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Filmgenres: Western

  • Erscheinungsdatum: 05.02.2014
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Filmgenres: Western

Zwischen 'Der große Eisenbahn-Überfall' (1903) und 'Dead Man' (1995) liegen wahre Western-Welten - Anlass genug für ein Lexikon, das in rund 70 unterhaltsamen Filmporträts die Geschichte dieses bleihaltigen Genres nachvollzieht und seine Entwicklung vor Augen führt. Zahlreiche Fotos illustrieren die Beiträge, filmografische Daten runden sie ab.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 375
    Erscheinungsdatum: 05.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159601267
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 4601kBytes
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Filmgenres: Western

Einleitung
Western sind eher naive Filme: über Menschen an der Grenze zur Wildnis, in den USA, Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre 1 des 19. Jahrhunderts.
Auf drei Epochen der realen Geschichte Amerikas rekurrieren die klassischen Western. Da ist zunächst die Eroberung des Landes im Westen und der grausame Kampf gegen die Indianer; dann die Zeit nach der Inbesitznahme des Landes, als die Städte aufgebaut und organisiert wurden; schließlich die Epoche nach der Eroberung und Zivilisierung, die Jahre der Rivalität zwischen Viehzüchtern und Farmern, zwischen den Pionieren, die schon da waren, und denen, die noch neu hinzukamen, auch zwischen Zivilisierten und Outlaws. Für Jean Mitry spiegelte sich diese historische Entwicklung in der ästhetischen Reifung des Genres wider, in der - nach der Epoche der naiven Western - die Filme stetig komplexer wurden: vom epischen über den dramatischen zum psychologischen Western. 2
Der Typus des Westernhelden bildete sich allerdings unabhängig von dieser epochalen Differenzierung. Die Männer des Western bewegen sich da - mit Revolver im Gürtel - auf Pferden durch weite, oft raue und kantige Landschaften, suchen an Flüssen nach einer Furt oder in den Bergen nach einem Pass oder ruhen am Lagerfeuer in der Prärie. Dann, auf Ranches oder Farmen oder in kleinen Städten, geraten sie in einen Konflikt und werden zum Handeln gezwungen - und gewinnen durch dieses Handeln zugleich ihre Identität und zeigen, wer und was sie im Innersten sind. Diese Westerner mögen dabei sterben oder schwer verwundet werden oder einfach weiterziehen, immer setzen ihre Taten ein Signal, das von Mut und Entschlossenheit kündet; und von individueller Würde, die sie dem Wirrwarr aus Gier, Intrige und Gewalt, aus Geschäfts- und Machtinteressen entgegensetzen.
Westerner sind positive Helden, die in einem Spannungsfeld agieren zwischen ihrem Sinn für die Gemeinschaft und ihrem Hang zu einsamen Entscheidungen und Alleingängen. Häufig befinden sie sich anfangs an einem Wendepunkt: suchen nach neuen Trails (wie in The Covered Wagon , 1923, und The Iron Horse , 1924) oder kommen in eine fremde Stadt (wie in My Darling Clementine , 1946, The Man from Laramie , 1955, und Johnny Guitar , 1956) oder bemühen sich um eine friedfertigere Ordnung auf einer Ranch (wie in The Virginian , 1929, und Red River , 1948) oder sind auf Rache aus (wie in Stagecoach , 1939, und The Naked Spur , 1952, The Searchers , 1956, und Ride Lonesome , 1959) oder suchen ein ruhigeres Leben zu führen (wie in Shane , 1952, und The Big Country , 1958) oder wollen sich gerade verändern, beruflich und räumlich (wie in High Noon , 1952, und Dances with Wolves , 1991). Dann aber gelingen ihnen die geplanten Veränderungen nicht, weil andere sie herausfordern oder angreifen oder in etwas hineinziehen, das ihnen überhaupt nicht passt. So werden sie zum Handeln gezwungen, because there is something a man can't run away from .
Als Genre ist der Western "ein Tanzfest auf der Grabplatte der Helden: Ballade und Ballett. [...] Wie der Tanz hat der Western seine strenge Form und Choreographie. Die Figuren und ihre Bewegungen sind vorgegeben. Man erkennt sie sofort und sieht ihre nächsten Schritte voraus. Der Reiz besteht in der leichten Variation des festen Schemas, in der Ausfüllung der choreographischen Form durch ein Minimum an Psychologie, Plausibilität und Realismus, in der Haftung des Mythos an einer geschichtlichen Epoche, im Rhythmus von Bewegung und Ruhe, von Tragik und Komik. Im Kern ist der Western Musik, Projektion eines Westernsongs auf die Kinoleinwand." 3
In John Fords The Searcher

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