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Blickrichtungswechsel Lernen mit und von Menschen mit Demenz von Schröder, Brigitta (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.05.2014
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Blickrichtungswechsel

Menschen mit Demenz zu begleiten ist eine enorme Herausforderung. Kann es dennoch Lichtblicke geben? Dieses Buch motiviert alle Begleitenden, die mit Menschen mit Demenz in Berührung kommen, sich diesen Menschen lernend und wertschätzend mit Phantasie und Kreativität zuzuwenden. Der Autorin gelingt es, die hart betroffenen Angehörigen zu ermutigen, um in belastenden Situationen Lichtblicke und neue Einsichten zu entdecken. Für die Neuauflage wurde das Werk überarbeitet und aktualisiert. 'Brigitta Schröder gibt praktische Ermunterungen. Noch mehr aber regt der Text zum Nachdenken über zentrale Themen des Lebens an.' Dr. Werner Widmer, Neumünster (CH) 'Es sind nicht zuerst oder allein die medizinischpflegerischen Handlungen, sondern es sind die sozialen, einfühlsamen Aspekte, die zählen. ,Jeder Mensch ist wertvoll in seinem Dasein und in jeder Lebensphase? lautet die Devise der Autorin. Ich wünsche diesem Text ,Blickrichtungswechsel viele Leserinnen und Leser.' Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer, Gießen (D) Brigitta Schröder, Krankenschwester und Schweizer Diakonisse, ist Supervisorin DGSv, Lebens- und Trauerbegleiterin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 124
    Erscheinungsdatum: 28.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170257078
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 2010 kBytes
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Blickrichtungswechsel

2. Miteinander auf dem Weg sein

80 % der Menschen mit Demenz leben zu Hause und werden von ihren Angehörigen versorgt. Die Diagnose "Demenz" kann eine Reihe von widersprüchlichen Gefühlen hervorrufen. Auf der einen Seite bewirkt das Untersuchungsergebnis oft einen Schock, gleichzeitig löst es Erleichterung aus, denn viele alltägliche, irritierende Gegebenheiten und Verhaltensweisen, die bislang unverständlich gewesen sind, finden eine Erklärung.

Im häuslichen Bereich ist es sinnvoll, die Umgebung frühzeitig angemessen einzurichten, um Unfälle, Selbst- und Fremdgefährdungen zu vermeiden. Das beginnt mit den einfachen Vorkehrungen, wie Teppiche und Kabel entfernen, um Sturzgefahr zu verhindern, sowie Putzmittel und Medikamente wegzuschließen. Im Baulichen sind Veränderungen vorzunehmen. Das bedeutet Schwellen entfernen, Handgriffe anbringen, Treppenlift oder Scalamobil einsetzen, um Stufen zu überwinden. Weitere Schritte sind Energiezufuhr ausschalten, um Betroffene sowie Fremde nicht zu gefährden und um Brandgefahr zu vermeiden. Auch Elektrogeräte, Bügeleisen, spitze Gegenstände etc. sind zu entfernen. Schränke sind teilweise zu verriegeln. Fenster und Balkontüren sind zu sichern. Dies alles sind Maßnahmen, die mühselig umzusetzen sind, schließlich aber zu Erleichterungen führen, da sie ein konfliktfreieres Zusammenleben schaffen.

Der Alltag ist neu zu planen, zu strukturieren und mit organisatorischen Hilfsmitteln zu versehen. Das können Dokumentationen, eine Aufstellung der Trinkmenge und Kalorienzufuhr, Notizen über die Tagesbefindlichkeit und markante Erlebnisse oder eine "Ideenbörse" zur Förderung von Kreativität und Fantasie sein. Dieses Vorgehen bietet Orientierung und unterstützt das Miteinander.

Malen und Spielen sind oft beglückende Tätigkeiten, die zweckfrei ausgeübt werden sollen, wie auch rhythmische, tänzerische Bewegungen und ritualisierte Spaziergänge. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Bei allen Tätigkeiten sollte man sich auf die Gefühlsebene, die Ebene von Menschen mit Demenz, begeben, fernab von Funktionalität und Konventionen. Die Mitarbeit im Haushalt, die handlungsorientiert ist und keine Ziele beinhaltet, ist oft zeitaufwendig aber dennoch lohnenswert, weil sie gegen die empfundene Sinnlosigkeit des Daseins wirkt. Wer sich Zeit nimmt, gewinnt Zeit. Die Betroffenen werden durch die Beteiligung integriert. Sie haben die Chance, sich in ihrem Sosein zu erproben und zu erleben.

Wichtig für die Begleitenden ist, sich immer wieder vom Betroffenen abzugrenzen und gut für sich selbst zu sorgen, zum Beispiel durch Mittagsruhe oder Lesezeiten. Diese Pausen sind wie Oasen, in denen neue Kraft geschöpft wird.

Bei allen Belastungen ist das Lachen nicht zu vergessen. Lachen entspannt, ist die beste Medizin und sogar kostenlos. Menschen, die wenig zu lachen haben, sollten dies umso mehr tun. Lachen fördert die Lebensenergie, stärkt das Immunsystem sowie das Selbstbewusstsein und verringert Stress. Die Aussage "Nimm das Leben mit Humor, vieles kommt dir leichter vor" ist entlastend. An Stelle von Schuldgefühlen, Korrekturen, Anweisungen oder Niedergeschlagenheit, weil es nicht mehr so ist wie früher, können kreative Ansätze zur Entspannung führen. Das bedeutet, neue ungewohnte Wege des Miteinanders zu suchen und zu finden. Das Lachen ist gesundheitsfördernd, entspannt, regt den Kreislauf an und wirkt wie eine Sauerstoffdusche. Der indische Arzt Dr. Madan Kataria hat das weltweit verbreitete "Lachyoga" entwickelt. Solche Lachübungen schützen vor Energieverlust und Depressionen, sind gesundheitsfördernd und bewahren vor "Ausbrennen".

Hanns Dieter Hüsch schreibt:

"Lachen und Weinen

Halten den Menschen am Leben

Und halten ihn nicht nur am Leben

Sondern bewegen ihn auch

Nicht aufzugeben/s

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