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Von Mr. Holmes zu Sherlock Meisterdetektiv. Mythos. Medienstar von Boström, Mattias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.12.2015
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Von Mr. Holmes zu Sherlock

Auch mehr als 125 Jahre nach seinem ersten Fall erfindet sich Sherlock Holmes immer wieder neu: Benedict Cumberbatch interpretiert den genialen Meisterdetektiv moderner und persönlicher denn je, Regisseur Guy Ritchie inszeniert ihn als humorvoll-amüsanten Gentleman und Herr-der-Ringe-Star Ian McKellen wagt sich an eine Version des pensionierten Holmes. Aber woher rührt der weltweite Mega-Erfolg des unkonventionellen Privatermittlers? Was fesselt Generationen von Lesern, Hörern und Zuschauern an den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle? Und wer ist das reale Vorbild für die vielleicht größte literarische Figur aller Zeiten? Der schwedische Sherlock-Holmes-Experte Mattias Boström begibt sich in diesem aufwändig recherchierten Buch auf Spurensuche, um das Erfolgsgeheimnis des Mannes aufzudecken.

Mattias Boström, Jahrgang 1971, ist einer der führenden Sherlock-Holmes-Experten weltweit. Er ist Mitglied der prestigeträchtigen Gesellschaft 'Baker Street Irregulars', welche ihn für seine Schriften über die Arbeit von Sir Arthur Conan Doyle auszeichnete. Für 'Von Mr. Holmes zu Sherlock' erhielt er außerdem den Schwedischen Krimipreis für das beste Sachbuch. Bei Twitter, Facebook und in seinem Blog www.mattiasbostrom.se informiert er seine Follower regelmäßig über aktuelle Projekte. Er lebt mit seiner Frau und einer Tochter in der Nähe von Stockholm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 14.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641166847
    Verlag: btb
    Originaltitel: Från Holmes till Sherlock
    Größe: 4055kBytes
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Von Mr. Holmes zu Sherlock

3

A rthur Conan Doyle griff zur Feder und begann einen Brief an seine Mutter.

Southsea, Juni 1882

Nur ein paar Zeilen, um Dir mitzuteilen, dass ich morgen in mein Haus einziehen werde, Bush Villas Nr. 1, Elm Grove. Es liegt genau zwischen einer Kirche und einem Hotel, sodass ich gewissermaßen als Puffer fungiere. Ich muss sagen, im Moment läuft es richtig gut! Alles, was ich mir vorgenommen habe, habe ich erfüllt. Ich habe noch ein paar Schilling zum Leben übrig, und fünf Pfund für die Miete zur Seite gelegt. Die Möbel sind ausgezeichnet. Lass mich wissen, wann Connie kommt. Alte Teppiche oder Wachstücher sind willkommen.

Ein paar Wochen zuvor war Conan Doyle dreiundzwanzig geworden und nach Southsea, eine verwinkelte Vorstadt von Portsmouth an der englischen Kanalküste, gezogen. Seiner Mutter Mary schrieb er oft, beinahe täglich, über alles, was ihn bewegte. Er erzählte von den kleinen alltäglichen Dingen, seinen Sorgen und innersten Gefühlen. Die Beziehung zu seiner Freundin Elmo Weldon war wieder gekittet, obwohl sie sich wegen der weiten Entfernung selten sahen, Mary war über diese Situation vollkommen im Bilde. Wenn in Portsmouth alles gut liefe, würde ihr Sohn Elmo heiraten, die noch bei ihren Eltern in Irland lebte. Bis dahin würde das Paar sich mit Briefen zufrieden geben müssen.

Es dauerte nicht lange bis das Messingschild an der Tür angebracht war und Conan Doyle aufgeregt auf die Patienten seiner ersten eigenen Arztpraxis wartete. Sein Vorschlag, die vierzehnjährige Schwester Connie könne doch aus Edinburgh kommen, um ihm Gesellschaft zu leisten, war nicht gerade auf Begeisterung gestoßen. Doch er hörte nicht auf, der Mutter in seinen Briefen deswegen in den Ohren zu liegen. Schließlich zog sein neunjähriger Bruder Innes, oder Duff, wie er genannt wurde, zu ihm, um als Dienstbote zu arbeiten. Conan Doyle war der Ansicht, ein Arzt verlöre an Prestige, wenn er selbst seinen Patienten die Tür öffnen müsste. Und außerdem, argumentierte er in einem Brief an die Mutter, sei die Luft in Portsmouth sehr viel frischer. "Dies ist eine viel gesündere Stadt als Edinburgh. Unsere Sterblichkeitsrate liegt nur bei dreizehn pro tausend." Was einen Vergleich zu Edinburgh darstellen sollte, wo der jährliche Durchschnitt bei gut zwanzig Toten pro tausend Einwohnern lag.

Conan Doyles Praxis befand sich in einem einfachen, aber funktional eingerichteten Haus. Ein Flur, ein Sprechzimmer mit Tisch und zwei Stühlen sowie ein Wartezimmer mit einer Bank und ein paar weiteren Sitzgelegenheiten. Ging man die Treppe hinauf, kam man zum Behandlungszimmer. Gleich daneben lag das Wohnzimmer, und im obersten Stock hatte Conan Doyle zwei Schlafzimmer eingerichtet. Vorhänge bekam er von seiner Tante Annette. Seine Mutter schickte eine große Kiste mit Büchern, Nippes für das Kaminsims im Sprechzimmer sowie Decken für die Schlafzimmer. Nicht zuletzt war Conan Doyle stolz, endlich die Gegenstände ausstellen zu können, die er während seiner Zeit als Schiffsarzt auf einem Walfänger vor Grönland gesammelt hatte - das war gleich nach seinem Studium gewesen.

Ach ja, das Studium, er dachte gerne daran zurück. Ab seinem dritten Studienjahr an der Edinburgher Universität hatte er die Vorlesungen bei Joseph Bell besucht. Und offenbar war er diesem irgendwie aufgefallen, denn eines Tages hatte er ihm eine Assistentenstelle angeboten. Von da an war es Conan Doyles Aufgabe gewesen, die Patienten im Vorraum zu begrüßen, ihre Beschwerden aufzunehmen und sie vorzubereiten, sodass die anschließende Konsultation in Saal XI reibungslos vonstattengehen konnte. Manchmal kümmerte er sich vor einer Vorlesung um bis zu achtzig Patienten. Einen nach dem anderen geleitete er in den Saal hinein, und stets gelang es Bell, mit nur einem Blick mehr über sie zu erfahren, als Conan Doyle durch seine Befragung herausgefunden hatte.

Als Bells Assistent interessierte Conan Doyle sich immer st

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