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Mon cher Albert Ein Brief an Albert Camus von Pitous, Abel P. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2014
  • Verlag: Arche Literatur Verlag AG
eBook (ePUB)
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Mon cher Albert

Der jugendliche Camus: Dieser überraschende Fund ist das berührende Zeugnis einer unbeschwerten Jugend im Algier der 1920er Jahre. Ein Brief an den Jugendfreund Albert Camus, Erinnerungen an die 1920er Jahre. Vor kurzem entdeckt, 40 Jahre, nachdem er geschrieben wurde. Von Abel Paul Pitous, einem Nachbarsjungen aus dem Armenviertel Belcourt der Stadt Algier. Der junge Camus: ein guter Schüler, natürlich, aber auch voller Schalk und immer zu Streichen aufgelegt; die Kumpel von damals, in der Grundschule und im Fußballclub, Camus war der Torwart; der taube Onkel, die Lehrer, die gemeinsamen Nachmittage im Kino û Pitous zeichnet ein lebendiges Bild des jugendlichen Albert, den er 1931, als Camus schwer erkrankte, für immer aus den Augen verlor. Wer CamusÆ Werk kennt, entdeckt Anklänge an dessen eigene Erinnerungen in den wunderbaren Essays iHochzeit des Lichtsi und iHeimkehr nach Tipasai sowie seinen unvollendeten Roman iDer erste Menschi. Paul Pitous, Schulfreund und Nachbarsjunge aus dem Armenviertel Belcourt in Algier, zeichnet ein lebendiges Bild des jugendlichen Albert, den er 1931 für immer aus den Augen verlor und von dessen späterem Ruhm als Schriftsteller er erst 1971 erfuhr, 11 Jahre nach Camus' tragischem Unfalltod.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 20.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037900598
    Verlag: Arche Literatur Verlag AG
    Originaltitel: Mon Cher Albert (Lettre a Albert Camus)
    Größe: 1356 kBytes
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Mon cher Albert

Marseille, den ... 1971
Mein lieber Albert,



ich weiß, dass Du Deine Freunde verlassen hast für eine Welt ohne Wiederkehr. Und ich habe keine andere Möglichkeit, Dich zu erreichen, als Dir zu schreiben. Meine Schrift hat sich ziemlich verändert; sie ist nicht mehr die Schönschrift des Jungen, mit dem Du in der Schule in der Rue Aumerat in Belcourt warst, sie wird Dir seinen Namen nicht enthüllen. Schau trotzdem noch einmal genau hin, wie die Adresse auf dem Umschlag geschrieben ist, die Buchstaben, die Form ... nein, Du errätst es wirklich nicht? Du hast keine Ahnung, wessen Hand, fast ohne zu zittern, diese Füllfeder hält? So schnell gibst Du auf? Dabei habe ich mich so bemüht und mehrere Male neu angefangen!

Ich sehe, wie Du blätterst – das Beste, was Du jetzt tun kannst – und auf der letzten Seite den Namen des Verfassers entdeckst. Jetzt bist Du überrascht, nicht wahr? Vielleicht auch ein bisschen gerührt? Ja, Du hast richtig gelesen, ich bin es, schon ganz schön alt zwar, aber noch jung und kühn genug, Dir diesen "Schrieb" zu schicken, was kein anderer könnte oder tun wird.



Du wirst Dich vielleicht fragen, warum ich Dir nicht geschrieben habe, bevor Du in diese Vollblutmaschine eingestiegen bist, mit der Du Deine längste Reise angetreten hast ... Ja, warum? Erinnere Dich: Die Uhr unserer Freundschaft ist 1931 stehengeblieben. Ihr Ticktack ist verstummt, ohne dass einer von uns beiden versucht hätte, sie wieder in Bewegung zu setzen. Du hattest so viel zu tun mit Deinem damals schon glänzenden Studium und Deinem besorgniserregenden Gesundheitszustand. Ich ging viel zu früh von der Schule ab und schloss gerade Bekanntschaft mit den harten Bedingungen der "Arbeitswelt", die in Algerien noch nicht oder noch zu wenig organisiert war. Ich entdeckte ein neues Leben – mit kleinen Freudenstrahlen zwar, aber auch mit seiner ganzen traurigen Wirklichkeit aus Pflichten, Zwängen, Undankbarkeit ...

Und es ist ziemlich schlimm, weißt Du, wenn man, obwohl man noch keine achtzehn ist, drei Jahre lang zu den Ältesten gehört, weil die Schule, in die man geht, erst 1927 mit dem eigenen Jahrgang gegründet wurde ... wenn einem noch die Sprache der Freundschaft, der Achtung, ja, Bewunderung der "Blauen", der Erstklässler, in den Ohren und im Herzen klingt, während man selbst schon im dritten und letzten Jahr ist wie ein "Großer" ... und wenn dann die Gesellschaft Männlichkeit und Leistung fordert, dich aber ganz "klein" und tollpatschig findet ... und dir in ihren Vorzimmern die Würde zerfetzt, weil man in jungen Jahren ja noch gar keine haben kann und der Kampf ums Leben durch diese Vorzimmer der Erniedrigung durchmuss. In der Schule des Lebens gab es keine Donnerstage mehr, musst Du wissen, und keine Ferien, niemals Ferien! Die Woche hatte sechs Tage, vierundfünfzig Stunden normale Arbeitszeit, manchmal auch über sechzig durch Überstunden, die einem die Freizeit raubten, die Ruhe, manchmal auch den Schlaf. Immerhin ließen uns die Vorgesetzten und die Woche noch den Sonntag zur Erholung – wie die Raststätten zur Zeit der Postkutschen – "zum Batterieaufladen" und zum Fußballspielen, aber ohne Zeit fürs Training. Obwohl ich jeden Morgen meine tausend Meter lief, wie ein Wiesel, und dabei den Weidenkorb, den meine Mutter mir immer liebevoll mit Lebensmitteln und gekochten Speisen für die Mittagspause packte, stets schön waagerecht hielt.

Die Straßenbahn zur Fabrik kam zehn Minuten oder Viertel nac

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