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Geschichte der Psychiatrie von Brückner, Burkhart (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2010
  • Verlag: Psychiatrie-Verlag
eBook (PDF)
14,99 €
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Geschichte der Psychiatrie

Die "Geschichte der Psychiatrie" von Prof. Dr. Burkhart Brückner füllt eine Lücke: Psychiatriegeschichte gehört zwar zum Lehrstoff fast aller Ausbildungsgänge in Medizin und Sozialarbeit, aber bisher gibt es kein Kompendium zu diesem Thema. Dieser Band aus der Reihe Basiswissen vermittelt einen anschaulichen und spannenden Überblick von den Anfängen bis zur Gegenwart psychiatrischer Arbeit. Es wird das sich wandelnde Verständnis psychischer Erkrankungen und des Umgangs mit diesen Erkrankungen sowie der Umgang mit den von ihnen Betroffenen nachvollziehbar. Außerdem wird auch die Geschichte eines Fachgebiets anschaulich dargestellt, das sich sehr schwer tat, statt der Verwahrung Wege der Behandlung zu suchen. Themen sind u.a. - frühgeschichtlicher Seelenheilkunde - Umgang mit Visionen, Phantasmen und Dämonen - Euthanasie im Dritten Reich - heutige Sozial- und Gemeindepsychiatrie

Prof. Dr. Burkhart Brückner ist Professor für Sozialpsychologie, psychosoziale Prävention und Gesundheitsförderung an der Hochschule Niederrhein, außerdem Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut. Seine Arbeitsgebiete in Forschung und Lehre sind u.a. die Geschichte der Psychiatrie sowie Klinische Sozialpsychologie, Krisenintervention und Suizidprävention und Gesundheit im Alter.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 01.06.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783884147467
    Verlag: Psychiatrie-Verlag
    Größe: 1257 kBytes
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Geschichte der Psychiatrie

Barock und Aufklärung – Tollhäuser und Nervenkranke (S. 54-55)

"Ich denke, also bin ich" – so formulierte der französische Philosoph René Descartes (1596 – 1650) das Prinzip des modernen Bewusstseins. Das cartesische "Ich" kommt im Vollzug der Vernunft, im Prozess des Denkens, Zweifelns und Prüfens zu sich – und nicht mehr durch eingegebene Ideen oder göttliche Lenkung. Gleichzeitig wird das erkennende Subjekt radikal von der körperlichen Welt abgesetzt – das moderne Leib-Seele- Problem entsteht.

Noch im Zeitalter des Barock hatte sich dieser Ausgangspunkt der philosophischen Aufklärung ergeben, die Ende des 17. Jahrhunderts zuerst in Frankreich und England begann und ab Mitte des 18. Jahrhunderts auch in Deutschland zu weit reichenden kulturellen, politischen und wissenschaftlichen Veränderungen führte. Isaac Newton (1643 – 1727) begründete ein umfassendes naturwissenschaftliches Weltbild.

Mit dem "Kompass der Mathematik" und der "Fackel der Erfahrung", wie Voltaire es Mitte des 18. Jahrhunderts ausdrückte, erschien die "große Kette des Seins" als ein rational durchschaubarer und katalogisierbarer Mechanismus. Immanuel Kant (1724 – 1804) formulierte schließlich acht Jahre nach der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung (1776) und fünf Jahre vor der Französischen Revolution (1789) das Leitbild: "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit" (Kant 1784, S. 481).

Der Fortschrittsgedanke beeinflusste auch die Lehre und Behandlung seelischer Leiden. Ihre Formen wurden in zahlreichen, der Botanik ähnlichen Klassifikationssystemen gesammelt. Zudem entstanden in ganz Europa zahlreiche, auf behördliche oder private Initiative gegründete Einrichtungen, in denen man Wahnsinnige behandelte und in denen sie gemeinsam mit sozial Verelendeten oder Kriminellen festgehalten wurden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Idee, eine Teil - gruppe der Insassen könnte zur Vernunft zurückgeführt werden. Mit dieser Idee der Heil barkeit bestimmter Arten des Wahnsinns entstand um 1800 die moderne, klinische Psychiatrie.

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