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Stressreduzierende Pflege von Menschen mit Demenz Der Stress-Coping-Adaptations-Ansatz von Smith, Paul T. M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.10.2016
  • Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
eBook (PDF)
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Stressreduzierende Pflege von Menschen mit Demenz

Menschen mit einer Demenz sind anfälliger für Stress und äußere Belastungen. Ihnen fällt es schwerer sich an Veränderungen der Umgebungen anzupassen und die sich stellenden Herausforderungen zu bewältigen. Das Praxishandbuch begründet und beschreibt, wie der Umgang und die Umgebung von Menschen mit Demenz gestaltet werden können, um diese entspannter und stressärmer durch den Alltag gehen zu lassen. Der englischen Pflegefachmann und Demenzexperte Paul Smith -nennt Demenzformen, -ursachen und Symptome früher, fortgeschrittener und schwerer Demenzen, -beschreibt psychosoziale Ansätze zum Umgang mit Menschen mit Demenz, wie Personzentrierung und Beziehungsorientierung, -klärt psychosoziale Bedürfnisse von Menschen mit Demenz, wie Liebe, Comfort, Zuwendung, sinnvolle Beschäftigung, Inklusion, Bindung und zeigt Interventionen auf, wie diese befriedigt werden können, -beschreibt moderne Ansätze der Demenzpflege, wie Validation, Personzentrierung, ROT und kognitive Stimulation, -stellt verständlich die Psychobiologie der Demenz dar und überträgt das Stress-Reaktionsmodell auf das Thema Demenz, -erklärt Stress-Adaptations- und Coping-Modelle der Pflege, -beschreibt detailliert Zusammenhänge von Stress und Umgebungsreizen am Beispiel von "Sundowning", -stellt Elemente, Stressoren und Prinzipien des PLST-Modells im Rahmen des Pflegeprozesses dar und zeigt, wie diese bei Menschen mit Demenz und verringerter Stresstoleranz angewendet werden, -zeigt wie Umgebung und Umgang mit Menschen mit Demenz gestaltet werden können, um entspannend auf Menschen mit Demenz zu wirken.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 246
    Erscheinungsdatum: 25.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456955452
    Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
    Originaltitel: Dementia Care - The adaptive response
    Größe: 4341 kBytes
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Stressreduzierende Pflege von Menschen mit Demenz

3. Moderne Pflege- und Versorgungsrahmen (S. 77-78)

(Der einleitende Abschnitt dieses Kapitels ist eine adaptierte, aktualisierte und erweiterte Arbeit des Autors, ursprünglich auf der Grundlage des Werkes von Andrew Morton.) Die reine Anwendung von Techniken jedweder Beratungs- oder Psychotherapieschule ist in der Demenzpflege unüblich. Ein puristischer Ansatz hat oft nur begrenzte Ergebnisse gezeigt, und zwar aufgrund der Tatsache, dass die meisten Psychotherapieschulen Modelle und Bezugsrahmen "normaler" neurologischer und psychologischer Funktionen anwenden.

Allerdings wurden in der Fürsorge bei Demenz seit den frühen 1960er-Jahren kombinierte oder integrative Techniken in dem Versuch eingesetzt, bei dem Leiden und der Desorientiertheit der Betroffenen Hilfe zu leisten. Manche dieser integrativen Ansätze sind der Mode zum Opfer gefallen und andere wurden diskreditiert, aber jeder von ihnen hat ein Maß an Erfindung seitens ihres Begründers gezeigt, das jedem der traditionelleren Schulen gleichkam. Darüber hinaus haben einige in letzter Zeit ein Comeback erlebt, bisweilen unter neuem Namen, wobei jedoch im Wesentlichen vieles von dem Ursprungsgedanken auch weiterhin galt. Dieses Kapitel vermittelt einen kurzen Hintergrund und einen Eindruck der Anwendung verschiedener Pflegemodelle. Für viel ursprüngliches Quellenmaterial zu frühen Abschnitten der Realitätsorientierung, Validierung, Lösungsansätze und prä-therapeutischen Ansätzen bin ich Andrew Morton mit seinem Werk Person-centered Approaches to Dementia Care (1999) zu Dank verpflichtet.

3.1 Modelle der Pflege und Versorgung bei Demenz

3.1.1 Realitätsorientierung (RO)

Begonnen von Dr. James Folsom in Alabama (USA) in den späten 1950er-Jahren, wurde die RO-Bewegung stark durch die Schule der Verhaltenstherapie beeinflusst, die für die nächsten 30 Jahre viele Formen der Psychotherapie beherrschte.

Ziel der Realitätsorientierung war, Verhalten zu modifizieren, indem man für hoch strukturierte Gruppen sorgte, die sich objektiver Gesprächsthemen und visueller Hilfen bedienten. Korrekte Aussagen über die geeigneten Stimuli oder das Gesprächsthema wurden explizit belohnt, während inkorrekte Antworten oder unangemessener Gebrauch des visuellen Materials - ebenfalls oft explizit - demotiviert oder korrigiert wurden. Das Ziel dieses Ansatzes bestand darin, mit Demenz lebende Menschen auf eine "uns" vertraute Zeit und einen "uns" vertrauten Ort, das heißt, auf unser Verständnis des Hier und Jetzt und demnach auf den im Sinne des Therapeuten "korrekten" Zeitrahmen zu "reorientieren". Man behauptete, dieser Ansatz würde darin unterstützen, für erhöhtes Interesse und mehr Bewusstsein in Bezug auf das Hier und Jetzt zu sorgen, was wiederum aktuelle Grade kognitiven Funktionierens irgendwie unterstützen und bei denen, auf die die Therapie angewandt werde, bestimmte Verhaltensweisen "korrigieren" würde.

Realitätsorientierung wurde oft in einer schulischen Atmosphäre durchgeführt, wobei der Therapeut vorgewählte Themen anbot, innerhalb derer von der Gruppe erwartet wurde, positiv und "normal" zu reagieren. Über eine Reihe von Sitzungen hinweg nicht positiv zu reagieren, konnte den Ausschluss aus der Gruppe oder, was vielleicht noch mehr Schaden anrichtete, die Isolation innerhalb der Gruppe bedeuten. Zwar ist man noch immer der Ansicht, Realitätsorientierung könne in den frühen Stadien der demenzbegleitenden Desorientiertheit, wenn die Person noch fähig und bereit ist, sich willentlich zu orientieren, einen therapeutischen Nutzen haben, jedoch ist inzwischen allgemein anerkannt, dass der RO-Prozess selbst für jene schädigend sein kann, die über dieses Stadium hinausgelangt sind. Auch wird inzwischen anerkannt, dass den Versuchen einer Reorientierung auf bestimmten Funktionsebenen Widerstand geleistet wird, und dass sich jedes Insistieren auf einer Fortsetzung des Prozesses schädlich auf das Funktionieren des individuellen Eg

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