text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Christian Morgenstern Leben und Werk von Bauer, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2014
  • Verlag: Verlag Urachhaus
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Christian Morgenstern

Als Christian Morgenstern am 31. März 1914 starb, war außer seiner Frau Margareta auch Michael Bauer bei ihm. Bauer lebte später mit Margareta Morgenstern in ihrem Haus am Ammersee, umgeben vom Nachlass des Dichters, und begann 1922 mit der Arbeit an dieser umfangreichen Biografie, in der er vor allem den Menschen Morgenstern, den Sinnsuchenden, den Christen im Blick hat. Unter Tuberkulose - der gleichen Krankheit leidend wie sein Freund Christian Morgenstern, war Bauer oft zu Unterbrechungen des Schreibens gezwungen und konnte sein Werk schließlich nicht vollenden. Margareta Morgenstern und Rudolf Meyer führten die Biografie zu Ende und konnten sie 1933 erstmals veröffentlichen. Die herzliche Anteilnahme am Schicksal des Freundes, die große Nähe bei aller erforderlichen Distanz des Beobachtenden machen Michael Bauers Morgenstern-Biografie heute zu einem einzigartigen Quellentext für jeden, der sich eingehend mit Morgenstern beschäftigt.

Der Autor Michael Bauer (1871-1929) war studierter Naturwissenschaftler, passionierter Lehrer und einer der ersten persönlichen Schüler Rudolf Steiners. 1913 lernte er Christian Morgenstern kennen und wurde ihm ein lieber Freund und wichtiger Begleiter im letzten Lebensjahr. Michael Bauer veröffentlichte zahlreiche Erzählungen in verschiedenen Zeitschriften und ist vor allem durch die von ihm verfasste Biografie Christian Morgensterns bekannt geworden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 18.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783825160135
    Verlag: Verlag Urachhaus
    Größe: 3647 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Christian Morgenstern

Kindheit

1871–1885

"Ich möchte sagen, daß ich immer noch im und vom Sonnenschein meiner Kindheit lebe." Mit diesem Worte fasst der sieben- unddreißigjährige Christian Morgenstern die Erinnerung an seine Kindheit zusammen.

Er war das erste und einzige Kind junger lebensfroher Eltern, die beide in München geboren waren und auch dort lebten. Der Vater Landschafter, eine echte Künstlernatur, war bei der Geburt des Sohnes erst dreiundzwanzig Jahre alt. Die zwanzigjährige Mutter, eine edle, liebreizende Erscheinung, vielseitig künstlerisch begabt, wird vor allem als ausgezeichnete Klavierspielerin gerühmt. Eine besondere Vorliebe hatte sie für Mozart. Und als mozartisch wird man überhaupt den Geist des Hauses bezeichnen dürfen, das jeder frohen Geselligkeit und aller Kunst offen war.

Der am 6. Mai 1871 in München geborene Sohn erhielt in der Taufe die Namen: Christian Otto Josef Wolfgang. Christian nach dem Großvater Christian Morgenstern, dem bedeutenden Landschaftsmaler; Josef nach dem Großvater mütterlicherseits, dem ebenfalls angesehenen Landschafter Josef Schertel; Otto nach seinem Paten, dem Hamburger Kunsthändler Arnold Otto Meyer. Der Name Wolfgang aber sollte die Liebe der Mutter zu Wolfgang Amadeus Mozart bekunden.

Die Eltern wohnten in der damals noch wenig bebauten Theresienstraße. (Damals Nr. 12; im Jahre 1879 erhielt das Haus die Nr. 23.) Bald aber übersiedelten sie in eine Gartenvilla der Äußeren Nymphenburger Straße, die der Vater erwarb. Hier verlebte das Kind die Spätherbst- und Wintermonate. Sobald die Jahreszeit das Malen im Freien erlaubte, ging die Familie in eines der zu jener Zeit noch ganz ländlichen oberbayerischen Seedörfer Kochel, Murnau, Herrsching, Weßling usw., von denen manche noch nicht mit der Eisenbahn zu erreichen waren. Der Vater suchte als freier Landschafter gerne die Gebirgsseen auf, und das Kind wurde zu aller Freude überallhin mitgenommen – später auch in die Jagdreviere des Vaters, der ein begeisterter Jäger war. Oder es wurden größere Reisen unternommen. Zuerst "aus Lebenslust", dann aus Rücksicht auf ein beginnendes Lungenleiden der Mutter. Christian Morgenstern erinnerte sich später besonders noch an eine lange Reise durch Tirol, die Schweiz und das Elsass, "die im wesentlichen in einer von zwei unermüdlichen Juckern gezogenen Kutsche zurückgelegt wurde".

So hat der Knabe jeden Sommer seiner Kinderjahre im Umgang und Spiel mit der Natur verbringen dürfen. Von klein auf mochte er, wenn er seinen Vater mit dem Malergerät vor der Landschaft sitzen sah, immer wieder selbst versucht haben, mit Maleraugen zu schauen. Einen Dankbrief, den er mit sieben Jahren in einer sichtlich neu erworbenen großen Abc-Schützen-Schrift abfasste, unterschrieb er wichtig:"zukünftiger Landschaftsmaler".

Von den Eltern als einziges Kind zärtlich geliebt, alle Menschen, die in das offene Haus kamen, durch sein frohgemutes, vertrauendes Wesen rasch gewinnend, so wuchs Christian Morgenstern heran – herzlich umhegt wie eine junge Pflanze in einem für alles Gedeihen wohlbereiteten Garten. Was dem Knaben wohl mitunter fehlte, waren die gleichaltrigen Spielgefährten. Noch als Mann klagt er, dass er in der Jugend so sehr den Besitz einer Schwester entbehren musste. Doch seine bewegliche Phantasie vermochte ihm stets die Einsamkeit zu beleben. Man geht gewiss nicht fehl, wenn man die große Liebe des Erwachsenen zur Einsamkeit mit seinen "einsamen stillfrohen" Spielen zusammenbringt.

In Morgensterns ruhig-strahlendem Auge lag es lebensl

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen