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Karl May Ein Popstar aus Sachsen von Farin, Klaus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.02.2012
  • Verlag: Hirnkost
eBook (ePUB)
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Karl May

Der vorliegende Band erschien erstmals 1992 als Band 1 der Reihe taschenführer populäre kultur im Verlag Thomas Tilsner (Eine tschechische Übersetzung erschien 1994 bei Arcadia, Prag.) Da dieser Verlag leider nicht mehr existiert und das Buch seit Jahren vergriffen ist, der Autor dieses Buch aber im Geheimen für sein Bestes hält und die Nachfrage auch nicht abriss, wird es hier in einer lediglich formal korrigierten, aber inhaltlich und stilistisch nicht geänderten Neuauflage wieder veröffentlicht. Stimmen zur Erstauflage: 'Für Klaus Farin entpuppt sich die Beschäftigung mit Karl Mays widersprüchlich-bizarrer Persönlichkeit als ein kriminalistisches Abenteuer höchster Güte, dessen Verwicklungen und Nachwirkungen er rund um die Erde und bis in die Gegenwart hinein nachspürt. Mal liebevoll-neugierig, dann wieder kritisch-distanziert, versucht er dem rätselhaften Phänomen Karl May auf die Schliche zu kommen. Dabei teilt Farin manche Seitenhiebe aus, er schont weder Mays Verleger noch die Fans des Popstars aus Sachsen. Er lässt Apologeten und Kritiker zu Wort kommen und bemüht sich - cum grano salis - um ein ausgewogenes Urteil. Fazit: Mit diesem Buch entzündet Klaus Farin keine Kerze zum ehrfurchtsvollen Gedenken an den Dichter Karl May, nein, er brennt ein knallbuntes Feuerwerk für den Popstar aus Sachsen ab.' Erwin Müller in: KMG-Nachrichten '...ein gut und flott geschriebenes Buch, das wie ein knackiges Radieschen im ständig wieder aufgekochten Gemüsebrei der May-Biografien wirkt. Hier wird Altbekanntes neu, kritisch und spannend präsentiert, ohne falsches Pathos, aber mit großem Hintergrundwissen und Blick für das Wesentliche. Ich habe es ohne Pause gelesen und viel Vergnügen dabei gehabt.' Ingrid Schorn in: Karl-May-Rundbrief 'Herzlichen Dank! Das ist eine wohl gelungene Präsentation. Prima recherchiert und ansprechend formuliert. So lesbar und fundiert müsste alles sein, was über Karl May in die Welt gesetzt wird. Sie haben mir viel Freude bereitet.' Walther Il

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 10.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943612318
    Verlag: Hirnkost
    Größe: 2004 kBytes
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Karl May

Unlängst ist er von einem Ausflug nach Russland, Bulgarien, Konstantinopel etc. zurückgekehrt, und zwar mit einem Messerstich als Andenken. Denn er pflegt nicht mit dem rothen Bädeker in der Hand zu reisen, sondern er sucht die noch wenig ausgetretenen Pfade auf." "Selbstverständlich erlebt man in der Sahara, in Kurdistan usw. andere Dinge als im Coupé für Nichtraucher auf der Eisenbahn in Deutschland", heißt es einige Ausgaben später. Leser bestürmen ihn mit Fragen nach unveröffentlichten Einzelheiten seiner Reisen, tschechische, ungarische und holländische Zeitungen berichten über den sächsischen Weltenbummler.

Halb zog es ihn, halb glitt er hin: "Der liebesarme, nach Liebe sich Sehnende, vermochte nicht der Versuchung zu widerstehen, die Zuneigung, die sich so jäh millionenfach seinen IchIdealen zuwandte, dem eigenen Ich zuzulenken" (Wollschläger). Ab 1896 heißen die Reiseromane "Reiseerzählungen" oder gar "-erlebnisse", und die Leser erfahren es offiziell aus der Feder des Maysters: Ich bin wirklich Old Shatterhand resp. Kara Ben Nemsi und habe erlebt, was ich erzähle .
Wahnsinn und Genie

Ich habe jene Länder wirklich besucht und spreche die Sprachen der betreffenden Völker. Ich spreche und schreibe: französisch, englisch, italienisch, spanisch, griechisch, lateinisch, hebräisch, rumänisch, arabisch 6 Dialekte, persisch, kurdisch 2 Dialekte, chinesisch 6 Dialekte, malayisch, Namaqua, einige Sunda-Idiome, Suaheli, hindustanisch, türkisch, und die Indianersprachen der Sioux, Apatschen, Komantschen, Snakes, Uthas, Kiowas, nebst dem Ketschumany 3 südamerikanische Dialekte. Lappländisch will ich nicht mitzählen. ... Die Gestalten, welche ich bringe, haben gelebt oder leben noch und waren meine Freunde. ... Winnetou war geboren 1840 und wurde erschossen am 2.9.1874. Er war noch herrlicher, als ich ihn beschreiben kann. ... Weil ich meist Selbsterlebtes erzähle und Selbstgesehenes beschreibe, brauche ich mir nichts auszusinnen .

Karl May auf dem Höhepunkt seines Ruhmes. Ich bin wirklich Old Shatterhand , erzählt der kleine Sachse, der mit 58 Jahren zum ersten Mal den europäischen Boden verlassen wird, der Welt - und die glaubt es ihm, so wahnwitzig seine Schilderungen auch ausfallen. Amerika habe er "schon mehr als zwanzigmal bereist", berichtet ein Reporter des "Bayerischen Courier" 1897 nach einem Interviewtermin, im Herbst des Jahres gedenke "der Mann, der über 1.200 Sprachen und Dialekte versteht", erneut "bei den Apachen einzukehren", wo er 35.000 Mann befehligen könne, "Winnetous einsames Grab zu besuchen und sich in den Rocky Mountains einen Grizzly-Bären zu holen." Einigen Flachköpfen , die Zweifel anmelden, droht er, sie mögen hierher kommen und die Narben sehen, welche meinen Körper bedecken, dann werden sie schweigen!

Was im Nachhinein wie eine geniale PR-Kampagne zur Vermarktung eines Images wirkt, war mehr als eine Lüge für die Öffentlichkeit: Karl May war Old Shatterhand, und er kannte seine Helden wirklich. Wenn er vom Tode Winnetous erzählte, "saß er tränenüberströmt da", weil ihm die Erinnerung zu nahe ging, berichteten Freunde. Wenn er arbeitete, litt und lachte er mit seinen Figuren. Einmal rannte eine Angestellte, die das Geschrei in Mays Zimmer gehört hatte, entsetzt aus dem Haus und verkündete, der Chef sei wahnsinnig geworden.

Spätestens Mitte der neunziger Jahre hat Karl May, so das Fazit des May-Forschers Prof. Claus Roxin, "nach und nach die Kontrolle über seine Phantasie verloren, Realität und Traum nicht mehr auseinanderhalten können". Spätestens da hätte die Öffentlichkeit merken müssen, dass Karl Mays exotische Reiseerzählungen nichts weiter sind als Befreiungsgeschichten: das bizarre Werk einer genial umgewandelten schweren narzisstischen Neurose, Spiegelungen einer alptraumhaften Innenwelt, "höchst pri

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