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'Gott' in der Dichtung Rainer Maria Rilkes

  • Erscheinungsdatum: 26.05.2014
  • Verlag: Felix Meiner Verlag
eBook (ePUB)
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'Gott' in der Dichtung Rainer Maria Rilkes

Das Phänomen der Gegenwart ?Gottes? im Leben, das in Rilkes Dichtung zutage tritt, mag heutzutage bei manchen ein ?Erstaunen? hervorrufen, das aber zur ?Orientierung im Denken? gehört, die Kant als Aufgabe der Philosophie verstanden hat. Im Brief des jungen Arbeiters erwähnt Rilke seine auch ihn überraschende 'Erfahrung', dass ihm '?Gott? zu sagen, so leicht, so wahrhaftig, so [.] problemlos einfach sei'. Die Hintergründe dieser heute viele Zeitgenossen verblüffenden Leichtigkeit sind zu erforschen, sie werden in diesem Buch auf ihre Ursprünge, Kontexte und ihre Tragfestigkeit hin untersucht. Norbert Fischer's work on Kant includes (with Dieter Hattrup) Metaphysik aus dem Anspruch des Anderen: Kant und Levinas (Schöningh, 1999); Kants Metaphysik und Religionsphilosophie (Meiner, 2004); Kants Grundlegung einer kritischen Metaphysik (Meiner, 2010); and (as coeditor) Die Gottesfrage in der Philosophie Immanuel Kants (Herder, 2010). He studied philosophy, theology, and German philology at the universities of Mainz and Freiburg im Breisgau and earned his Ph.D. and Habilitation in philosophy. He was Professor of Philosophy at Mainz (1985-88), Trier (1989-90), Paderborn (1991-95) and Eichstatt (1995-2013). His research interests include Plato, Augustine, Kant, Heidegger, and Levinas; philosophical theology; metaphysics; the foundations of practical philosophy; and philosophy of religion.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 532
    Erscheinungsdatum: 26.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783787331291
    Verlag: Felix Meiner Verlag
    Größe: 4021 kBytes
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'Gott' in der Dichtung Rainer Maria Rilkes

Vorwort des Herausgebers

Die hier vorgelegten Beiträge, die auf ein von der DFG gefördertes Symposion in der Akademie des Bistums Mainz zurückgehen (7.-11. März 2013), führen wesentliche Dichtungen Rilkes vor Augen, die 'von Gott' und 'zu Gott hin' sprechen -und diskutieren deren Gottesbezug kritisch. Der Plan, die Gottesfrage in der Dichtung Rainer Maria Rilkes zum Thema zu machen, geht einerseits auf die Philosophischen Seminare in Kloster Weltenburg zurück, die von 2000-2004 Augustins Confessiones zum Thema hatten, von 2005-2008 Kants Kritik der reinen Vernunft, von 2009-2011 die 'Gottesfrage' bei Immanuel Kant, Martin Heidegger und Emmanuel Levinas. Die Früchte dieser zwölf Seminare sind in den Verlagen Ferdinand Schöningh (Paderborn), Felix Meiner (Hamburg) und Herder (Freiburg im Breisgau) veröffentlicht worden. Andererseits war für den Herausgeber die Begegnung und Zusammenarbeit mit August Stahl entscheidend, damals Präsident der Rilke-Gesellschaft, der einen großen Teil der Vorüberlegungen mitgetragen und auch an der Verwirklichung des Projekts tatkräftig mitgearbeitet hat. Seiner erwiesenen Freundschaft verdankt der Herausgeber zahlreiche förderliche Anstöße.

Unmittelbar nachdem Friedrich Nietzsche den 'Tod Gottes' (jubelnd und unter Schmerzen) verkündet hatte, tritt Gott in Rainer Maria Rilkes Dichtung lebendig hervor -in einer Weise, die von der 'Anrede Gottes' im Gebet bis zu beredtem Schweigen reicht, das aus Verlusten erwächst. Das Phänomen der lebendigen Gegenwart 'Gottes' in Rilkes Dichtung, das unser Staunen hervorruft und unser Denken anregt (vgl. dazu Platon: Theaitetos 155d), das die Leser Rilkes mit Nachdruck auf die 'Gottesfrage' lenkt, gehört in das Zentrum der 'denkerischen Orientierung', die Kant als Aufgabe der Philosophie benannt hat (vgl. Was heißt: sich im Denken orientieren?) und die in der krisenhaften Situation unserer Zeit weiterhin gründlichste Beachtung verdient. Rilke widmet sich als 'Dichter' zwar nicht der Denkarbeit, bietet aber mannigfachen Anlaß zu ihr; er sieht sein Dichten ausdrücklich unter dem Anspruch Gottes und erklärt im Stunden-Buch: "Und ich will meinen Sinn/ wahr vor dir" (KA 1,163). Noch in seinen spätesten Dichtungen unterstellt er sich diesem 'göttlichen' Anspruch, der in die Transzendenz weist, indem es alles menschliche Vermögen übersteigt (SO I 3; KA 2,241): "In Wahrheit singen, ist ein andrer Hauch." Das Ziel, singend der Wahrheit zu entsprechen, führt nach den Sonetten an Orpheus in die Transzendenz (SO I 5): "Und er gehorcht, indem er überschreitet." Dieser abschließende Vers des fünften Sonetts im ersten Teil der Sonette an Orpheus bietet eine Auskunft zur grundlegenden Aufgabe der Sonette und kann so ins Lateinische übersetzt werden: "oboedit transcendens".

Solche in die Transzendenz weisende 'Dichtung' ist schon mit Platon (Politeia 545e) als ein 'ernsthaftes Spiel' zu verstehen: denn sie hat "Leiden", "Liebe" und "Tod" im Blick (SO I 19); sie 'kreist' dadurch um 'Gott' und um die Gottesfrage, die wesentlich zum 'Leben' gehört und uns allererst die Aufgabe des Denkens stellt und unsere Lebenswirklichkeit zu bedenken fordert. Im Brief des jungen Arbeiters bekennt Rilke, vielleicht auch für ihn selbst überraschend, seine "Erfahrung", die heutigen Zeitgenossen oft zu fehlen scheint, daß ihm nämlich "'Gott' zu sagen, so leicht, so wahrhaftig, so [...] problemlos einfach sei" (SW VI,1118). Diese 'Erfahrung' läßt die Dichtung Rilkes als Thema der Philosophie sehen, das die Gottesfrage zu bedenken antreibt.

Die vorliegenden Beiträge untersuchen zwar nicht das Werk oder die Werke eines 'Philosophen', sondern die 'Dichtung Rilkes', weisen aber durch ihr Thema auf Fragen der Philosophie und der Theologie und werden deshalb von einem multidisziplinären Kreis von Verfassern dargeboten. Die Zusammenarbeit mit August Stahl begann, als der Herausgeber den Augu

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