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Risikomanagement für die Pflege Ein praktischer Leitfaden von Kahla-Witzsch, Heike-Anette (eBook)

  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
34,99 €
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Risikomanagement für die Pflege

Das Gesundheitswesen ist ein komplexer Raum mit vielschichtigen Leistungsprozessen, multiplen Leistungs-erbringern, diffizilen Behandlungsverläufen, mündigen Leistungsempfängern und anspruchsvollen Rahmenbedingungen. Die Systeme und Abläufe bergen für Patienten und Bewohner sowie alle an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen Risiken und Herausforderungen. Gerade dem Pflegedienst als größter Berufsgruppe kommt bei der Behandlung und Betreuung von Patienten und Bewohnern eine bedeutende Rolle zu. So führt die Pflege fachlich autonome und technisch anspruchsvolle Tätigkeiten durch, die einen wichtigen Einfluss auf die Versorgungsqualität haben. Dieses Buch richtet sich deshalb an die Mitarbeiter/innen der Pflege und stellt neben gesetzlichen und behördlichen Vorgaben die theoretischen Grundlagen und Werkzeuge zur Etablierung eines Risikomanagementsystems vor. Anhand praktischer Beispiele zu pflegerelevanten Themen wird der Transfer in den Pflegealltag erleichtert. In dieser Auflage wurden die Inhalte aktualisiert sowie Aspekte wie interdisziplinäre Kommunikation und Patientenidentifikation hinzugefügt. Dr. med. Heike A. Kahla-Witzsch, MBA, ist Fachärztin für Urologie und für Ärztliches Qualitätsmanagement sowie Risikomanagerin. Olga Platzer ist Krankenschwester, Diplom-Pflegewirtin (FH), Qualitätsbeauftragte und interne Auditorin sowie zertifizierte klinische Risikomanagerin nach ONR.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 243
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170319851
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 5427 kBytes
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Risikomanagement für die Pflege

Vorwort zur 2. Auflage


Errare humanum est.

Irren ist menschlich.

(Seneca, 4 v. Chr. - 65 n. Chr.)

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der ersten Auflage war dieses Buch das erste Risikomanagementbuch, welches sich speziell an die Pflege richtete. Seitdem gab es viele Veränderungen, Weiterentwicklungen und neue Erkenntnisse auf dem Gebiet des Risikomanagements und der Patientensicherheit, sodass eine grundlegende Überarbeitung erforderlich wurde.

Wo immer Menschen tätig werden, kommt es zu Irrtümern aus Unwissenheit, mangelnder Sorgfalt oder Selbstüberschätzung. Seit das Institute of Medicine im Jahr 1999 seinen Report "To Err is Human - Irren ist menschlich" veröffentlichte, wurde dem Thema Risikomanagement im Gesundheitswesen und Patientensicherheit weltweit und auch in Deutschland zunehmende Aufmerksamkeit zuteil.

Handeln tut Not, da davon auszugehen ist, dass zwischen 5 und 10% der in deutschen Krankenhäusern behandelten Patienten 1 ein unerwünschtes Ereignis erleiden (Aktionsbündnis Patientensicherheit 2006, S. 3), ebenso zeigt eine Veröffentlichung aus den USA (Makary 2016, S. 353), basierend auf Daten aus dem Jahr 2013, dass dort der medizinische Fehler auf Platz 3 der Todesursachenstatistik, nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, rangiert. 14 Jahre nach der Veröffentlichung von "To Err is Human" und zahlreichen Initiativen und Anstrengungen zur Erhöhung der Patientensicherheit ist dies ein ernüchterndes Ergebnis.

Im Jahr 2013 trat das "Patientenrechtegesetz" (Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten) in Kraft, in welchem dem Thema Patientensicherheit verstärkte Bedeutung beigemessen wurde. Im Rahmen dieser Gesetzesänderung wurde dem gemeinsamen Bundesausschuss aufgetragen, in seinen Richtlinien über die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit und insbesondere Mindeststandards für Risikomanagement und Fehlermeldesysteme festzulegen. Zudem müssen Krankenhäuser in den jährlichen Qualitätsberichten über den Umsetzungsstand von Risikomanagement und Fehlermeldesystemen informieren (SGB V
137, 2013). Diese neuen gesetzlichen Anforderungen machen Risikomanagement, die Umsetzung von Maßnahmen zur Patientensicherheit, sowie die Einführung von Fehlermeldesystemen zur Pflicht.

Doch Risikomanagement und Patientensicherheit bedeuten mehr als die Erfüllung gesetzlicher Pflichten und Anforderungen!

Der Umgang mit Fehlern, Versäumnissen und Risiken im Gesundheitswesen ist sowohl menschlich als auch rechtlich oft sehr schwierig. Die Angst vor Gesichtsverlust, Berufsverbot und Strafe führt häufig dazu, dass Mängel, Unachtsamkeiten oder auch fahrlässige Verhaltensweisen, obwohl den Mitarbeiten durchaus bekannt, nur selten oder nur "hinter verschlossenen Türen" geäußert werden. Ein konstruktiver Umgang mit Fehlern, eine positive Fehlerkultur oder darüber hinausgehend eine Sicherheitskultur sind bislang in nur wenigen Gesundheitseinrichtungen anzutreffen.

Neben diesen psychologischen Hemmnissen sind der Aufbau von Risikomanagement und die Erfüllung der genannten Anforderungen für jede Einrichtung mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden. Gerade in Zeiten knapper werdender Ressourcen, in der zahlreiche Kliniken, aber auch Alten- und Pflegeeinrichtungen in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind und mit immer weniger Personal immer mehr Leistungen erbringen müssen, schmerzt jede weitere Anforderung und will hinsichtlich Einführung und Umsetzung gut überlegt und geplant sein. Da die zur Verfügung stehenden Ressourcen begrenzt sind, muss jede Einrichtung zwischen dem Notwendigen und Möglichen abwägen, zumal eine Gegenfinanzierung der geforderten zusätzlichen Maßnahmen bislang nicht erfolgt.

Es stellen sich somit bei jeder neuen Herausfor

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