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Ethik in der Pflege Ein Lehrbuch für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lay, Reinhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.05.2014
  • Verlag: Schlütersche
eBook (PDF)
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Ethik in der Pflege

Moralische Konflikte nehmen in der täglichen Pflege immer mehr Raum ein. Wie sollen Pflegende handeln? Welche Qualität von Pflege ist auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu verantworten? Sind Konflikte wegen unverantwortlicher Arbeitsbedingungen bereits vorprogrammiert? Was ist gute Pflege? Die erste Auflage dieses Grundlagenwerks beantwortete diese und mehr Fragen. Jetzt liegt die 2., aktualisierte Fassung vor. Sie ist umfangreicher geworden, bietet aber die gewohnte strukturierte Behandlung und gute Lesbarkeit. Ein Muss für jeden, der in der Pflege und Betreuung arbeitet.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 468
    Erscheinungsdatum: 19.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842683143
    Verlag: Schlütersche
    Serie: Pflege
    Größe: 7097 kBytes
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Ethik in der Pflege

4 Ethik in der Pflege (S. 64-65)

Was ist Ethik in der Pflege? Ich möchte dieser Frage nachgehen und zunächst einige grundsätzliche Feststellungen zur Pflege treffen. So wird die Struktur der Disziplin Pflege nach Weidner vorgestellt, um daraus im Anschluss eine angemessene Struktur einer Bereichsethik der Pflege zu entwickeln.

Die einzelnen Teilbereiche der Ethik in der Pflege werden begründet und mit anderen vorgelegten Definitionen aus der Fachliteratur verglichen. Ich diskutiere die pflegerische Berufsethik und gehe im Speziellen auf die Ethik in der Pflegepraxis als wichtigsten Teilbereich der Ethik in der Pflege ein.

Es folgt die Darstellung, wie sich Pflegeethik entwickelt hat und welche Geltungsbereiche sie derzeit beansprucht. Dabei werden sowohl die Notwendigkeit einer Bereichsethik der Pflege als auch die Autonomie der Akteure in der Pflege hinterfragt. Die Ausarbeitung der Maßstäbe einer Ethik in der Pflege leitet zu einem abschließenden Vergleich der Ethik in der Pflege mit den bereits vorgestellten Bereichsethiken in Medizin und Sozialer Arbeit über.

4.1 Struktur der Disziplin Pflege

Ethik ist keine exakte Wissenschaft wie die Mathematik oder die Physik. Eine gewisse Uneinheitlichkeit und Uneinigkeit in der ethischen Fachdiskussion ist schon deshalb als normal zu bezeichnen, weil sich der Gegenstand der Ethik einem quantifizierenden, empirisch- analytischen Zugang weitgehend verschließt. Ethik ist eine geisteswissenschaftliche Disziplin mit theoretischen und praktischen Anteilen.

Pflege hingegen ist keine Geisteswissenschaft - wiewohl sie entsprechende Anteile besitzt - sondern eine sich verwissenschaftlichende Disziplin, die sich - zumindest in Deutschland - im pflegepraktischen Handlungsfeld teils naturwissenschaftlich, teils sozialwissenschaftlich orientiert, wohingegen sie als Pflegewissenschaft gegenwärtig tendenziell eher sozialwissenschaftlich verortet ist (vgl. Brandenburg, Dorschner 2003). Dabei nutzt sie die Erkenntnisse der etablierten Nachbardisziplinen (z. B. Medizin, Soziale Arbeit, Psychologie, Soziologie, Ethnologie, Pädagogik, Organisations- und Führungswissenschaften, Ökonomie, Recht, Philosophie, Anthropologie, Theologie, Geschichtswissenschaft, Gesundheitswissenschaft u. a.) und baut einen originär pflegerischen, forschungsgestützten Wissenskorpus auf.

Wie ist die Disziplin Pflege aufgebaut? Weidner (2000:12) identifiziert vier Handlungsfelder der Disziplin Pflege:

1. Pflegepraxis
2. Pflegemanagement
3. Pflegepädagogik und
4. Pflegewissenschaft (vgl. Abbildung 5).

Nach Weidner hat jedes dieser vier Handlungsfelder der Disziplin Pflege seinen eigenen Praxis- und Handlungsbegriff , den er wie folgt beschreibt: "Die Pflegekliniker pflegen direkt und organisieren bzw. unterstützen die direkte Pflege von Menschen und ihren Bezugspersonen in stationären und ambulanten Kontexten. (...) Die Pflegepädagogen bilden aus, fort und weiter, sie beraten und leiten an. Die Pflegemanager führen, leiten und managen in unterschiedlichen Einrichtungen und die Pflegewissenschaftler forschen und lehren in der Pflege" (Weidner 2000:12).

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