künstlerische Kraftfelder zu erforschen und in eine sinnstiftende Perspektive zum Leben hin zu rücken, maßgeschneidert war.

Und doch war Althen vor allem Filmkritiker, und zwar einer, der das Leben und das Kino in Komplizenschaft ver bunden las. Und der die Durchdringung unserer Gegenwartserfahrung von fiktionalen Abbildern eines Gestern, Heute und Morgen als konstitutiv für unser Selbst- und Weltverständnis anerkannte. Die fabrizierten und die realen Bilder, sie überlagern einander zunehmend, und Althen ist im Lauf seiner Zeit zum schreibenden Zeitzeugen der Explosion dieser Entwicklung geworden. Was wir über uns und das Leben da draußen denken, setzt sich aus vielen Puzzlestücken zusammen, von denen nicht wenige dem Kino und seinen unzähligen Ablegern und Abspielstätten gehören – allen voran natürlich das dritte Auge unserer Zeit, der Computer. Althens Interesse galt sämtlichen Spielarten, in denen das Filmische seine Spuren hinterließ. Und den alten Fragen, die sich dort immer wieder neu stellten.

"Was ist schön?" zum Beispiel ist eine Frage gewesen, die ihn (im Nachdenken über Catherine Deneuve) ebenso interessierte wie "Was ist cool?" (unbedingt Robert Mitchum) oder "Was ist komisch?" (bei Blake Edwards etwa) oder "Was ist böse?" ( Bad Lieutenant n

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