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Abschlussarbeiten richtig gliedern von Ahrens, Volker (eBook)

  • Erschienen: 03.08.2015
  • Verlag: vdf Hochschulverlag
eBook (ePUB)
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Abschlussarbeiten richtig gliedern

Dieser Band hilft Studierenden bei der Strukturierung ihrer Abschlussarbeiten. Dazu übersetzt er den traditionellen Gliederungsansatz mit den Phasen Entdeckung, Begründung und Verwertung in eine zeitgemässe Form. Grundlagen dafür sind die allgemeine Wissenschaftstheorie sowie neue Erkenntnisse des Systems Engineering, insbesondere der Problemlösungszyklus. Darüber hinaus werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu alternativen Vorgehensmodellen wie z. B. Hermeneutik und Dialektik aufgezeigt.

Produktinformationen

    Größe: 958kBytes
    Herausgeber: vdf Hochschulverlag
    Untertitel: in Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaft
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 198
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783728137081
    Erschienen: 03.08.2015
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Abschlussarbeiten richtig gliedern

[67] 3 Zielsetzung

Das Ziel besteht im Folgenden darin, die in Abschnitt 2.2 bereits vorgestellte, traditionelle Form der Gliederung wissenschaftlicher Arbeiten (1) in Erinnerung zu rufen und (2) zu begründen, warum sie besser geeignet ist als die triviale Form der Gliederung nach dem Schema Einleitung, Hauptteil und Schluss, die heute empfohlen wird und historisch einen Rückschritt darstellt.

Zugleich soll (3) die traditionelle Gliederungsform in eine zeitgemäße Form übersetzt werden. Das bringt zwei Vorteile mit sich: Erstens wird sie dadurch für Zeitgenossen verständlicher, da sie auf Grundlagen aufbaut, die sich auch in anderen Zusammenhängen wie z. B. dem modernen Projektmanagement bewährt haben. Zweitens bietet die zeitgemäße Form der Gliederung zahlreiche Anknüpfungspunkte an moderne Verfahren und Werkzeuge, die sich in den einzelnen Phasen einer Abschlussarbeit einsetzen lassen, um die jeweils spezifischen Aufgaben methodenbasiert zu erledigen. Das ist wichtig, weil eine methodische Vorgehensweise sowohl deren Wissenschaftlichkeit unterstützt als auch Effizienz und Effektivität fördert.

Dass die Wissenschaftlichkeit von Abschlussarbeiten ein zentrales Bewertungskriterium darstellt, ist evident. Auf den ersten Blick nicht ganz so deutlich erscheinen mag dagegen die Bedeutung einer effizienten und effektiven, letztlich also wirtschaftlichen Vorgehensweise. Doch auch sie ist hoch, denn die für Abschlussarbeiten erforderlichen Ressourcen stehen stets nur in eingeschränktem Umfang zur Verfügung. Dies gilt vor allem für die Bearbeitungszeit, die bei Bachelor- und Masterarbeiten in der Regel auf zwei bis drei Monate begrenzt ist. Bei Doktorarbeiten werden zwar nicht immer klar definierte zeitliche

[68] Grenzen gesetzt, aber zumeist ergeben sich diese implizit aus den Randbedingungen, unter denen diese Arbeiten anzufertigen sind. Dazu gehört z. B. die regelmäßig begrenzte Dauer der Finanzierung von Forschungsprojekten oder die Notwendigkeit, neben der Anfertigung einer Doktorarbeit noch anderen Tätigkeiten nachzugehen. Weiterhin knapp sind z. B. Materialien, die für Experimente benötigt werden, Zugriffszeiten auf zentrale Forschungseinrichtungen oder Personal. Trotzdem werden verwertbare Ergebnisse erwartet. Zwar ist die Wahl einer geeigneten Vorgehensweise nicht das einzige Mittel, um diesen Zielkonflikt zwischen Ressourcenknappheit und Erfolgsdruck zu lösen, aber sie kann einen Beitrag leisten.

Weiterhin soll (4) die Gliederung - anknüpfend an den einleitenden Satz - sowohl die Struktur des Seins als auch den Prozess des Werdens zum Ausdruck bringen. Grundlage dafür ist die Systemtheorie, die den Vorteil bietet, disziplinübergreifend anerkannt zu sein und den interdisziplinären Dialog zu unterstützen.

Ein System beschreibt im Allgemeinen eine von seiner Umwelt abgegrenzte Gesamtheit aufeinander bezogener Elemente, die einem gemeinsamen Zweck dient (vgl. Haberfellner et al. 2012, 34). Konkret können auch Abschlussarbeiten als Systeme aufgefasst werden, die sich von anderen Arbeiten abgrenzen und deren formale Elemente aus Kapiteln, Abschnitten, Absätzen, Sätzen, Worten und Buchstaben bestehen, während ihre inhaltlichen Elemente aus Hypothesen, Argumenten, Schlussfolgerungen usw. gebildet werden. 8

[69] Bilden Elemente eines Systems und deren Beziehungen zueinander eine bestimmte Ordnung, so wird dies als Struktur bezeichnet (vgl. ebd., 35). Die Struktur von Abschlussarbeiten besteht aus zwei Formen, die sich überlagern: Reihenfolge (Sequenz) und Hierarchie.

Die Reihenfolge bildet das, was im Volksmund oft als roter Faden bezeichnet wird. Diese Redewendung geht auf den Roman "Die Wahlverwandtschaften" von Johann Wolfgang von Goethe zurück. Darin vergleicht Goethe die Struktur des Tagebuchs von Ottilie mit dem Kernfaden des Tauwerks der britischen Marine. Dieses sei "dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeh

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