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Kinästhetik in der Intensivpflege Frühmobilisation von schwerstkranken Patienten von Bauder-Mißbach, Heidi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.12.2010
  • Verlag: Schlütersche
eBook (PDF)
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Kinästhetik in der Intensivpflege

PEP - Pflegekompetenz Ethik Persönlichkeit (Januar 2001)

"Mit dem vorliegendem Buch ist es gelungen, ein unglaublich informatives und interessantes Werk über das Thema Kinästhetik auf den Markt zu bringen. Beim Studium der einzelnen Kapitel wird deutlich, wie hochkomplex und facettenreich sich diese Methode darstellt."

Das Prinzip der Kinästhetik hat sich in der Pflege in den vergangenen Jahren immer weiter verbreitet. Es war bereits Gegenstand intensiver pflegewissenschaftlicher Forschungen und für viele Pflegekräfte ist die kinästhetische Bewegungslehre aus dem beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken.

Heidi Bauder Mißbach hat mit diesem Buch ein Standardwerk geschaffen, das vielen Pflegekräften in der Intensivmedizin zum ersten Mal zeigte, was mit der Kinästhetik möglich ist: Patienten werden schneller und schonender mobilisiert, die körperliche Belastung für die Pflegekräfte wird geringer.

Dieses Buch, das Anwender, Trainer, Lehrer und Mentoren von Kinästhetik in ihrem persönlichen Lernprozess unterstützt, wurde für die zweite Auflage überarbeitet und aktualisiert. Auch die Neuauflage ist praxisnah und leicht verständlich. Mit vielen Anleitungen, Ideen und Hilfestellungen ist dieses Buch unverzichtbar für jede Pflegekraft, die die Prinzipien der Kinästhetik in der Intensivpflege einsetzt und weiterentwickeln möchte.

Die Autorin

Heidi Bauder Mißbach ist Krankenschwester und Inhaberin der Viv-Arte® Kinästhetik Bewegungsschule. Sie lehrt seit 1990 Kinästhetik für Pflegende, Therapeuten und pflegende Angehörige in Europa und Japan in Form von Grundlagenseminaren sowie Aus- und Fortbildungen für Kinästhetik-Trainer und -Bewegungslehrer.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 06.12.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842680814
    Verlag: Schlütersche
    Serie: Pflege
    Größe: 1732kBytes
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Kinästhetik in der Intensivpflege

6 Kinästhetik für die Intensivpatienten (S. 50-51)

6.1 Allgemeines

Der beatmete Intensivpatient ist in der Frühphase nicht fähig, Körperbewegung selbst kontrolliert durchzuführen. Kompetente Bewegungsunterstützung zählt auf der Intensivstation deshalb zu den wichtigsten Grundpflegemaßnahmen, weil sie die Gesundheitsentwicklung auf allen Ebenen unterstützt und die Rehabilitation frühzeitig einleitet.

Bewegung ist die Basis für alle Körperfunktionen wie:

- Vital- und Organfunktion;
- Tägliche Aktivitäten;
- Sinneswahrnehmung,Bewusstsein, Orientierung.

Frühmobilisation beugt Sekundärerkrankungen vor und beschleunigt den Heilungsprozess. Damit verkürzt sich für die Patienten die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation. Aus diesen Gründen wird die Frühmobilisation von beatmeten Intensivpatienten in den letzten Jahren von ärztlicher Seite immer stärker gefordert.

6.1.1 Kinästhetik reduziert die Belastung

Für die Pflegenden ist die Frühmobilisation von nur begrenzt ansprechbaren Patienten mit wenig Bewegungskontrolle eine große, körperliche und psychische Belastung. Dies kann zu gesundheitlichen Problemen bei den Pflegenden sowie zu Schmerzen und hohen Kreislaufbelastungen bei den Patienten führen.

Die Mobilisation nach kinästhetischen Gesichtspunkten bietet die Möglichkeit, die Belastungen für alle Beteiligten zu reduzieren. Sie geschieht beim Lagewechsel, bei der Körperpflege und bei der Durchführung sämtlicher Prophylaxen. Die kinästhetische Mobilisation wirkt sich positiv auf die Gesunderhaltung des Körpers, die Bewegungskoordination und die zwischenmenschliche Beziehung aus.

6.1.2 Die Wirkung auf die Gesundheitsentwicklung

Die Kinästhetische Mobilisation beruht auf dem Prinzip, dass die drei Systeme Bewegungsapparat, Organbewegung und Sensorik einander direkt über Bewegungsrückkopplung folgen. Intensivpflegende haben bei der Anwendung von Kinästhetik immer wieder bemerkt, dass sich unter der Mobilisation der Kreislauf, die Atmung, die Verdauung, die Ausscheidung sowie der Wachheitszustand des Patienten verbessern können. Am Kantonsspital in Baden wurde bei der Kontrolle der klinischen Stressparameter festgestellt, dass, bei insgesamt 86 ausgewerteten Messungen (vor, während und nach der kinästhetischen Mobilisation) nur vereinzelt Überschreitungen der im Standart festgelegten Grenzwerte auftraten. Demgegenüber konnten immer wieder (nicht orthostasebedingte) Unterschreitungen der Basiswerte beobachtet werden.

Möglicherweise ist dies sogar auf eine relaxierende Wirkung einer sorgfältigen Mobilisation zurückzuführen. (vergl. Seite 159) Auch die Patienten haben uns wiederholt bestätigt, dass eine angepasste kinästhetische Fortbewegung ihren Bewegungsapparat fit hält, ihre Atmung, ihre Verdauung und ihre Ausscheidung anregt, ihre Körperwahrnehmung verbessert und sie sich fähiger und gesünder fühlen.

6.1.3 Die Wirkung von Heben und Tragen auf Körpergefühl und Selbstbild

Die Erleichterung für die Pflegenden durch das Vermeiden von Heben und Tragen ist zwar bedeutungsvoll, kann aber nicht das einzige Thema für Kinästhetik in der Intensivpflege sein. Die Schonung des Patienten und die gesundheitsunterstützende Wirkung sollten immer im Vordergrund stehen. Führen Sie die nachfolgende Erfahrung mit Kollegen durch, um sich die Wirkung von Heben und Tragen auf einen Intensivpatienten deutlich zu machen.

Erfahrung:

Sie brauchen für die Erfahrung zwei Kollegen, die bereit sind, Sie von einem Stuhl zu einem anderen zu tragen.

- Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl und lehnen Sie sich zurück.
- Schließen Sie die Augen.
- Stellen Sie sich die monotonen Geräusche der Apparate vor, die Sie in pflegerischen Ruhepausen als beatmeter Patient hören können.
- Bleiben Sie so vier Minuten lang ruhig sitzen.
- Versuche

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