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Empfehlungen zur Patienteninformation Dermatologie

  • Erscheinungsdatum: 30.03.2006
  • Verlag: Steinkopff
eBook (PDF)
29,99 €
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Empfehlungen zur Patienteninformation Dermatologie

Patienten und ihre behandelnden Ärzte werden zunehmend zu Partnern im diagnostischen und therapeutischen Prozess. Viele dermatologische Erkrankungen lassen sich inzwischen besser diagnostizieren und sehr gut behandeln. Die Diagnostik wird jedoch komplizierter und die Behandlungsverfahren werden oft nebenwirkungsreicher. Eine gute Information des Patienten fördert das Verständnis für die verschiedenen Maßnahmen. Aufklärung und Wissen um die Zusammenhänge erleichtern das Einhalten der ärztlichen Anordnungen (z. B. regelmäßige Medikamentenanwendung) und lassen Risiken und Komplikationen schneller erkennen.

Die Empfehlungen zur Patienteninformation unterstützen den Arzt beim Patientengespräch, indem sie es vorbereiten und vertiefen. Sie sind bewusst kopierfreundlich gestaltet.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 30.03.2006
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783798515260
    Verlag: Steinkopff
    Größe: 3241 kBytes
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Empfehlungen zur Patienteninformation Dermatologie

Haarausfall (S. 131-132)

Was versteht man unter Haarausfall?

Das "Haarkleid", d. h. die Haarfarbe, die maximale Dicke, der Querdurchmesser eines einzelnen Haarschaftes und die maximal erreichbare Länge des Haares ist bei jedem Menschen genetisch fest-gelegt. Haardicke und -länge sind abhängig von der Länge der Wachstumsphase (Anagenphase) eines Haares. Auch die Haardichte pro cm2 Kopfhaut wird von den Erbanlagen bestimmt. So variiert die Anzahl der Kopfhaare zwischen 80 000±150 000, die Haardichte liegt zwischen 180±300 Haare/cm2, die Wachstumsgeschwindigkeit beträgt 0,37 mm/Tag, also etwa 1 cm/Monat, die Haarlänge schwankt zwischen 25±70 (80) cm.

Der physiologische Haarwechsel (Haarausfall) liegt bei 60±150 Haaren tåglich und bis zu 300 Haaren bei einer Haarwäsche. Übersteigt der Verlust diese Zahl, spricht man von Haarausfall (Effluvium). Die ab einem Verlust von ca. 60% der Kopfhaare sichtbare Haarlichtung bezeichnet man als Alopezie (Kahlheit, Haarmangelzustand). Alle vier Faktoren, die einen erheblichen Einfluss auf das subjektive Empfinden des Haarvolumens haben, weisen ethnische, alters-und geschlechtsspezifische Unterschiede auf. Generell gilt: Wachstumsgeschwindigkeit, Haardicke und Haardichte nehmen mit zunehmendem Lebensalter ab ± wenn auch mit einer großen individuellen Schwankungsbreite.

Das Haarwachstumverläuft in festgelegten Entwicklungsstadien: 80 bis 90% der Kopfhaare befin-den sich über 2 bis 6 Jahre imWachstumsstadium (Anagenphase), 1 bis 3% der Kopfhaare sind in einemkurzfristigen (1-bis 2-wöchigen) Übergangsstadium (Katagenphase) und 10 bis 20% der Kopf haare befinden sich in einem 2 bis 4 Monate dauernden Ruhestadium (Telogenphase). Danach fallen sie aus. In derselben Haarwurzel beginnt das Wachstumeines neuen Haares.

Die Regulation des zyklischen Aufeinanderfolgens von Haarwachstum, Ruhephase, Ausfallen des Haares erfolgt amtiefsten Pol der Haarwurzel, der sog. Haarpapille. Die Zahl der Wachstumszyklen einer Haarwurzel ist ebenso wie die maximale Teilungsrate anderer Zellen des Körpers genetisch festgelegt. Wir ge-hen heute davon aus, dass eine Haarwurzel ca. 25 Lebenszyklen durchlaufen kann. Bei einer Dauer der Wachstumsphase unter optimalen Bedingun-gen zwischen 3±6 Jahren würde dies für eine lebenslange Haardichte ausreichen. Doch viele Faktoren beeinträchtigen diese Lebenszyklen.

Eine Störung in der kapillären Blutversorgung der Haarwurzel, krankhafte Stoffwechselveränderungen, ernährungsbedingte Mangelsituationen, Medi-kamente, hormonelle Verånderungen beeinflussen, d. h. verkürzen die Wachstumszeit, die Abfolge der Haarzyklen wird so beschleunigt und die maximale Lebensdauer einer Haarwurzel früher erreicht. Die Produktion des/der betroffenen Haarfollikel wird "vorzeitig" eingestellt. In ihrer biologischen Steuerung sind alle Haare voneinander unabhängig, über die Blutversorgung und Hormonrezeptoren in der Haarwurzel können sie aber synchronisiert, durch krankhafte Stoffwechselveränderungen, Mangelsituationen, Medikamente, hormonelle Verånderungen beeinflusst bzw. sehr empfindlich gestært werden. Dies führt zu verstärktem Haarausfall, der zeitlich begrenzt oder langfristig zur diffusen oder einemspeziellen Muster folgenden Lichtung des Haarbestandes führt.

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