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Praxishandbuch person-zentrierte Pflege von Sanderson, Helen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.04.2015
  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (ePUB)
26,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Praxishandbuch person-zentrierte Pflege

Personalisierung beruht auf personzentrierter Pflege und konzentriert sich auf die Frage, wie man Menschen mit Demenz in Dingen, die ihr Leben betreffen, mehr Wahl- und Entscheidungsfreiheit einräumen kann, und welche Unterstützung sie benötigen, um Teil ihrer Gemeinschaften bleiben zu können. Dieses Handbuch erläutert, wie Menschen mit Demenz durch einfache, evidenzbasierte personzentrierte Praktiken individuell betreut und unterstützt werden. Die Autorinnen stellen mit klaren Worten dar, was Personalisierung ist, was man heute unter personzentriertem Denken versteht und wie personzentrierte Praxis aussieht, wobei sie anhand vieler lebendiger Beispiele zeigen, wie Personalisierung im ambulanten Setting sowie in der stationären Versorgung bereits erbracht wurde. Sie helfen der Leserschaft, sich diverse personzentrierte Praktiken anzueignen. Ferner beschreiben sie Strategien zur Bildung harmonisierender Teams aus der Person mit Demenz, ihren Pflegekräften und den Ehrenamtlichen. Im letzten Kapitel wird ein fotokopierbares Assessmentinstrument für Pflegeheime vorgestellt, das ihnen hilft, ihre Fortschritte bei der personalisierten Unterstützung von Menschen mit Demenz zu erkennen und ihr Angebot zu verbessern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 249
    Erscheinungsdatum: 23.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456755144
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Größe: 27688 kBytes
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Praxishandbuch person-zentrierte Pflege

1. Über dieses Buch

Und Arthur

Wir haben hier in Bruce Lodge vor einem Jahr begonnen, mit Kurzporträts zu arbeiten. Dieser Ansatz hat die Arbeit des Pflegepersonals und das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner wirklich verändert. Ich war überrascht vom Umfang der Verbesserungen, die wir bewirken konnten. Unsere bislang sehr aufgabenfokussierte Pflegekultur hat sich gewandelt: Jetzt denken wir zuerst an die Menschen, wir überlegen, was ihnen wichtig ist und wie genau sie unterstützt werden möchten.

Lisa Martin, Managerin von Bruce Lodge, Borough Care

Ich kann es kaum glauben: Wir saßen beisammen und redeten über mich und über Dinge, die mir wichtig sind. Wo ich doch schon dachte, sie wären weg für immer.

Mary Stuart, Bewohnerin von Bruce Lodge

Arthurs Geschichte

Arthur ist ein liebenswürdiger, 86-jähriger Herr, der als "gutherzig und hilfsbereit, echtes Original und richtiger Gentleman" beschrieben wird. Er leidet an einer Demenz, die bereits früh eingesetzt hat. Er lebt seit 35 Jahren in seiner innerstädtischen Eigentumswohnung. Seine Frau Margret ist vor 20 Jahren gestorben; er hält ihren Ehering in Ehren und trägt ihn am kleinen Finger. Arthur unterhält sich gerne mit Leuten und ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Manchmal redet er über seine Zeit als Panzerfahrer im Krieg, aber nur, wenn er in der richtigen Stimmung ist. Er spricht auch gerne über Boxer, die vor Jahrzehnten aktiv gewesen sind.

Arthur wird von der örtlichen Sozialstation unterstützt. Marie, die für ihn zuständige Pflegekraft, ist besorgt und fragt sich, ob er nicht besser stationär betreut werden sollte. Weil ihn der Gedanke, "in ein Heim gesteckt" zu werden, in Angst und Schrecken versetzt, bat Marie ihre auf person-zentrierte Praktiken spezialisierte Kollegin Gill Bailey um Hilfe. Gill kam zu Besuch, unterhielt sich eine Stunde lang mit Arthur, fragte ihn nach seiner Vergangenheit, erkundigte sich, was für ihn zu einem guten Tag gehört und was einen schlechten Tag ausmacht, wie er unterstützt werden möchte und welche Abläufe ihm am liebsten sind. Aus all diesen Informationen erstellte Gill dann ein Kurzporträt. Anschließend trafen sich Gill, Arthurs Neffe Stephen und seine Frau Sally sowie die Leiterin der Sozialstation und eine Pflegekraft mit Arthur. Sie befassten sich gemeinsam mit dem Kurzporträt und sprachen jeweils aus der eigenen Perspektive über die positiven und negativen Aspekte im Leben von Arthur.

In Arthurs Augen bestand der Höhepunkt der Woche aus dem Besuch von Stephen, Sally und ihren drei Kindern am Freitagabend. Er hatte diese Kinder wirklich sehr gern. Stephen rief ihn außerdem täglich um 17 Uhr an. Arthur war mit diesen beiden Vereinbarungen recht zufrieden. Außerdem sei ihm wichtig, mit jemandem reden zu können, besonders bei den Mahlzeiten. Seine Pflegekräfte bereiteten ihm das Essen zu und servierten es, hatten dann aber keine Zeit mehr, sich zu ihm an den Tisch zu setzen und ein wenig zu plaudern. Die Gerichte sollen richtig heiß auf den Teller kommen, auch das war ihm wichtig. Wenn ihm das Abendessen lauwarm vorgesetzt wurde und er mittags nur ein Sandwich bekam, war er unzufrieden. Dann warf er das ganze Essen einfach in den Garten hinter dem Haus. Das ärgerte die Nachbarschaft und zog Ratten an. Außerdem, sagte Arthur, habe er es "gründlich satt", immer wieder aufgefordert zu werden, seine wollene Bommelmütze abzusetzen.

Aus Sicht der Pflegekräfte war problematisch, dass Arthur manchmal mit seinem Stock nach ihnen schlug, wenn sie morgens zum Wecken kamen. Er ist sehr kurzsichtig und glaubt dann an Einbrecher. Wegen seines schlechten Sehvermögens heißt gute Unterstützung, ihn zum Wecken von der Tür aus anzusprechen, keinesfalls jedoch an ihn heranzutreten und aus dem Schlaf zu schütteln. Die Pflegekräfte waren außerdem besorgt, weil er manchmal spät abends aus dem Haus ging und sich in Gefahr brachte. Sie sagte

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