text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Tollkirsche - Königin der dunklen Wälder Königin der dunklen Wälder von Berger, Markus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2012
  • Verlag: Nachtschatten Verlag
eBook (ePUB)
9,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Tollkirsche - Königin der dunklen Wälder

Atropa belladonna, wunderschöne Frau - sie ist der Ausdruck der dunklen Göttin im Reich der Pflanzen. Sie vermittelt zwischen der Welt des Diesseits und der Anderswelt. Wenn die Eiche der König des Lichtes ist, männlich, kraftvoll, ausdauernd und gerecht, so ist die Tollkirsche genau das Gegenteil, wohl die weiblichste aller heimischen Pflanzen, unergründbar, dem Licht abgewandt, verführerisch schön, tief in ihrem Seelenempfinden. Gross ist die Sehnsucht zurückzukehren zum Schutz der grossen, ewigen, dunklen Mutter, einzutauchen ins violette Licht der Transzendenz. Die Tollkirsche ist für den Autor die mächtigste aller Zauberpflanzen aus dem Reich der Schatten der Nacht. Sich ihrem Wesen zu nähern erfordert Erfahrung und Reife. Sie ist vollkommen ungeeignet für die Drogenjünger einer vordergründigen, technisierten Spassgesellschaft. Dem wahrhaft Suchenden kann sie jedoch wieder den Weg weisen hin zum grossen, wundervollen Reich der unendlichen Mutter Natur. Erwin Bauereiss versucht zahlreiche vorwiegend ältere aber fundierte Beiträge aus unterschiedlichen Blickrichtungen darzustellen. Eine umfassende Bibliografie gibt dem Leser die Möglichkeit sich ausführliche mit der Tollkirsche zu befassen. Aus dem Inhalt: - Namen im Volk - Beschreibung von Vergiftungsfällen - Ihre Geschichte als Arzneimittel - Eigene Gedichte, Geschichten und Märchen zur Tollkirsche - Umfassende Bibliografie (ca. 400 deutschsprachige Titel) - Darstellung in Farbbildern in all ihren Entwicklungsstadien - Botanische Stellung - Bestandteil der Hexensalben - Verwendung in der Heilkunde (auch in der Homöopathie) - Schwankungen ihres Alkaloidgehaltes innerhalb einer Vegetationsperiode - Die Arten der Tollkirsche - Chemische Zusammensetzung der Tropan-Alkaloide - Vergiftungssymptome - Zahlreiche Illustrationen - Gärtnerische Kultur - Ansprüche an Boden und Klima - Aussehen der Pflanzen (Morphologie) - Geografische Verarbeitung Markus Berger ist Schriftsteller und Künstler, Pflanzenforscher, Ethnobotaniker, Ethnopharmakologe und Pharmakobotaniker, vor allem aber Journalist in den Bereichen Video, Print, Foto und Internet. Er ist Chefredaktor des Magazins Lucy's Rausch und Autor vieler Artikeln in diversen Fachzeitschriften.

Produktinformationen

Weiterlesen weniger lesen

Die Tollkirsche - Königin der dunklen Wälder

Atropa historica

"Bereits die Zauberinnen (Hekate, Kirke) in den
Sagen des griechischen Altertums waren mit den
berauschenden, erregenden und tödlichen
Wirkungen dieser Pflanze wohl vertraut (...)."

(FROHNE et PFÄNDER 1987: 236)

"Die Tollkirsche wurde bereits von den Sumerern als Heilmittel bei vielen durch Dämonen verursachten Leiden benutzt. Die alten Ägypter kannten sie nicht, wohl aber die Griechen."

(RÄTSCH 1988: 159)

"Von großer Bedeutung war A[tropa] belladonna im
Krieg der Schotten unter Duncan I. gegen den Norwegerkönig
Sven Knut (ca. 1035 n. Chr.). Die Schotten vernichteten die
skandinavische Armee, indem sie ihr Speisen und Bier
zukommen ließen, die mit Tollkirsche vergiftet waren."

(SCHULTES et HOFMANN 1998: 36)
Der erste Nachweis

Ab dem 15. Jahrhundert wurden den Pflanzenbeschreibungen Bilder beigefügt, um diese besser zu veranschaulichen und zu vervollständigen. So soll der venezianische Arzt und Philosoph Benedetto Rinio erstmals sein Herbarium im Jahre 1412 mit Tintenzeichnungen versehen haben. Seine 458 aufgeführten Pflanzen benennt er mit allen ihm bekannten fremdländischen Namen. Bei der "Faba inversa" , dem dritten seiner vier Nachtschattengewächse, kann anhand der beigefügten Abbildung eindeutig die Tollkirsche identifiziert werden. Dies ist damit die erste sichere Nachweisstelle.

In einem der frühesten gedruckten und bebilderten Kräuterbücher, dem "Hortus sanitatis" (Garten der Gesundheit), wird um 1485 die Tollkirsche als ein Kraut mit dunklen Beeren geschildert, das aufgrund seiner kalten Qualität gegen äußerliche und innerliche Hitze eingesetzt wurde. Hieronymus Brunschwig (etwa 1450 bis 1512) gibt in seinem Buche Anweisungen zur Destillation der Tollkirschen (SCHWAMM 1988).
Der Name

Der vom schwedischen Naturforscher Carl von LINNÉ festgelegte Gattungsname Atropa (sowie die davon abgeleitete Wirkstoffbezeichnung Atropin) ist dem Griechischen, genauer der griechischen Mythologie, entnommen und leitet sich vom Namen der Schicksalsgöttin Atropos her. Atropos ist "eine der drei Parzen, die unter dem sinnigen Bilde des Spinnens eines jeden Menschen Lebensschicksal bestimmten. Klotho spann den Lebensfaden an, Lachesis zog ihn aus und Atropos schnitt ihn ab" (SCHIMPFKY 1893: Monografie 67) 2 . Atropos wurde gewöhnlich als schlimme und furchterregende Schicksalsgöttin betrachtet, die ausschließlich existierte, um den Tod zu bringen. Deshalb wurde und wird sie in der mythologischen Kunst zumeist mit einer Schere in der Hand abgebildet (DEKORNE 1995: 103).

Die Artbezeichnung belladonna hat die Tollkirsche aufgrund ihrer kosmetischen Qualitäten. Der Name kommt vom italienischen 'donna bella' (heute: bella donna) und heißt wörtlich übersetzt "Schöne" oder "Schönheit" beziehungsweise "schöne Frau". Früher benutzten manche Damen den mydriatisch wirkenden Tollkirschsaft zur künstlichen Vergrößerung der Pupillen, um so dem damals gängigen Schönheitsideal zu entsprechen: Der italienische Kräuterbuchautor MATTHIOLUS hat als erster den Namen belladonna (...) für die Pflanze erwähnt und ihn damit erklärt, dass die Italienerinnen den gepressten Saft sich in die Augen träufelten, um schöner zu erscheinen" (RÄTSCH 1995a: 383).

Nun weist die Eigenschaft der atropininduzierten Effekte auf die Augen auch andere Vorteile auf: "Als Napoleon seine Soldatenwerber in die deutschen Lande hinausschickte, versteckten sich vor ihnen viele junge Männer in den Wäldern. Einer, der das Versteckspiel satt hatte, suchte nach einem anderen Ausweg. E

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen