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Herzrhythmus - Der Takt des Lebens. Herzrhythmusstörungen verstehen und behandeln Herzrhythmusstörungen verstehen und behandeln von Lewalter, Thorsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2019
  • Verlag: Südwest
eBook (ePUB)
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Herzrhythmus - Der Takt des Lebens. Herzrhythmusstörungen verstehen und behandeln

Was tun, wenn das Herz aus dem Takt gerät? Es schlägt 100.000 Mal am Tag, ohne Pause, das ganze Leben lang: unser Herz. Doch was tun, wenn das Hochleistungsorgan aus dem Takt gerät? Neben lästigen aber gutartigen Arrhythmien gibt es auch bösartige Herzrhythmusstörungen, die einer Behandlung bedürfen. Dr. Thorsten Lewalter, Pionier auf dem Gebiet der Erforschung von Herzrhythmusstörungen, klärt in diesem Buch auf. Er beantwortet die wichtigsten Patientenfragen rund um das Thema Herzrhythmusstörungen, nimmt Betroffenen die Angst und zeigt, was jedermann für mehr Herzgesundheit tun kann. Prof. Dr. med. Thorsten Lewalter ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie und Chefarzt am Peter Osypka Herzzentrum in München. Er ist Universitätsprofessor für klinische und experimentelle Elektrophysiologie. Lewalter ist einer der Begründer der modernen Therapie von Herzrhythmusstörungen. Er gilt als international renommierter Pionier auf diesem Gebiet und etablierte neuartige Behandlungsmethoden wie zum Beispiel die Laser-Ablation bei Vorhofflimmern. Lewalter ist verheiratet, hat acht Kinder und lebt und arbeitet in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 13.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641225131
    Verlag: Südwest
    Größe: 55607 kBytes
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Herzrhythmus - Der Takt des Lebens. Herzrhythmusstörungen verstehen und behandeln

Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist die häufigste Form der Herzarrhythmie; betroffen sind vor allem Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Allein in Deutschland gibt es mehr als zwei Millionen Patienten, in ganz Europa sind es sogar über zwölf Millionen. Vorhofflimmern - im Englischen "atrial fibrillation" oder oft auch kurz "AFib" genannt - kann vielerlei Ursachen haben, von denen die meisten jedoch noch nicht im Einzelnen bekannt sind. Die Krankheit kann spontan auftreten oder auch anhaltend bestehen. Für die verschiedenen Formen gibt es spezifische Kriterien, so unterscheidet man etwa persistierendes (sehr lang andauerndes) und paroxysmales (ab und zu auftretendes) Vorhofflimmern. Unbehandelt erfolgt meist eine Progression von paroxysmalem zu persistierendem AFib, das mit fortschreitendem Stadium immer schwieriger zu therapieren ist. Deswegen gilt: Je eher Vorhofflimmern behandelt wird, desto besser sind die Langzeitergebnisse. Unser Rat: Fühlen Sie einmal wöchentlich am Handgelenk Ihren Puls und achten Sie darauf, ob er gleichmäßig oder ungleichmäßig schlägt. Ungleichmäßiges Schlagen kann ein Anzeichen für Vorhofflimmern sein.

Die nachfolgenden Ausführungen werden Sie in die Details dieser grundlegenden Rhythmusstörung anhand eines Fragenkatalogs einführen. Es geht neben den Mechanismen, der Einteilung und der Möglichkeit des Vorhofflimmernachweises und den dazu notwendigen Untersuchungen auch um das Beschwerdebild sowie um die Folgen und die Erkrankungen, die Vorhofflimmern auslösen können. Von großer Bedeutung sind die Behandlungskonzepte (Frequenz- oder Rhythmuskontrolle) und ihre konkreten Möglichkeiten wie die Gabe von Medikamenten oder aber die Katheterablation. Die Vermeidung eines Schlaganfalls stellt bei Vorhofflimmern den zentralen Anspruch an den behandelnden Arzt dar.

Abb. 52: Vorhofflimmern

Beim Vorhofflimmern ist der geordnete Ablauf gestört. Im Bereich der Vorhöfe haben sich zusätzliche kreisende Erregungen gebildet, die den Impuls des Sinusknotens überlagern. Es entsteht ein elektrisches Chaos an Reizen. Die Vorhöfe schlagen dadurch nicht mehr rhythmisch: Sie "flimmern". Dieses Flimmern überträgt sich auf die Herzkammern. Der Pulsschlag wird unregelmäßig. Das Blut wird nicht mehr richtig weitergepumpt.
Welche Mechanismen im Herzen fungieren als elektrische Grundlage für Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern (VHF) ist eine Herzrhythmusstörung, die durch schnelle, irreguläre elektrische Vorhofimpulse und - dadurch ausgelöst - ungeordnete atriale Kontraktionen gekennzeichnet ist.

In aller Regel liegen dem Vorhofflimmern lokale, kreisende Erregungen in den Vorhöfen zugrunde ( siehe Abbildung 52 ), die dann teilweise vom AV-Knoten auf die Herzhauptkammern übergeleitet werden, was zum typischen unregelmäßigen Puls führt. Eine wesentliche Voraussetzung für das Zustandekommen kreisender Erregungen ist das Nebeneinander von normaler Impulsleitung (mit normaler Leitungsgeschwindigkeit) und Arealen gestörter Impulsleitung (mit meist verringerter Leitungsgeschwindigkeit) - erst dadurch wird das Auftreten stabiler Kreiserregungen möglich. Beim Vorhofflimmern haben wir typischerweise nicht nur eine Kreiserregung, sondern ein Nebeneinander von mehreren elektrischen Wirbeln.

Abb. 53: Elektrische Aktivierung des linken Vorhofes im Vorhofflimmern

Durch die Farben werden Abfolgen elektrischer Aktivierung dargestellt, beim Vorhofflimmern liegt eine gänzlich ungeordnete, "chaotische" Aktivierung vor.

Das Auftreten von VHF steht daher häufig mit krankhaften Veränderungen des Herzmuskelgewebes und des Erregungsleitungssystems in Zusammenhang. Die Ursachen für diese Veränderungen sind vielfältig, es kommen dafür sowohl kardiale - also im Herzen selber liegende - als auch extrakardiale - also außerhalb des Herzens bestehende - Erkrankungen sowie ein Zusammenspiel unterschiedlicher Risikofaktoren infrage.

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