text.skipToContent text.skipToNavigation

Der Einfluss von Employee Assistance Programmen auf den Präsentismus von Boullay, Felix (eBook)

  • Erschienen: 08.12.2014
  • Verlag: GRIN Verlag
eBook (ePUB)
34,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Einfluss von Employee Assistance Programmen auf den Präsentismus

Masterarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Gesundheitswissenschaften, Note: 1,0, Universität Bielefeld (Fakultät für Gesundheitswissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: Nachdem jahrzehntelang die Arbeitsunfähigkeitsquote als Haupt- und oftmals einziges Merkmal zur Abbildung des Gesundheitszustandes einer Belegschaft betrachtete wurde, findet in modernen Personalabteilungen eine zunehmend differenzierte Betrachtungsweise gesundheitsbezogener Daten statt. Die Gründe hierfür sind vielfältig und gehen vom Ansatz, dass der Mitarbeiter das sorgfältig zu hütende Kapital eines Unternehmens darstellt, bis hin zur bestmöglichen Nutzung des ökonomischen Potentials der Belegschaft. Unter den im Alltag von Unternehmenslenkern bisher zu wenig beachteten Kennzahlen mit Gesundheitsbezug von personalpolitischer Relevanz sticht der Präsentismus hervor. Der Präsentismus, der an dieser Stelle nur grob definiert den krank zur Arbeit gehenden Mitarbeiter repräsentiert, ist ein mittlerweile international gut erforschtes Phänomen, das trotz unterschiedlicher Definitionen über valide Messmethoden abgebildet werden kann. Gerade unter ökonomischen Gesichtspunkten konnte vielfach gezeigt werden, dass sich für Unternehmen an dieser Stelle Einsparpotentiale aufzeigen lassen, die, wären sie bspw. im Bereich der Produktentwicklung offenkundig, zu einer Umsetzung unter Toppriorität führen würde. Warum Unternehmen diese Chancen zumeist ungenutzt lassen, liegt u.a. an der bisher nur selten stattfindenden Auseinandersetzung mit dem Präsentismus im Praxisalltag und der Sensibilisierung und Qualifizierung der entscheidenden Stabsstellen im Unternehmen. Gerade bei solchen innerhalb des BGM eher neu zu bearbeitenden Themengebieten wie dem Präsentismus ist es nicht unüblich, sich zunächst durch externe Dienstleister kompetent unterstützen zu lassen. Die Vorteile für das Unternehmen liegen auf der Hand. Klare Anforderungen an das Handlungsfeld, gute wirtschaftliche Kalkulierbarkeit und unkomplizierte Kündigungsmöglichkeit bei Nichterreichung der versprochenen Ziele seien nur beispielhaft erwähnt. Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine internationale Literaturrecherche, welche den Einfluss einer solchen gesundheitsbezogenen Dienstleistung, speziell den von sogenannten Employee Assistance Programmen, auf den Präsentismus untersucht und die Zweckmäßigkeit für den Einsatz in Unternehmen darlegt.

Produktinformationen

    Größe: 675kBytes
    Reihe (Teil): Akademische Schriftenreihe Bd.V282707
    Herausgeber: GRIN Verlag
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 93
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783656826866
    Erschienen: 08.12.2014
Weiterlesen weniger lesen

Der Einfluss von Employee Assistance Programmen auf den Präsentismus

5 Employee Assistance Programme

5.1 Definition

Ein Employee Assistance Programme , abgekürzt EAP, verfügt über eine breite Palette von Inhalten, Anwendungsbereichen und Chancen für Mitarbeiter und Unternehmer. Umso wichtiger, aber auch schwieriger, ist daher eine Definition zu finden, die allen Aspekten gerecht wird. Die National Business Group on Health bezeichnete ein EAP 2008 als ein Instrument, das es ermöglicht, durch die Bereitstellung von strategischen Analysen, Empfehlungen und Konsultationen innerhalb des Unternehmens dessen Produktivität, Firmenkultur und Geschäftserfolg zu mehren. Diese Verbesserungen werden durch umfassend geschulte Experten erreicht, die es verstehen , menschliche Verhaltensweisen derart zu optimieren, dass sie den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens bestmöglich unterstützen. Dies geschieht in Einklang mit dem Management, den Mitarbeitern, ihren Familien und der Situation am Arbeitsplatz (Rothermel et al. 2008). Die Gesellschaft für Human Resource Management beschreibt ein EAP als ein arbeitsplatzbasiertes Gesundheitsprogramm, welches Mitarbeitern bei der Identifizierung und Bewältigung von Problemen aus verschiedensten privaten oder beruflichen Bereichen behilflich ist, welche die Arbeitsleistung beeinflussen. Der Service wird vom Arbeitgeber bezahlt und beinhaltet neben direkter Betreuung auch Überweisungsmöglichkeiten zu anderen professionellen Beratern, bspw. aus den Bereichen Medizin, Jura und Schuldnerberatung , ebenso wie Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder oder pflegebedürftige Eltern. Üblicherweise werden solche Serviceleistungen auch den Familienangehörigen zugänglich gemacht (Daniel 2009).

5.2 Geschichte des EAP

Die Geschichte des EAP ist eng mit Alkoholkonsumverhalten innerhalb der amerikanischen Gesellschaft verknüpft. Bereits im 18. Jahrhundert war der Genuss von Alkohol am Arbeitsplatz im kolonialisierten Amerika selbstverständlich. Ein zunehmendes Problem entwickelte sich hier jedoch mit dem dramatisch zunehmenden Pro-Kopf-Verbrauch von stark alkoholhaltigen Getränken zwischen 1710 und 1830 um ca. 150% ( Rorabaugh 1979) . Die Ursachen hierfür sind vielfältig, jedoch wurde die bis dato dominierende und recht aufwendige Rumindustrie zunehmend durch Konkurrenz von günstiger produzierenden Whiskey-Destillerien verdrängt, die aufgrund von vermehrter Einwanderung erfahrener Whiskeybrenner aus Schottland und Irland einen mächtigen Entwicklungsschub erfahren hatte. Im Gegensatz zum Weinanbau fanden sich an der Ostküste Amerikas beste Bedingungen für die Produktion der aus Getreide gewonnenen Spirituose. Auch war Hochprozentiges wesentlich ökonomischer an den Kunden zu bringen als bspw. Bier, da sich der Transport von Whiskey auch bereits in kleineren Mengen lohnte, keiner Kühlvorrichtungen bedurfte und der Transport von großen Bierfässern in einem weitverzweigten Land mit schlechter Infrastruktur sehr aufwendig war (Bacon 1967). Durch den starken gesellschaftlichen Einfluss der Abstinenzbewegungen und dem vermehrtem Druck industrialisierter Wirtschaftsbetriebe auf die Arbeitnehmer, die nicht mehr bereit waren , die hohe Anzahl von Arbeitsunfällen unter Alkoholeinfluss zu tolerieren, gelang es , das Problem "Alkohol am Arbeitsplatz" von einer gesamtgesellschaftlichen Problematik auf eine vergleichsweise kleine Gruppe von Arbeitnehmern zu reduzieren (Levine 1978).

Bereits im 19. Jahrhundert gab es einzelne Organisationen, die ihren Mitarbeitern gezielt Hilfe bei Alkohol- oder anderen den Arbeitsplatz beeinträchtigenden Problemen anbieten konnten. Verbreitet war dies im Besonderen bei Einrichtungen der Feuerwehr und der Polizei, die mit betroffenen Mitarbeitern entsprechende Alkohol-Abstinenzvereinbarungen ab

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    Hofer life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier findest Du alle Deine eBooks und viele praktische Lesefunktionen.