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Judith goes to Bollywood Wie ich in Indien den großen Erfolg suchte und die Liebe fand von Döker, Judith (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.01.2015
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Judith goes to Bollywood

Judith Döker ist Schauspielerin. Doch als all ihre beruflichen und privaten Pläne mit einem Mal zu platzen scheinen, entschließt sie sich zu einem mutigen Schritt. Sie lässt ihr altes Leben in Deutschland zurück, um in ein vollkommen neues Abenteuer in Indien einzutauchen. In ihrem Buch erzählt sie von dieser Reise, die sie bis nach Mumbai führt - mitten ins Herz Bollywoods - einer Welt voller bunter Gewänder, großer Gefühle und wilder Tänze. Doch schnell erkennt sie, dass dieses fremde und faszinierende Land so viel mehr für sie bereithält, als sie je erwartet hätte. Und so wird das Abenteuer Bollywood zu einer Reise, die ihre Vorstellungen, ihre Wünsche und Bedenken, ihre Art zu lieben, ja ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt - einer Reise, die sie letztlich zu sich selbst finden lässt. Judith Döker, geboren 1973 in der Nähe von Köln, studierte acht Semester Jura, bevor sie sich entschloss, Schauspielerin zu werden. Unter anderem war sie Hauptdarstellerin in der erfolgreichen Comedy-Serie "Weibsbilder", spielte in Hape Kerkelings "Samba in Mettmann", im "Tatort" und war Gast in der "Schillerstraße". Für ihren Kurzfilm "Marlen & Bijou", den sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Judith Hoersch auch schrieb und produzierte, wurde sie beim Global Art Film Festival in Los Angeles und auf dem Sansevieria Filmfestival in Ohio ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 12.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641101596
    Verlag: btb
    Größe: 7524 kBytes
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Judith goes to Bollywood

1. KAPITEL
Alles auf Anfang

Der Blick aus dem Fenster offenbarte einen strahlend blauen Himmel mit bauschigen weißen Wölkchen wie Zuckerwatte. Glücklich lehnte ich mich in meinen Sitz zurück und genoss das sichere Gefühl, dass mich nun nichts mehr aufhalten konnte. Bald war ich in Mumbai - dem Mekka Bollywoods. Hier wollte ich ein neues Leben beginnen, und das hatte einen ganz bestimmten Grund.

Alles begann in dem Sommer, in dem ich David kennenlernte. Die Dreharbeiten für die dritte Staffel Weibsbilder waren gerade beendet, und sechs Wochen Los Angeles lagen vor mir. Ich hatte ein Stipendium für einen Schauspielworkshop erhalten.

Am Abend vor meiner Abreise in die USA traf ich mich mit ein paar Freunden in einer Bar. Ein nettes Beisammensein sollte es werden, ohne große Erwartungen. Wir bestellten Cocktails, plauderten, und ich wollte auch gar nicht lange bleiben, bis die Tür aufging und ein Mann hereinkam. Plötzlich ging alles ganz schnell. Wie durch Magnetkraft wurden wir voneinander angezogen, lachten, schwelgten in Geschichten und entdeckten Gemeinsamkeiten - das war die gute Nachricht. Die schlechte: David war verheiratet.

Nach meiner Rückkehr aus Los Angeles kam er mich sofort für ein Wochenende in Berlin besuchen, und nun war es endgültig um uns geschehen. Die Liebe überrollte uns wie eine Lawine - schnell, intensiv und völlig unkontrolliert. Wir malten uns ein gemeinsames Leben aus, mit allem, was dazugehörte - einzig an der Umsetzung haperte es. Immer, wenn David reinen Tisch machen wollte, kam ihm etwas dazwischen - ein Weihnachtsfest, Ostern, die Sommerferien, auch mal ein Grillfest. Parallel zu meiner privaten Misere, fing auch mein berufliches Leben gefährlich an zu bröckeln. Die Comedy-Serie, die mir meinen Lebensunterhalt sicherte, wurde trotz guter Quoten überraschend eingestellt. Zuerst deutete ich die Nachricht sogar noch positiv und dachte, dann müsse ja jetzt etwas Neues beginnen. Dem war aber nicht so. Auch andere Projekte, für die ich fest vorgesehen war, zerplatzten einfach wie Seifenblasen. Mein Leben rann mir durch die Finger, und mein wundes Herz schrie immer lauter: Los, unternimm etwas!

Es war wie ein letztes Aufbäumen, als ich David endlich vor die Wahl stellte. Und als ob ich es nicht schon geahnt hätte: Er traute sich den Sprung in unser gemeinsames Leben einfach noch nicht zu. Im Film bezeichnet man diese Stelle als den zweiten Plot-Point, auf den dann relativ zügig das Happy End folgt. Aber nicht so bei David und mir. Unsere Geschichte endete an dieser Stelle, und es brauchte Monate, bis ich mich wieder halbwegs berappelt hatte. Aber dann, als das Tal der Tränen durchschritten war, wurde mir eines klar: Ich wollte Neuland betreten - und zwar in jeder Hinsicht. Die Aussicht darauf, einfach nur sang- und klanglos wieder in mein altes Leben zurückzukehren, fand ich wenig reizvoll. Das hätte sich wie eine Kapitulation angefühlt. Ich wollte den Bogen weiter spannen, auch beruflich. Einfach nur auf das nächste Rollenangebot zu warten, war mir zu passiv. Aber wie sollte dieser Neuanfang aussehen? Ich war 37 Jahre alt, konnte ein abgebrochenes Jurastudium und gute zehn Jahre Erfahrung als Schauspielerin vorweisen. Ich hatte weder Mann noch Kind noch einen festen Job. Gut daran war, dass ich nun völlig frei und ungebunden war. Theoretisch gab es also unzählige Möglichkeiten, mein Leben völlig neu zu gestalten, nur fiel mir praktisch leider keine einzige ein. In der Hoffnung auf Inspiration ging ich viel spazieren oder fuhr mit dem Rad durch die Stadt. Dabei doggte ich mich immer wieder an das Gefühl von Freiheit und auch von Abenteuer an, aber eine wirklich zündende Idee kam mir trotzdem nicht.

Als die Tage schon wieder dunkler wurden und das Wetter ungemütlich, saß ich mit einer heißen Tasse Tee über meinen Steuerunterlagen, als das Telefon klingelte. Es war mein Versicherungsvertreter. Oh nein, d

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