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Pflegende Angehörige stärken Information, Schulung und Beratung als Aufgaben der professionellen Pflege von Büker, Christa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2015
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Pflegende Angehörige stärken

Tagtäglich kümmern sich zahlreiche Angehörige zuhause um hilfe- und pflegebedürftige Familienmitglieder. Die Versorgung eines Pflegebedürftigen ist häufig mit hohen Anforderungen und vielfältigen Belastungen verbunden. Die Leistung pflegender Angehöriger findet jedoch kaum angemessene Würdigung, und nur selten erfahren Angehörige Unterstützung. Zum Erhalt der Pflegebereitschaft und zur Förderung der Pflegekompetenz benötigen pflegende Angehörige eine stärkere Beachtung ihrer Bedürfnisse und zielgerichtete Unterstützungsmaßnahmen. Eine zentrale Rolle kommt dabei der professionellen Pflege zu. Das Buch stellt dar, wie Pflegefachkräfte durch Information, Einzel- und Gruppenschulung sowie Beratung pflegende Angehörige wirksam unterstützen können.

Prof. Dr. Christa Büker ist Gesundheitswissenschaftlerin (MPH), Dipl.-Pflegemanagerin, Krankenschwester. Sie arbeitet als Professorin für Pflegewissenschaft an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 156
    Erscheinungsdatum: 25.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170261235
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3269 kBytes
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Pflegende Angehörige stärken

1 Situation pflegender Angehöriger

Zum besseren Verständnis der Bedarfs- und Problemlagen pflegender Angehöriger soll in diesem ersten Kapitel ein kurzer Einblick in ihre Lebens- und Belastungssituation gegeben werden. Zugleich wird aufgezeigt, in welchen Bereichen Angehörige am dringendsten einer Unterstützung bedürfen.

"Angehörige" und "Familie" - begriffliche Klärung

Zuvor gilt es noch, zu klären, wer nachfolgend gemeint ist, wenn von "Angehörigen" gesprochen wird. In diesem Buch wird nicht generell ein enges Verwandtschaftsverhältnis zwischen einer pflegebedürftigen Person und den Personen, die sich um sie kümmern, vorausgesetzt. Hilfeleistungen erfolgen in zunehmendem Maße auch durch Wahlverwandte, Lebenspartner, Freunde, Nachbarn und andere nahe Bezugspersonen aus dem privaten Umfeld. Demzufolge schließt der Terminus "Angehörige" alle Personen ein, die sich einem Pflegebedürftigen verbunden fühlen und vor diesem Hintergrund Hilfe, Pflege und Betreuung leisten. Ebenso ist der Begriff der "Familie" zu betrachten, entsprechend der Definition von Friedemann/Köhlen (2010, S. 37), nach der die Familie einer bestimmten Person aus all jenen Mitmenschen besteht, mit denen sich die Person verbunden fühlt und Kontakt pflegt. Auch hier ist nicht unbedingt die unmittelbare verwandtschaftliche Beziehung ausschlaggebend für das Zusammengehörigkeitsgefühl von mehreren Personen als Familie.
1.1 Pflege in der Familie

Pflegebedürftige Menschen in Deutschland

In Deutschland gelten 2,5 Millionen Menschen als pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (Statistisches Bundesamt 2013). Seit 1999 ist aufgrund der demografischen Entwicklung ihre Zahl um rund 500.000 Personen angestiegen und die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass sich die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren weiter erhöht. Der weitaus größte Teil der Pflegebedürftigen sind ältere Menschen: 83 % von ihnen sind 65 Jahre und älter, 36 % sind 85 Jahre und älter. In der Gruppe der ab 90-Jährigen sind zwei Drittel der Frauen und ein Drittel der Männer pflegebedürftig (ebd.). Daran wird sichtbar, dass mit zunehmendem Alter das Risiko, pflegebedürftig zu werden, steigt.

Pflege zu Hause und im Heim

Mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen (70 % bzw. 1,76 Millionen) werden zu Hause versorgt; ca. 740.000 Personen leben im Alter in Heimen. Von den häuslich Versorgten erhalten wiederum mehr als eine Million ausschließlich Pflegegeld, d. h. sie werden in der Regel allein durch Angehörige oder sonstige Pflegepersonen versorgt und betreut. Knapp 580.000 Pflegebedürftige werden durch ambulante Pflegedienste unterstützt, aber auch hier ist es in vielen Fällen die Familie, die den Großteil der Versorgung leistet.

Hervorgerufen wird die Pflegebedürftigkeit oftmals durch chronischdegenerative Erkrankungen; viele der Betroffenen sind mehrfach erkrankt (Multimorbidität). Langjährige Krankheitsverläufe sind keine Seltenheit, mit entsprechenden Konsequenzen für die Versorgungsgestaltung und das Leben der gesamten Familie (Schaeffer 2006). Der Hilfebedarf gestaltet sich häufig sehr umfangreich und umfasst die Hilfe bei der Haushaltsführung, körperbezogene Unterstützung und spezielle pflegerische Maßnahmen, Begleitung zu Arztbesuchen, Ermöglichung sozialer Kontakte, emotionale Unterstützung sowie - im Falle kognitiver Beeinträchtigung - eine mitunter permanente Beaufsichtigung.

Stabilität häuslicher Pflegearrangements

Die Pflegebereitschaft von Familien zeigt sich seit etlichen Jahren ungebrochen hoch. Betrachtet man Tabelle 1, wird ein eindeutiger Trend zur professionellen Pflege in Pflegeheimen oder durch ambulante Pflegedienste nicht erkennbar:

Tab. 1: Pflegebedürftigkeit und

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