text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

"Festgenagelt sein" Der Prozess des Bettlägerigwerdens von Zegelin, Angelika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.05.2015
  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (ePUB)
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

"Festgenagelt sein"

Bettlägerigkeit ist ein häufiger Umstand in Pflegezusammenhängen. Umso erstaunlicher ist es, dass über Bettlägerigkeit kaum etwas bekannt ist: Welche Ursachen gibt es, sind verschiedene Ausprägungen unterscheidbar, wie gehen Betroffene damit um? Ja, selbst der Begriff "Bettlägerigkeit" ist unklar - sind auch die Menschen als bettlägerig zu bezeichnen, die kurzfristig und mit Hilfe aufstehen können? Diese Forschungsarbeit gibt Antworten auf diese Fragen. In einer breiten Literaturrecherche wird deutlich, dass bisher vor allem die pathophysiologischen Auswirkungen von "Bettruhe", einem befristeten Zustand des Liegens, gut untersucht sind. In der vorliegenden Studie wurden 32 liegende Menschen zur Entwicklung ihrer Bettlägerigkeit befragt, die Ergebnisse wurden im Forschungsstil der "Grounded Theory" aufbereitet. Dabei zeigte sich, dass eine Verkettung unglücklicher Umstände schließlich das Dauerliegen herbeiführt. Bettlägerigwerden ist ein Prozess, in dessen Verlauf vor allem das Phänomen der Ortsfixierung in den Vordergrund tritt. Zahlreiche Faktoren, die zum Dauerliegen führen, können beeinflusst werden. Aus den Ergebnissen der Studie lassen sich viele Hinweise entnehmen, um eine unerwünschte Bettlägerigkeit zu vermeiden. "Bettlägerigkeit ist keine medizinische Zwangsläufigkeit. Sie hängt weder mit dem Alter eines Menschen zusammen noch mit der Schwere der Krankheit, an der jemand leidet. Stattdessen ist sie meist eine Verkettung unglücklicher Umstände, die man sehr häufig vermeiden könnte." DER SPIEGEL 52/2004 "Wer immer noch glaubt, dass die Pflegeforschung nichts für die Praxis bringt, der sollte dieses Buch unbedingt kaufen." Prof. Dr. Ruth Schröck Frau Zegelin gelingt mit der sorgfältigen, anregenden Präsentation ihrer Untersuchung ein kleines Kunststück; sie steckt den Leser mit ihrer eigenen Neugier an und bietet der Pflegewissenschaft und der praktischen Pflege zahlreiche Aspekte und Anregungen, eigene Erfahrungen zu reflektieren, um neue Sichtweisen und Möglichkeiten für die eigene Arbeit zu entwickeln. Sabine Kalkhoff in Pflege & Gesellschaft

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 230
    Erscheinungsdatum: 29.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456752600
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Größe: 4798 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

"Festgenagelt sein"

[58] [59] 2. Methodologie

In diesem Kapitel werden die Problemstellung, Ziele und Hauptfragen der Untersuchung zentriert. Daraus begründet sich der Forschungsansatz, der dann in weiteren Abschnitten vorgestellt wird. Feldzugang, Sample und Samplingstrategien, die Phase der Datenerhebung, Vorstellung der Analyseschritte, Gütekriterien und ethische Erwägungen werden thematisiert.

2.1 Problemstellung

Der vorliegende Begründungszusammenhang zeigt, dass bisher vor allem die Folgen des Liegens, und diese überwiegend aus der Perspektive der Pathophysiologie, untersucht wurden. Dabei wurde in der Regel von einer befristeten Zeit der Bettruhe ausgegangen. Bettlägerigkeit als langfristiger Seinszustand und vor allem Ursachen und Entwicklung des Zu-liegen-Kommens von Menschen sind bisher nicht systematisch geklärt. Bettruhe "hat" man, sie ist ein von außen vorgegebener Zustand, bettlägerig "ist" man - wobei eine bestimmte Krankheitsdiagnose wohl nicht "automatisch" zur Bettlägerigkeit führt. Einige Menschen werden (bei vergleichbarem Krankheitsverlauf) frühzeitig bettlägerig, andere überhaupt nicht. Bettlägerigkeit scheint viele Ursachen zu haben. Bettlägerig zu werden mag auch ein soziales Phänomen sein - es hängt möglicherweise von Umfeldbedingungen, biografischen Faktoren und vielem mehr ab. Hierzu bietet die Literaturanalyse keine Erkenntnisse.

2.2 Forschungsziel und Fragestellungen

Das Hauptziel dieser Forschung ist die Erkenntnis über die

- Entstehung von Bettlägerigkeit.

Die Fragestellungen dieser Untersuchung lauten deshalb:

- Auf welche Art und Weise werden Menschen bettlägerig?

- Welche Prozesse führen zur Bettlägerigkeit?

- Lassen sich verschiedene Ursachen und Formen unterscheiden?

[60] Damit verbunden ist die bisher ungelöste Frage, was Bettlägerigkeit überhaupt ausmacht. Sind nur Menschen gemeint, die überhaupt nicht mehr aufstehen können, oder sind auch die Menschen eingeschlossen, die mit Hilfe ein- oder mehrmals täglich das Bett verlassen können?

Weitere Fragen sind:

- Gibt es wiederkehrende Muster, gibt es "Schlüsselmomente", in denen sozusagen eine Weichenstellung erfolgt, gibt es Verschnellerungs- und Verlangsamungspunkte?

- Ist "Bettlägerigwerden" immer mit einer Abwärtsentwicklung verbunden, oder ist die Situation auch umkehrbar?

- Wie gehen die Betroffenen mit der Situation um, und beeinflusst dies die Entwicklung zur Lägerigkeit?

Besonders die letzten Fragen legen nahe zu untersuchen, ob es Analogien zu den Beschreibungen des oben vorgestellten Trajektmodells gibt.

Die Untersuchung soll dem Verständnis für die komplexen Zusammenhänge von Bettlägerigwerden dienen, und eine differenzierte Wahrnehmung von Bettlägerigkeit soll gefördert werden. Dieses Wissen richtet sich in erster Linie an die beruflich Pflegenden, sollte aber nützlich sein für alle anderen Personen, die mit dem Phänomen Bettlägerigkeit zu tun haben. Erhofft wird, dass auf Grundlage dieser Untersuchung pflegerische Strategien entwickelt werden können, um Bettlägerigkeit professioneller zu begegnen. Dies könnte z. B. darin bestehen, dass durch Kenntnis der Zusammenhänge ein frühes und ungewolltes Liegen rechtzeitig verhindert wird oder auch dass ein Rückzug ins Bett als für diesen Menschen wichtige Daseinsform respektiert werden kann. Es wird auch davon ausgegangen, dass diese Arbeit weitere Fragen zum Thema Bettlägerigkeit generiert und eine Grundlage für zahlreiche fortführende Studien in diesem Bereich wird.

2.3 Der qualitative Untersuchungsansatz

Aus den vorliegenden Materialien ist es nicht möglich, Bettlägerigkeit als Phänomen zu erschließen und Erklärungen für die Entstehung abzuleiten. Im Gegensatz zu den Folgen von Bettruhe scheint die Entstehung von Bettlägerigkeit ein weitgeh

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen