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Checkliste Komplementärmedizin

  • Erscheinungsdatum: 26.02.2014
  • Verlag: Haug
eBook (ePUB)
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Checkliste Komplementärmedizin

Die wichtigsten komplementärmedizinischen Verfahren auf den Punkt gebracht - mit klaren Therapiekonzepten und Hinweisen zur wissenschaftlichen Evidenz und zu Lebensstilmodifikationen. Diese Checkliste bietet eine Auswahl komplementärmedizinischer Methoden, die sich in der täglichen Praxis bewährt haben und die über eine hohe Evidenz aus klinischen Studien verfügen. Schwerpunkt ist der umfangreiche Indikationenteil u.a. mit - Stellenwert der Komplementärmedizin - Lebensstilmodifikationen - medikamentösen Therapien und - weiteren Therapien wie ausleitende Verfahren, manuelle Therapien, Neuraltherapie u.a. Das klar strukturierte Werk eignet sich zum effizienten Nachschlagen, gibt einen schnellen Überblick über die wichtigsten Therapieoptionen und kann zu einer Erweiterung des Therapiespektrums durch die konkreten Behandlungskonzepte führen. Die Checkliste Komplementärmedizin bietet in komprimierter Form fundiertes Wissen und durch die 5 Farbteile leichte Orientierung und schnellen Zugriff: Gelb - Geschichte und Grundlagen der Komplementärmedizin Grün - die in Studien und in der Praxis bewährtesten Therapieverfahren Blau - Diagnose und Therapiekonzepte häufiger Indikationen Rot - Naturheilkundliche Anamnese und Diagnostik Lila - Übersichten, Patienteninformationen und Adressen

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 800
    Erscheinungsdatum: 26.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783830477754
    Verlag: Haug
    Größe: 4063 kBytes
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Checkliste Komplementärmedizin

1 Geschichte der Komplementärmedizin und Naturheilverfahren

Bernhard Uehleke, Annette Kerckhoff

Der Begriff "Komplementärmedizin" (abgeleitet von complementary medicine) löste als Oberbegriff für eine Ansammlung unkonventioneller medizinischer Systeme, Methoden und Verfahren den nur wenig älteren Begriff "Alternativmedizin" ab bzw. trat als Ergänzung dazu.

Betrachtet man die breite Palette der in der Komplementärmedizin zusammengefassten Verfahren, so ergibt sich die Frage, warum solch höchst unterschiedliche Verfahren, wie die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Homöopathie, Kaltwasseranwendungen etc., unter einem Oberbegriff zusammengefasst werden. In der Tat waren die einzelnen Systeme bzw. Verfahren bis weit ins 20. Jahrhundert getrennt und die Vertreter untereinander verstritten ? [14] . Erst unter politischem Druck durch die Nationalsozialisten wurden in den 1930er-Jahren die großen und sich auf bürgerbasierte Verbände stützenden Naturheilverfahren, Homöopathie und Schüßler-Therapie unter dem Sammelbegriff "Biologische Medizin" zusammengefasst und die einzelnen Verbände zwangsweise in eine Reichsarbeitsgemeinschaft eingegliedert ? [7] . Als wirksam überprüfte "biologische Methoden" sollten dann mit einer modernisierten und angepassten Medizin zu einer "Neuen Deutschen Heilkunde" als Synthese entwickelt werden ? [19] .

Nach dem 2. Weltkrieg entwickelten sich in Deutschland die einzelnen Richtungen in separaten Verbänden weiter, aber es gab nun doch einige Dachverbände, wobei neue Sammelbegriffe den in Misskredit geratenen Begriff "Biologische Medizin" ablösten: "Ganzheitsmedizin", "Erfahrungsheilkunde" und dann schließlich, Ende der 1960er-Jahre, "Alternativmedizin" und später "Komplementärmedizin". Später kam dann noch u.a. der Begriff "Regulationsmedizin" dazu, der sich allerdings im Volksmund kaum ausgebreitet hat. Zur begrifflichen Abgrenzung aus heutiger Sicht s. Kap. ? 3.1 .

Als gemeinsames Kriterium aller Verfahren fällt – neben dem Prinzip der ? Selbstheilung – die besondere Förderung durch Patienten und Bürger bei nicht selten gleichzeitiger kritischer Haltung gegenüber der "Schulmedizin" auf. Ohne dieses Interesse könnten medizinisch-staatlich nicht anerkannte Verfahren kaum überleben, insbesondere auch die vom Patienten häufig selbst zu bezahlenden Behandlungen durch Heilpraktiker. Der Blick in die Geschichte zeigt, dass die Förderung entsprechender Methoden durch die Bevölkerung im deutschsprachigen Raum nunmehr eine durchgehende Tradition über immerhin rund 200 Jahren hat.

Als sich im Rahmen der Aufklärung Anfang des 19. Jahrhunderts nicht nur die Medizin ganz neuen Ideen öffnete und sich gleichzeitig die Ärzteschaft unter politischer Einflussnahme zu professionalisieren begann – wobei der Staat die Medikalisierung der Bevölkerung zunehmend regulierte –, entstanden v.a. in den gebildeten Mittelschichten des 19. Jahrhunderts Gegenströmungen. Diese entwickelten ein erhebliches Misstrauen gegen die Ärzteschaft, aber auch gegen eine die Freiheit des Einzelnen in Gesundheitsfragen und Verhalten einschränkende Staatsmedizin und wandten sich anderen Methoden oder Lebensweisen, wie Mesmerismus, Homöopathie, Hydropathie bzw. Naturheilkunde, zu. Dazu kamen dann später Vegetarismus, FKK-Bewegung und weitere Reform- und Sozialbewegungen. In wesentlichem Maße wurden die Komplementärmedizin und insbesondere die Naturheilkunde dabei durch Laienheiler und Nicht-Ärzte getragen.

1871: Nachdem zu

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