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Niedrigschwellige Betreuung von Demenzkranken Grundlagen und Unterrichtsmaterialien

  • Erscheinungsdatum: 30.07.2009
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
34,99 €
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Niedrigschwellige Betreuung von Demenzkranken

Die wachsende Zahl Demenzkranker stellt eine große Herausforderung für die Gesellschaft dar. Der Wunsch vieler Betroffener, in ihrer häuslichen Umgebung zu verbleiben, kann oft durch eine Unterstützung der Angehörigen realisiert werden. Positiv wirkt sich dabei die deutsche Gesetzgebung aus, die eine Vergütung von 'niedrigschwelligen Betreuungsleistungen' erlaubt. Die Beiträge im ersten Teil des Bandes stellen die Grundlagen freiwilligen, bürgerschaftlichen Engagements dar, schildern die gesellschaftlichen Herausforderungen durch Demenzkrankheiten und diskutieren die Situation pflegender Angehöriger sowie die bisherigen Erfahrungen mit der Schulung von Angehörigen und ehrenamtlichen Helfern. Ein Schulungsprogramm, das die wichtigsten Inhalte für den (ehrenamtlichen) Umgang mit demenzkranken Menschen vermittelt und eine solide Grundlage für den Aufbau von Betreuungsangeboten darstellt, bildet den zweiten Teil des Buches. Die beiliegende CD-ROM enthält neben dem Schulungsprogramm auch Handreichungen und Unterlagen für Schulungsteilnehmer. Der Inhalt, des Zusatzmaterials (CD-ROM) aus der Printausgabe finden Sie zum Download bei den elektronischen Produkten auf der Verlagshomepage. Prof. Dr. med. Gabriela Stoppe ist Leitende Ärztin an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. Dr. med. Gerthild Stiens ist Leiterin des Gerontopsychiatrischen Zentrums an den Rheinischen Kliniken Bonn.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 178
    Erscheinungsdatum: 30.07.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170266407
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 8838 kBytes
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Niedrigschwellige Betreuung von Demenzkranken

1 Herausforderung durch die Demenzkrankheiten: Epidemiologische Versorgungssituation, psychosoziale und ökonomische Folgen

Siegfried Weyerer und Martina Schäufele
1.1 Einleitung

Demenz ist eine der häufigsten und folgenreichsten psychiatrischen Erkrankungen im höheren Alter. Mit Demenz wird ein fortschreitender Verlust an Gedächtnisleistungen und kognitiven Funktionen bezeichnet, der meist nach mehrjährigem Verlauf in geistigen Verfall mit Verlust der Sprachfähigkeit übergeht und schließlich zur völligen Pflegebedürftigkeit und zum Tode führt. Neben den kognitiven Störungen treten bei Demenzkranken häufig auch andere psychische Auffälligkeiten auf, wie Depressionen, Schlafstörungen, Unruhe, Angst, paranoid-halluzinatorische Syndrome und Aggressionen. Diese sogenannten nicht kognitiven Symptome der Demenz führen neben einer Verschlechterung der Lebensqualität des Kranken zu erheblichen Belastungen für die Betreuenden. Sie sind nicht nur Folge degenerativer Prozesse im Gehirn, sondern auch Ausdruck ihres engen Wechselspiels mit psychosozialen Einflüssen, der Persönlichkeit und den noch vorhandenen Konfliktbewältigungsstrategien. Der Oberbegriff Demenz umfasst eine Reihe von Krankheitsbildern mit unterschiedlicher Ursache. Eine umfassende Feldstudie in Rotterdam, in der neuere Diagnosekriterien angewendet wurden, ergab Folgendes: Auf Alzheimer-Demenzen entfielen 72 %, auf vaskuläre Demenzen 16 %, auf Parkinson-Demenzen 6 % und auf sonstige Demenzformen 5 % der Fälle (Ott et al. 1995).

In dieser Arbeit berichten wir über die Epidemiologie demenzieller Erkrankungen in der Bevölkerung, die ärztliche Inanspruchnahme demenzkranker Menschen und die Versorgung in Einrichtungen der ambulanten, teilstationären und stationären Altenhilfe. Des Weiteren gehen wir auf die Folgen demenzieller Erkrankungen ein: Unzureichende Krankheitseinsicht, Sturzhäufigkeit, erhöhtes Mortalitätsrisiko, Verlust der Selbstständigkeit, Belastung von Pflegepersonen sowie direkte und indirekte Kosten dieser Erkrankung.
1.2 Epidemiologie demenzieller Erkrankungen in der Bevölkerung

1.2.1 Prävalenz

Unter Prävalenz versteht man die Gesamtzahl aller Krankheitsfälle, die in einer definierten Population zu einem bestimmten Zeitpunkt oder während einer Zeitperiode auftreten. Überträgt man die Demenzraten für über 65-Jährige, die im Rahmen verschiedener Meta-Analysen berichtet wurden, auf die Altenbevölkerung Deutschlands am Ende des Jahres 2002, so ergibt sich eine Gesamtprävalenzrate zwischen 6,5 und 7,3 % für einen bestimmten Zeitpunkt. Legt man diese Werte zugrunde, so ist - bei einer Schwankungsbreite zwischen 900.000 und 1,2 Millionen - mit einem durchschnittlichen Krankenbestand von etwa einer Million Demenzkranken im Alter von über 65 Jahren zu rechnen (Tab. 1.1). Durchschnittlich stehen die leichten, mittelschweren und schweren Erkrankungsstadien in einem Verhältnis von ungefähr 3 : 4 : 3 zueinander (Weyerer und Bickel 2007).

Tab. 1.1: Mittlere Prävalenz und Inzidenz der Demenzkranken in Deutschland nach der Altersstruktur Ende des Jahres 2002 (Quelle: Weyerer und Bickel 2007)

Altersgruppe

Mittlere Prävalenzrate (%)

Geschätzte Krankenzahl in Deutschland

Jährliche Inzidenzrate (%)

Geschätzte Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland

65-69

1,2

55.700

0,42

19.200

70-74

2,8

100.200

0,88

30.600

75-79

5,8

165.700

1,85

49.800
/t

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