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Die Islamische Republik Iran als Gottesstaat Anspruch und Wirklichkeit der Staatsideologie Khomeinis von Borszik, Oliver (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2007
  • Verlag: GRIN Verlag
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Die Islamische Republik Iran als Gottesstaat

Magisterarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft, Note: 1, Universität Hamburg (Asien Afrika Institut), 114 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die von Ayatollah Khomeini konzipierte und religiös sowie vernunftsmäßig legitimierte
Herrschaft des Rechtsgelehrten hat in der Islamischen Republik Iran auch 27 Jahre nach ihrer Gründung Bestand. In einer globalisierten und in allen Lebensbereichen der Modernisierung verpflichteten Welt erweisen sich die ideologischen Fundamente im Gottesstaat als weitestgehend stabil. In Anbetracht dessen werden in der vorliegenden Magisterarbeit die folgenden Fragen gestellt und so weit wie möglich beantwortet: von welchen historischen Errungenschaften der Schia in Iran profitierte Khomeinis Staatsideologie? Welche Rolle spielen Dogmatismus, Überlieferung, Verstand und Mystik innerhalb seiner Denkweise? Worin liegen die grundlegenden Widersprüche und die theoretische Inkonsistenz der Staatsideologie Khomeinis, die Eingang in die Verfassung fand? Inwiefern konnte Khomeinis Staatsideologie, seine Vorstellungen von einem idealen islamischen Staat und einer 'wahren' und 'gerechten' islamischen Gesellschaft verwirklicht werden? Welchen Nutzen zog die iranische Bevölkerung aus den umfassenden Wandlungsprozessen seit der Politisierung der Geistlichkeit und der Re-Islamisierung von Staat und Gesellschaft?
Bei der Beschäftigung mit diesen komplexen Fragen ist zu erwarten - so die Hauptthese der Arbeit -, dass zwangsläufig Diskrepanzen und Widersprüche zwischen ideologischem Anspruch und der Wirklichkeit in dem Gottesstaat entstehen mussten, da Khomeinis Weltanschauung teilweise zu einer vereinfachenden und polarisierenden Sichtweise neigt. Die Untersuchung eben solcher Antagonismen steht im Vordergrund dieser Arbeit und bildet ihren gedanklichen Rahmen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 125
    Erscheinungsdatum: 13.05.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783638685634
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V73806
    Größe: 510kBytes
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Die Islamische Republik Iran als Gottesstaat

1. Einführung

In der vorliegenden Magisterarbeit wird bei arabischen Namen und Begriffen die Transkription nach der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG) verwendet. Persische Namen und Begriffe werden ebenfalls nach dem System der DMG transkribiert, wobei die persische Aussprache der Vokale und einiger Konsonanten berücksichtigt wird. Begriffe, die aus dem Arabischen oder Persischen in die deutsche Sprache eingegangen sind, werden nicht transkribiert. Zitate werden unverändert übernommen.

Für die wissenschaftliche Bearbeitung des gestellten Themas halte ich den meta-analytischen Ansatz für besonders geeignet. Eine der wichtigen Aufgaben, die im Rahmen der Meta-Analyse oder Meta-Forschung geleistet werden kann ist, noch unerforschte Bereiche oder bisher ungelöste Probleme zu veranschaulichen. Eine weitere Zielsetzung dieser wissenschaftlichen Methode besteht darin, die theoretischen Erkenntnisse verschiedener Autoren in ihrem jeweiligen Forschungsgebiet und den allgemeinen Forschungsstand durch Wissenstransfer auf einer höheren Ebene zu generalisieren. Durch diese Art der Erfassung und Bewertung verschiedener Erkenntnisse oder Vermutungen soll eine möglichst hohe Synthetisierung dieser Erkenntnisse und eine zuverlässige Aussagequalität über das gestellte Thema erreicht werden. [1] Darüber hinaus ziehe ich selbstverständlich die mir vorliegenden Primärquellen heran, da nur diese einen authentischen Zugang zur Ideologie Khomeinis liefern. Das im Folgenden diskutierte Thema der Arbeit wird in drei Dimensionen entfaltet: Erstens in der historischen und ideologischen Dimension, zweitens in der verfassungsmäßigen- und drittens in der politischen und gesellschaftlichen Dimension. Meines Erachtens eignet sich die islamwissenschaftliche Perspektive mit ihrem breiten Themenspektrum mehr als andere wissenschaftliche Perspektiven - wie die der Geschichts-, der Politik-, der vergleichenden Religions-, der Rechts- und Sozialwissenschaften oder der Philosophie - um die Staatsideologie Khomeinis und deren Entfaltung in der Wirklichkeit auf ihre Tragfähigkeit hin zu untersuchen.

Seit der islamischen Frühzeit ist die politische Philosophie im Vorderen Orient von religiösen und rechtlichen Aspekten geprägt. Der Prophet (arab. al-rasÚl ) und Begründer des Islams, Mohammed, war während der medinischen Phase in den Prozess der Begründung des Staatswesens involviert. [2] Er war also einerseits religiöses Oberhaupt und schlichtete - legitimiert durch seine Erfahrung der göttlichen Offenbarung, die im Koran (arab. qurÿÁn ; pers. qorÿÁn ) ihren Ausdruck findet - in rechtlichen Streitfragen, andererseits war er aber auch Staatsoberhaupt. Nach dem Tod Mohammeds stellte sich schließlich die Frage der politischen Nachfolgeregelung. Diese Angelegenheit wurde allerdings nicht nur politisch beantwortet und gedeutet, sondern stets auch religiös interpretiert. Bis zum Zeitpunkt der Ermordung des dritten Kalifen þUÝmÁn im Jahr 656 (35 A.H.) aufgrund von Auseinandersetzungen um seine Nachfolge war das politische Wesen in der islamischen Welt in Bezug auf die Akzeptanz seiner Führungsfiguren von einem allgemeinen Konsens getragen. Ausgelöst durch die unklaren Verhältnisse um die politische Nachfolgeregelung hingegen spaltete sich die islamische Urgemeinde nun in verschiedene Gruppen (arab. firaq , sing. firqa ) - hauptsächlich in Sunniten und Schiiten -, was sich in den verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten von Koran und Sunna (die in der adÍÝ -Literatur kompilierte vorbildliche Handlungsweise des Propheten in allen Lebensbereichen) äußerte und bis in die Gegenwart hineinreicht. Dieser Bruch führt hin zu der Bedeutung beider Überlieferungsquellen als religiöses und rechtliches Erbe der Muslime. Beide

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