text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Rekonstruktive und Ästhetische Intimchirurgie

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2016
  • Verlag: Georg Thieme Verlag KG
eBook (ePUB)
149,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Rekonstruktive und Ästhetische Intimchirurgie

Intimchirurgie fordert Meisterleistung. Angeborene Fehlbildungen, Defekte nach Unfällen oder Tumoroperationen, Transsexualismus - das Ziel einer funktionalen und ästhetischen Rekonstruktion der äußeren Genitalien bei Mann und Frau stellen selbst Spezialisten immer wieder vor Herausforderungen. Einzig in seiner Art bietet dieses interdisziplinäre Nachschlagewerk Antworten für Einsteiger und Anregungen für Spezialisten: - Fundierte Vermittlung intimchirurgischer Techniken unter Einbeziehung aller relevanten Fachrichtungen wie Plastische Chirurgie, Gynäkologie, Urologie und Dermatologie. - Systematische Darstellung von Komplikationen und Komplikationsmanagement. - Fallbeispiele, Bildmaterial und Grafiken zu allen Facetten der Intimchirurgie. Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App haben Sie zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit. Das erste deutschsprachige Kompendium zur Intimchirurgie!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 12.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783132046412
    Verlag: Georg Thieme Verlag KG
    Größe: 21165 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Rekonstruktive und Ästhetische Intimchirurgie

2 Techniken

2.1 Grundlagen

P. H. Zeplin

Die Wahl des Verfahrens zur Deckung eines genitalen Defekts richtet sich im Wesentlichen nach dessen Lokalisation und Ausdehnung. Die rekonstruktive Leiter der plastisch-rekonstruktiven Verfahren steigt auf nach ihrem jeweiligen operativen Aufwand und beinhaltet:

Primärverschluss

Hauttransplantation (Maschenhaut, Spalthaut, Vollhaut)

lokale Lappenplastiken (Random Pattern Flaps)

gestielte Lappenplastiken (Axial Pattern Flaps)

freie Lappenplastiken mit mikrovaskulärer Anastomosierung
2.1.1 Hauttransplantation

P. H. Zeplin

Hauttransplantationen sind bei solchen Defekten indiziert, die aufgrund ihrer Beschaffenheit entweder nicht mehr mittels einer Primärnaht verschlossen werden können oder keiner Lappenplastik bedürfen.

Hauttransplantate sind nach ihrer Entnahme von der Blutzufuhr abgeschnitten und werden nach der Transplantation bis zum Einsprossen neuer Gefäße über die ersten 3-5 Tage über Diffusion aus dem Wundbett versorgt. Heilt ein Transplantat ein, verändert sich das Erscheinungsbild in den folgenden Wochen zwar stetig, wird aber nie das identische Aussehen des umgebenden gesunden Gewebes annehmen.

Merke

Grundsätzlich gute Voraussetzungen zur Hauttransplantation haben flächige und ebene Wunden mit gut durchblutetem Wundgrund oder Granulationsgewebe mit geringer Sekretion.

Entsprechende Wunden sollten vor der Transplantation von nekrotischem Gewebe befreit und infektfrei sein. Freiliegendes Fettgewebe, Knochen ohne Periost oder Sehnen ohne Peritendineum gefährden hingegen die Versorgung und das Einheilen von Hauttransplantaten. In diesen Fällen sollten andere Möglichkeiten der Defektdeckung in Betracht gezogen werden.

Spalthauttransplantate kommen bei Wunden im Genitalbereich meist in Form von sog. Maschenhauttransplantaten (Mesh Grafts) ab einer Größe von 4 cm2 zur Anwendung, wenn diese entweder nicht primär adaptiert werden können oder die Sekundärheilung mit der Ausbildung ausgeprägter und einschränkender Narbenformationen sowie einer Infektion einhergehen würde. Als Entnahmestelle für Spalthauttransplantate eignet sich der laterale oder anteriore Oberschenkel, je nach Bedarf und Lage des Defekts aber auch andere Körperstellen. Nach Entnahme des Spalthauttransplantats mit dem Dermatom (z.B. 0,2 mm) wird dieses maschinell in ein Maschenhauttransplantat überführt, durch welches das 1,5- bis 3-Fache der ursprünglichen Defektgröße gedeckt werden kann. So können auch großflächige Wunden mit einem begrenzten Angebot an Haut und sezernierende Wunden zufriedenstellend gedeckt werden. Die Fixierung des Transplantats erfolgt mittels Naht oder Gewebeadhäsiven, ggf. in Kombination mit einer kontinuierlichen Sogbehandlung bei Vakuumversiegelung, um auftretende Scherkräfte auf das Transplantat zu verhindern. Aufgrund der Lokalisation im Genitalbereich empfehlen einige Operateure ihren Patienten zudem eine orale, teilweise auch intravenöse Antibiotikaprophylaxe mit einem Cephalosporin. Nach dem ersten Verbandswechsel (in der Regel nach 5-7 Tagen) kann je nach Anheilungsrate und lokaler Situation auf eine tägliche Fettgazebehandlung oder zusätzliche antibakterielle Lokaltherapie umgestiegen werden.

Vollhauttransplantate sind autologe Hauttransplantate, welche die Epidermis und Dermis beinhalten. Die Anwendungsbereiche für Vollhauttransplantate im äußeren Genitalbereich sind als eher überschaubar einzustufen. Häufiger kommen sie zur Rekonstruktion von Defekten der Vaginalwand oder vaginalen Aplasien zur Anwendung. Als Spenderareale eignen sich deshalb insbesondere die Leisten- und Unterbauchregion, die Oberschenkelinnenseiten und das Skrotum. Wann immer möglich soll

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen