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FilmMusik - Martin Scorsese

  • Erscheinungsdatum: 07.05.2015
  • Verlag: edition text + kritik
eBook (ePUB)
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FilmMusik - Martin Scorsese

Bereits in 'Mean Streets' im Jahre 1973 gelang Martin Scorsese eine Szene, deren Kombination von Bild und Musik Kultstatus erlangte: Der Auftritt Robert De Niros zum Song 'Jumpin' Jack Flash' der Rolling Stones sollte nur der erste Wurf eines Regisseurs sein, der es wie kaum ein anderer verstand, Musik und Film zur Einheit zu verschmelzen. Martin Scorseses Werke zeigen eine Fülle von Facetten der Komposition von Bild und Ton und zeugen von einer Musikkenntnis jenseits stilistischer und zeitgeschichtlicher Befangenheit. Ob in Bernard Herrmanns Soundtrack zu 'Taxi Driver' (1975), ob als Hommage an die goldenen Zeiten des Jazz in 'New York, New York' (1977) und 'Raging Bull' (1980), ob in Peter Gabriels Originalkomposition zu 'The Last Temptation of Christ' (1987), in zahlreichen Reminiszenzen an die Oper oder in Konzertdokumentationen wie 'The Last Waltz' (1978), 'Feel Like Going Home' (2003), 'No Direction Home' (2005) oder 'Shine a Light' (2008) - immer wieder ist es Scorsese gelungen, den Zuschauer zum Zuhörer zu machen. Der zweite Band der Reihe 'FilmMusik' nimmt daher das Werk eines der musikalischsten aller Filmregisseure in den Blick, mit Beiträgen zu Scorsese und Oper, zu präexistenter Musik als Autorensignatur, zur Schizophrenie der Musik in 'Taxi Driver', zur stilistischen Vielfalt der verwendeten Musik in 'The Wolf of Wall Street' und zu Scorseses Arbeit mit seinem 'music supervisor' Robbie Robertson.

Guido Heldt, geb. 1965, Senior Lecturer in Music an der University of Bristol. Studium der Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte in Münster, am King's College London und in Oxford. Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin (1997-2003), Gastdozentur an der Wilfrid Laurier University, Waterloo/ Kanada (2003). Mitherausgeber von 'Plurale.Zeitschrift für Denkversionen' (2001-2010) und der 'Kieler Beiträge zur Filmmusikforschung' (seit 2008). Veröffentlichungen zur britischen Musik im 20. Jahrhundert, zur Filmmusiktheorie (ein Buch über Filmmusik und Erzähltheorie ist im Druck), zu Komponistenfilmen und zum musikalischen Film im 'Dritten Reich'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 07.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783869164205
    Verlag: edition text + kritik
    Serie: FilmMusik Bd.2
    Größe: 11695kBytes
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FilmMusik - Martin Scorsese

Robert Rabenalt
"This is addictive"

Robbie Robertson als Scorseses music supervisor
I Gemeinsame Erfahrungen und die Rolle der Musik - im Leben und im Film

Scorseses Filme sind ohne ihren Anteil an unterschiedlichster Musik mit vielfältiger Bedeutung für Ästhetik und Thema des Films nicht denkbar. Unterschiedlich ist in der Regel nicht nur der Stil der verwendeten Musik, oft innerhalb ein und desselben Films, sondern auch die Art ihres Einsatzes. Ein Regisseur wie Scorsese, der jede Einstellung bis ins Kleinste plant und schon vor und während des Drehs sehr detaillierte Vorstellungen hat, diese anderen Beteiligten kommuniziert und verfolgt - wie könnte solch ein Regisseur ohne genaue Gedanken zur Musik in seinen Filmen, ohne eine auch musikalische und auditive Raffinesse zufrieden sein?

Martin Scorsese fand in Robbie Robertson einen außergewöhnlichen musikalischen Partner für seine Ideen und seine Fragen zur Filmmusik. Die erste Begegnung in künstlerischer Hinsicht zwischen Martin Scorsese und Jaime Robert Robertson kam anlässlich des Films THE LAST WALTZ ( THE BAND , USA 1978) zustande. Am 25. November 1976 gaben The Band, in der Robertson die tragende Rolle als Autor der meisten Lyrics, als Komponist und Arrangeur hatte, in San Francisco nach 16 erfolgreichen Jahren ihr Abschiedskonzert. Nicht nur deshalb, sondern auch weil The Band namhafte Rock-, Folk-, Blues- und Popgrößen eingeladen hatte, mit ihnen auf der Bühne zu spielen und zu singen, umwehte dieses Konzert von Anfang an der Hauch eines historischen Ereignisses. Scorseses dokumentarisches Interesse an diesem scheint jedoch gering gewesen zu sein; der Film zeigt eher universelle Aspekte von Rock- und Popmusik. Im Interview mit Joshua Bear in der Zeitschrift Musician erwähnt Robertson, dass Scorsese seine Sicht auf das Ereignis so formulierte: "Ich wollte darauf von einer Seite blicken, von der aus wir es bisher noch nie gesehen haben" 1 - eine Sicht, die sowohl für Scorseses dokumentarische wie auch fiktionale Filme gilt. Die Musiker werden in sehr persönlicher Weise von der Kamera eingefangen; diese "sucht" den Menschen hinter der Musikerfigur. Das Publikum ist in diesem Film dagegen nicht sichtbar. Das Zeigen der Reaktionen wäre eine andere "Geschichte", sporadische Umschnitte wären eine Banalisierung und sogar Vortäuschung von Dokumentarischem.

Vermutlich um seinem Anspruch gerecht werden zu können, verfasste Scorsese ein 300-seitiges Skript für THE LAST WALTZ , und zwischen Robertson und ihm entstand ein Austausch, wie er in späteren gemeinsamen Projekten immer wieder stattfand: Gemeinsam sahen sie sich unterschiedliche Filme an, in diesem Fall von Luchino Visconti SENSO ( SEHNSUCHT , Italien 1954) und IL GATTOPARDO ( DER LEOPARD , Italien 1963), von Sergio Leone C'ERA UNA VOLTA IL WEST ( SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD , Italien/USA 1968), von Michael Powell THE RED SHOES ( DIE ROTEN SCHUHE , USA 1948) sowie von Vincente Minnelli CABIN IN THE SKY ( EIN HÄUSCHEN IM HIMMEL , USA 1943); gemeinsam gingen sie die Lyrics durch, führten Absprachen über die Intros und wer wann ein Solo mit welchen Instrumenten spielt und wann und wie die Soli beginnen und enden, die Kamerapositionen und das Licht - in nahezu alle gestalterischen Komponenten des Musikalischen und Filmischen führten beide einander ein, bevor der erste Ton gespielt und das erste Bild aufgenommen wurde. Zusätzliche Studio-Aufnahmen von The Band erlaubten es, weiteres Material für die Montage in THE LAST WALTZ zu integrieren.

Seit dieser auch durch Freundschaft geprägten Zusammenarbeit sind Robertsons Erfahrungen im Musikgeschäft und seine vielfältigen musikalischen Fähigkeiten und Kenntnisse bezüglich der jeweils aktuellen Rock- und Popmus

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