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Einführung in die Literatur des Expressionismus von Bogner, Ralf G. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2013
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Einführung in die Literatur des Expressionismus

Dieses Buch bietet eine knappe und zugleich konzise Einführung in die Literatur des Expressionismus. In klarer und verständlicher Diktion vermittelt es grundlegende Kenntnisse der literarischen Avantgarde zwischen 1910 und 1925. Auf eine differenzierte Definition der Epoche und eine Zusammenfassung der wesentlichen Forschungsliteratur folgt die eingehende Beschreibung der für die expressionistische Dichtung maßgeblichen historischen, sozialen und kulturellen Kontexte. Die zentralen Themen und ästhetischen Tendenzen der Epoche werden präzise herausgearbeitet. Ein literarhistorischer Abriss und detaillierte Modellanalysen zu Texten von Gottfried Benn, Alfred Döblin, Albert Ehrenstein, Georg Heym und Georg Kaiser ergänzen den Band. Ralf Georg Bogner, geb. 1967, ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere deutsche Philologie und Literatur an der Universität des Saarlandes.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 01.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534705009
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 1063 kBytes
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Einführung in die Literatur des Expressionismus

II. Forschungsbericht

1. Von den Anfängen bis zur Expressionismus-Debatte

Erste theoretische Diskussionen

Die avantgardistische Kunst und die expressionistische Literatur, mit denen um 1910 eine junge Generation von Intellektuellen an die Öffentlichkeit tritt, fordern von Anfang an zur theoretischen Diskussion heraus. Die Auseinandersetzungen um die neue Ästhetik, ihre philosophischen Grundlagen und ihre ideologischen Ziele finden während der ersten Jahre vor allem innerhalb der Bewegung in Form von Manifesten und Programmen, aber auch von poetologischen Essays und literaturkritischen Arbeiten statt. Sukzessive jedoch nehmen bereits etablierte, ältere Schriftsteller und Theoretiker Notiz von der sich ausbildenden Sub- respektive Gegenkultur und reflektieren sie (vgl. z.B. Waller 1986, 10-23). Eines der frühesten Zeugnisse hierfür ist ein Pamphlet des Wiener Schriftstellers und Journalisten Karl Kraus (1874-1936) in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Die Fackel (1899-1936) gegen die Berliner avantgardistischen Kreise. Diese bezeichnet er, einem geläufigen Sprachgebrauch der Zeit folgend, als "Neutöner" und tituliert sie - nahe an der Denunziation - unter anderem als Repräsentanten einer "rabiaten Geistesarmut" (Anz/Stark 1982, 85f.). Das markanteste und heute bekannteste Beispiel für die frühe Auseinandersetzung mit der Bewegung ist der 1916 publizierte Band Expressionismus von Hermann Bahr, die erste wichtige selbstständige Publikation zum Thema (vgl. Bahr 1916). Die Abhandlung, hervorgegangen aus einem populärwissenschaftlichen Vortrag, widmet sich in erster Linie den jungen Malern der Bewegung. Die Schriftsteller hingegen, die uns heute als die zentralen Repräsentanten der Epoche geläufig sind, scheint der Autor überhaupt nicht zu kennen, abgesehen von Albert Paris Gütersloh (eig. Albert Conrad Kiehtreiber, 1887-1973). Dies ist ein deutliches Indiz dafür, dass die expressionistische Dichtung zu diesem Zeitpunkt nach wie vor nicht die breitere literarische Öffentlichkeit erreicht hat. Bedeutsam ist Bahrs Beitrag dennoch, da er nicht allein zentrale ästhetische Positionen der Bewegung wie auch einige ihrer theoretischen Grundlagen konzise herausarbeitet, sondern sie auch richtig als den Versuch einer radikalen Erneuerung aller Künste, ja der gesamten Gesellschaft begreift (vgl. Bahr 1916, 42f.). In den folgenden Jahren intensivieren sich die öffentlichen Äußerungen zum Expressionismus, die freilich nur zum Teil auf einer profunderen Sachkenntnis basieren als die Einlassungen Bahrs. Auch arrivierte Autoren wie Hermann Hesse, Thomas Mann oder der dem Ästhetizismus verpflichtete Lyriker und Literaturwissenschaftler Friedrich Gundolf (1880-1931) nehmen nach und nach Stellung (vgl. z.B. Anz/Stark 1982, 86-97).

Erste literarhistorische Darstellungen

1925 erscheinen zwei erste Versuche eines wissenschaftlichen Resümees der Epoche. Albert Soergels (1880-1958) umfänglicher Band Im Banne des Expressionismus (vgl. Soergel 1925) liefert einen ausführlichen Überblick zu den poetischen Traditionen, an welche die Autoren der Bewegung anschließen, beispielsweise an die Dramen August Strindbergs (1849-1912), und präsentiert, gegliedert nach literarischen Gattungen, detaillierte Autorenporträts mit zahlreichen Textbeispielen. Die Lyrik ist sehr stark vertreten, die Prosa hingegen bleibt unterrepräsentiert (vgl. Arnold 1972, 13). In Ansätzen reflektiert werden hier auch schon die ideen- und sozialgeschichtlichen Kontexte der Epoche (vgl. Allen 1983, 3). Im selben Jahr erscheint die von Ludwig Marcuse (1894-1971) herausgegebene Literaturgeschichte der Gegenwart , die längere Abschnitte zur Dichtung des Expressionismus enthält (vgl. Marcuse 1925). Auch während der folgenden Jahre wird die Epoche in weiteren monographischen und lexikographischen Überblicksdarstellungen zur Geschichte der deutschsprachigen Literatur ausführlich gewürdigt (vgl. Gärtner 199

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