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Wissenschaft im Kreuzverhör Spektakuläre Fälle von Galileo bis Guttenberg von Zankl, Heinrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2013
  • Verlag: Primus
eBook (ePUB)
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Wissenschaft im Kreuzverhör

Ob zu Recht oder Unrecht - zu allen Zeiten gerieten Wissenschaftler mit dem Gesetz in Konflikt und mussten sich für ihre Forschung vor Gericht verantworten. ?Wissenschaft im Kreuzverhör? rollt viele dieser Fälle neu auf und erzählt ihre spannende Geschichte. Die Auswahl der Forscher reicht dabei vom Renaissance-Genie über den Nobelpreisträger bis hin zu offenkundigen Scharlatanen, wobei auch die Plagiatsvorwürfe gegen deutsche Politiker nicht unerwähnt bleiben. Heinrich Zankl zeigt auch diesmal wieder die allzu menschliche Seite der Wissenschaft, die so gern perfekt wäre - es aber so selten ist. Heinrich Zankl, geb. 1941, wurde an der LMU München 1967 zum Dr. med. vet. und 1974 zum Dr. rer. nat. promoviert. Von 1979 bis 2006 war er Professor für Humanbiologie und Humangenetik an der Technischen Universität Kaiserslautern. Er ist Träger der Heinrich-Bechold-Medaille für hervorragenden Wissenschafts-Journalismus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 172
    Erscheinungsdatum: 01.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863127930
    Verlag: Primus
    Größe: 1306 kBytes
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Wissenschaft im Kreuzverhör

Naturwissenschaften

Erzwungener Widerruf

Kirchlicher Prozess gegen Galilei

Galileo Galilei war zweifellos ein Jahrhundertgenie, dem wir bahnbrechende Entdeckungen in vielen Bereichen der Mathematik, Astronomie und Physik verdanken. Besonders bekannt wurde Galilei aber vor allem durch seine Auseinandersetzungen mit der katholischen Kirche, die ihn schließlich vor das Inquisitionsgericht brachten. Galileo Galilei wurde 1564 in Pisa geboren. Er stammte aus einer angesehenen Patrizierfamilie, die allerdings im Laufe der Jahre den größten Teil ihres Besitzes verloren hatte. Sein Vater Vincenzo Galilei war Musiker, hatte aber auch mathematische Interessen. Galilei wurde in einem Kloster erzogen und erwog Mönch zu werden, sein Vater schickte ihn aber im Alter von 16 Jahren nach Pisa, wo Galilei ein Medizinstudium absolvieren sollte. Das brach er aber nach vier Jahren ab und ging nach Florenz, um Mathematik zu studieren. Schon mit 21 Jahren veröffentlichte Galilei seine ersten wissenschaftlichen Arbeiten zu mathematisch-physikalischen Fragestellungen. Er erregte damit so viel Aufmerksamkeit, dass er 1589 als Lektor für Mathematik an die Universität in Pisa berufen wurde. Dort untersuchte er vor allem die Pendelbewegungen und erforschte die Fallgesetze. Weil er sich kritisch über den damals noch als unfehlbar geltenden Philosophen Aristoteles äußerte, wurde seine Lektorenstelle in Pisa nicht verlängert. Dadurch geriet Galilei zeitweilig in eine kritische Finanzlage, aber dank seiner inzwischen schon recht guten Beziehungen wurde er bald auf eine Mathematikprofessur in Padua berufen. Er blieb dort 18 Jahre und machte in dieser Zeit bedeutende Entdeckungen und Erfindungen.

Im Zusammenhang mit einer 1604 auftretenden Supernova, die zu einer enormen Helligkeitszunahme eines Sternes führte, hielt Galilei drei Vorträge, in denen er unter anderem auch die astronomischen Vorstellungen von Aristoteles angriff, wodurch er sich in Padua ebenfalls Feinde machte. 1609 baute Galilei ein Fernrohr, das er auch für astronomische Beobachtungen einsetzte. Damit konnte er zeigen, dass die Mondoberfläche sehr zerklüftet ist. Außerdem entdeckte er die vier größten Monde des Jupiter, die heute seinen Namen tragen. Besonders große Aufmerksamkeit rief Galileis Beobachtung hervor, dass die Milchstraße kein Nebel ist, sondern eine riesige Ansammlung von Einzelsternen. Seine astronomischen Entdeckungen machten Galilei schlagartig berühmt und führten dazu, dass er 1610 vom Großherzog der Toskana als Hofmathematiker nach Florenz berufen wurde.

Ein Jahr später besuchte Galilei Rom und wurde dort sogar von Papst Paul V. empfangen. Neben anderen Ehrungen erfolgte auch die Aufnahme von Galilei in die sehr exklusive Accademia dei Lincei. Darauf war er so stolz, dass er sich ab diesem Zeitpunkt Galileo Galilei Linceo nannte. Im Laufe der Jahre wurde Galilei durch seine astronomischen Beobachtungen und Berechnungen immer klarer, dass nicht die Erde, sondern die Sonne das Zentrum unseres Planetensystems ist. Dieses heliozentrische Weltbild, das erstmals von Nikolaus Kopernikus beschrieben wurde, stand aber im Gegensatz zum geozentrischen Weltbild der katholischen Kirche und es war deshalb gefährlich, heliozentrische Ansichten zu äußern. Deshalb hielt sich Galilei zunächst mit Stellungnahmen zu dieser Frage zurück. Als aber 1613 in Florenz eine heftige Diskussion über dieses Thema in Gang kam, verfasste Galilei einen Brief an seinen Schüler Benedetto Castelli, in dem er die Auffassung vertrat, das heliozentrische Weltbild sei richtig, aber widerspreche nicht der Bibel. In erweiterter Fassung schickte Galilei diesen Brief auch an die Großherzogin Christine. Eine unkorrekte Abschrift dieses Briefes gelangte in die Hände der Inquisition. Als Galileo davon erfuhr, schickte er eine fehlerfreie Abschrift seines Briefes nach Rom und gab in einem Begleitbrief noch einige Erläuterungen dazu, wodurch sich die Sit

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