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Gewalt in der Pflege Wie es dazu kommt. Wie man sie erkennt. Was wir dagegen tun können von Osterbrink, Jürgen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2015
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Gewalt in der Pflege

Fälle von Gewalt in der Pflege bis hin zur Tötung von Patienten haben in letzter Zeit immer wieder die Öffentlichkeit erschüttert. Ans Tageslicht kommen jedoch oft nur die extremsten Ereignisse, denen wir meist mit Entsetzen und schnellen Schuldzuweisungen begegnen. Der international renommierte Pflegewissenschaftler Jürgen Osterbrink und die Juristin Franziska Andratsch wollen mit diesem Buch helfen, das Schweigen zu durchbrechen. Vor dem Hintergrund zahlreicher Fallbeispiele erklären sie, wie es zu Übergriffen in Pflegeheimen und Krankenhäusern kommt, welche Frühwarnsignale wir kennen müssen und welche Maßnahmen wir gegen die Gewalt ergreifen können. Darüber hinaus diskutieren sie, ob nicht auch die Ökonomisierung des Gesundheitswesens einem zynischen Umgang mit Patienten Vorschub leistet, der die Entstehung von Gewalt begünstigt. Jürgen Osterbrink, geb. 1961, ist Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft und -praxis an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg sowie Professor für Pflegewissenschaft an der University of North Florida, Jacksonville (USA). Franziska Andratsch, geb. 1984, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Pflegewissenschaft und -praxis an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. Sie absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften am Juridicum - Rechtswissenschaftliche Fakultät in Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 241
    Erscheinungsdatum: 10.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406681691
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 2532 kBytes
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Gewalt in der Pflege

Einleitung

Gewalt ist allgegenwärtig. In ihren vielschichtigen und komplexen Erscheinungsformen betrifft sie sämtliche Lebensbereiche. Jeder von uns wird mit ihr konfrontiert, sei es durch die mediale Kommunikation oder durch eigene Erfahrungen und Beobachtungen im beruflichen wie auch im privaten Alltag. Längst hat Gewalt auch Einzug in die pflegerische Versorgung genommen. Fälle von Gewaltanwendungen innerhalb der Pflegebeziehung bis hin zur Tötung von Patienten bzw. pflegebedürftigen Menschen durch Angehörige der Gesundheitsfachberufe haben in den letzten Jahren wiederholt Schlagzeilen gemacht und die Öffentlichkeit erschüttert. Ans Tageslicht kommen vielfach nur die extremsten Fälle, denen mit Entsetzen, Unverständnis und vorschnellen Schuldzuweisungen begegnet wird. Eine ernsthafte Auseinandersetzung, warum es zu diesen Überschreitungen und Vorfällen gekommen ist, eine genaue Analyse, in welcher Lage sich Täter und Opfer befunden haben und welche verantwortlichen Ursachen es für diese Ereignisse gibt, fehlt meistens. Zu schnell wird in den betroffenen Einrichtungen zur Tagesordnung übergegangen. Das betrifft auch die nicht weniger wichtige Frage nach den Konsequenzen bzw. den Lehren, die aus erlebten Gewaltsituationen gezogen werden können.[ 1 ]

Wir wollen mit diesem Buch das Bewusstsein für Gewalthandlungen in der Pflege schärfen und die Mauer des Schweigens um das tabuisierte Thema "Gewalt in der Pflege" durchbrechen. Wir sind überzeugt: Nur durch eine möglichst frühe Wahrnehmung und das Erkennen erster Anzeichen von Fehlverhalten innerhalb der pflegerischen Beziehung lässt sich der Gewalt präventiv entgegenwirken.

Aufgrund der enormen Komplexität, die das Thema der Gewalt in der pflegerischen Versorgung mit sich bringt, haben wir uns auf die Behandlung ausgewählter Themenkomplexe beschränkt. Unser Interesse gilt ausschließlich den Gewalthandlungen, die von Gesundheits- und Krankenpflegepersonen ausgehen und pflegebedürftige, alte Personen treffen, sowohl im Zuge der Langzeitpflege als auch der Akutversorgung in den Krankenhäusern. In unserer Betrachtung wird somit lediglich der intramurale Bereich abgedeckt. Den umgekehrten Fall, den es auch gibt, nämlich Übergriffe pflegebedürftiger Menschen gegenüber den beruflich Pflegenden, lassen wir außer Acht. Das betrifft auch die Gewalt innerhalb der familiären Pflege.

Es geht uns in diesem Buch weder darum, Anklage zu erheben, noch die in der Pflege tätigen Personen mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen zu konfrontieren. Wir wollen nicht pauschalieren oder gar behaupten, alle Pflegenden seien gewalttätig; dies wäre in der Tat eine höchst unqualifizierte und auch falsche Behauptung. Es ist nicht unsere Absicht, mit unseren Zeilen Unmut hervorzurufen oder jemanden vor den Kopf zu stoßen. Im Gegenteil, das persönliche Engagement, der enorme Einsatz und die unermüdliche Geduld der meisten Pflegenden im Umgang mit den ihnen anvertrauten Personen schätzen wir sehr. Für diese schwere, vielfach energieraubende Arbeit möchten wir unsere Anerkennung klar zum Ausdruck bringen.

Ziel des Buches ist es vielmehr herauszuarbeiten, welche Ursachen für Gewaltanwendungen in der Pflege verantwortlich sind und wie gute und professionelle Pflege der Entstehung von Gewalt rechtzeitig entgegenwirken kann. Wir fragen uns, welcher Veränderungen es bedarf, um die beschriebene Problematik einzudämmen und gleichzeitig den jüngsten Entwicklungen im Pflegebereich hinreichend Rechnung zu tragen. Die aktuellen Maßnahmen des österreichischen Sozialministeriums und etwa die Installierung eines "Pflegenotrufs" im Bundesland Brandenburg belegen die Brisanz des Themas. Die Frage, wie die weitere Versorgung bei schwindenden Ressourcen gewährleistet werden kann, hat uns ebenfalls beschäftigt. Darüber hinaus ist ein wichtiger Aspekt, inwieweit sich die Pflegeausbildung im Hinblick auf die Gewaltproblematik positiv beeinflussen lässt. Die Qualität

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