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Mit Links überleben 20 Jahre Ch. Links Verlag

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2015
  • Verlag: Ch. Links Verlag
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Mit Links überleben

20 Jahre Ch. Links Verlag - Grund zurückzuschauen auf eine bewegte Zeit. Es gab kontroverse und erfolgreiche Bücher, fallende und steigende Zahlen, wechselnde Quartiere und Mitarbeiter, Krisensitzungen und Feste. Jedem ist etwas anderes im Gedächtnis geblieben. Autoren und Kollegen, Buchhändler und Rezensenten, freie Mitarbeiter und Praktikanten, Grafiker und Vertreter, Drucker und Computertechniker erinnern sich. Sie tun es mit einem Augenzwinkern und erkennbarem Spaß. Entstanden ist so die lebendige Geschichte eines Verlages, der sich immer wieder einmischt in die Vorgänge der Zeit. Daneben gibt es - wie in jedem ordentlichen Sachbuch - eine Chronik und eine Bibliographie mit Register sowie viele Fotos. Jahrgang 1954, geboren in Caputh/Potsdam, 1975-1980 Studium der Philosophie und Lateinamerikanistik in Berlin und Leipzig, 1980-1986 Lateinamerika-Redakteur bei der 'Berliner Zeitung', nebenberuflich Sachbuchautor und Literaturrezensent für die Kulturzeitschrift 'Sonntag', 1986-1989 Assistent der Geschäftsleitung im Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, Dezember 1989 Gründung des Ch. Links Verlages mit dem Schwerpunkt Politik und Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts, Mitglied im P.E.N.-Club (seit 1991), 1992-2002 Mitglied des Aufsichtsrates der Frankfurter Buchmesse, 1998-2005 Mitglied des Mittelstandsbeirates des Bundeswirtschaftsministeriums, 2008 Promotion am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität Berlin, zahlreiche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen sowie Herausgaben zur Literatur- und Zeitgeschichte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 09.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862842926
    Verlag: Ch. Links Verlag
    Größe: 3993 kBytes
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Mit Links überleben

Frank Nordhausen
Christoph Links, Scientology und mein Opa Richard

17 Jahre krisenfester Zusammenarbeit

Christoph Links ist mein Verleger. Er ist auch der Mann, der meinen Kindheitstraum wahr werden ließ. Neulich gab mir meine Mutter ein bräunliches DIN-A6-Heft, das mich tief zurück in die Vergangenheit führte. Eine Indianer- und Cowboygeschichte, handgeschrieben mit blauem Füller: "von Frank Nordhausen, sieben Jahre". Das kleine Heft war, so sieht es rückblickend aus, der Beginn meiner Tätigkeit als Autor. Der Einstieg in den Traum meiner Kinderwelt. Ich träumte mich damals empor, wollte einmal "Rechts am Wald" werden, Rechtsanwalt wie mein imponierender, zwei Meter großer Onkel Rolf - aber viel lieber noch Schriftsteller wie mein Opa Richard, den ich leider nicht mehr kennenlernte, weil er viel zu früh starb. An Richard Nordhausen wurde bei uns zu Hause Erfolg gemessen. Er schrieb Feuilletons für die Vossische Zeitung, sozial-monarchistische Romane wie "Gib uns Brot, Kaiser!", publizierte aber auch in einem Genre, das damals, zur Jahrhundertwende, als Begriff noch gar nicht existierte - das Sachbuch. 1910 gab er sein opus magnum "Unsere märkische Heimat" heraus, das in zwei Jahrzehnten vier Auflagen erlebte. Ein früher Sachbuchbestseller - und damit sind wir bei Christoph Links.

Der Traum des Enkels ging an einem trüben Novembertag 1992 in Erfüllung, als ich zum ersten Mal das Büro des Ost-Berliner Verlegers im ersten Stock der Zehdenicker Straße betrat. Den Termin hatte Liane v. Billerbeck vereinbart, meine damalige Lebens- und Arbeitsgefährtin. "Er ist ein sehr ernster Mensch", sagte sie. Tatsächlich sprach der junge Verleger mit einer superseriösen Schnarrstimme, trug eine riesige Brille und einen Kinnbart wie Pfarrer Eppelmann. Das blaue Jeanshemd relativierte die Strenge und ließ ihn ein wenig hemdsärmelig wirken. Er hätte auch ein Pädagoge sein können, ein Revolutionspfarrer, ein Aktivist der Chile-Solidarität. Er schenkte uns starken Kaffee ein. Er war mir sympathisch. Wir duzten uns.

Welche Messeparty ist die beste? Christoph Links und Frank Nordhausen testen gerade die des Ullstein-Verlages (2008).

Christoph Links kam gleich zur Sache. Er sprach über Scientology, den Psychokult aus Amerika. "Ein hoch spannendes Thema", sagte er. Ob wir uns vorstellen könnten, ein Buch über die Organisation zu schreiben, eine kurze, aber umfassende Darstellung des Sektenkonzerns mit brisanten aktuellen Reportagen? Er kannte unsere Artikel über Scientology in der Wochenpost und der Berliner Zeitung, er hatte sich vorbereitet.

"Kein Problem!", sagte ich. "Wann sollen wir liefern?"

Am 4. Dezember 1992 unterzeichnete ich meinen ersten Buchvertrag mit dem Links-Verlag. Damals haben wir mit Champagner angestoßen. Aber wir hatten auch Bammel. Mächtigen Bammel. Denn wir wussten schließlich, worauf wir uns einließen mit einem Enthüllungsreport über Scientology - dem ersten, der sich ganz auf deren mafiaähnliche Geschäfte konzentrieren sollte. Der Verleger aber, er konnte es nur ahnen.

Dass wir uns damals mit Scientology befassten, war reiner Zufall. In einem Florida-Urlaub waren wir 1991 am Golf von Mexiko über das "spirituelle Hauptquartier" der Psychosekte "gestolpert", das journalistische Interesse war geweckt und wurde nach unserer Rückkehr von den Zeitungsredaktionen geteilt. Es war die Zeit, als Scientology zum öffentlichen Thema aufstieg. Nur war das Feld in den Medien so gut wie unbeackert - eine Chance für freie Journalisten, wie sie sich selten bietet. Schnell machten wir uns mit investigativen Reportagen einen Namen. Wir halfen, ein Sektenzentrum auf Usedom zu verhindern, deckten dubiose Deals von Scientologen mit der russischen Mafia auf, publizierten die erste große Enthüllungsgesch

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