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Kursbuch Traditionelle Chinesische Medizin TCM verstehen und richtig anwenden von Greten, Henry Johannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2017
  • Verlag: Georg Thieme Verlag KG
eBook (ePUB)
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Kursbuch Traditionelle Chinesische Medizin

Kurskonzept mit klaren praktischen Rezepten - Bildhafte Sprache und praxisbezogene Faktenpräsentation - Arzneimittelrezepte, differenzierte Punktauswahl-, und Punktkombinationsstrategien Verknüpfung von westlicher und chinesischer Medizin - Brückenschlag zwischen chinesischen Erklärungsmodellen und der medizinischen Wissensbasis des Westens Neu in der 3. Auflage: - Neue Kapitel: TCM in der Neurologie; Janusakupunktur und Heidelberger Schädelakupunktur

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 696
    Erscheinungsdatum: 05.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783132035331
    Verlag: Georg Thieme Verlag KG
    Größe: 32526 kBytes
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Kursbuch Traditionelle Chinesische Medizin

1 TCM - die Rekonstruktion eines mythisierten Originals

Die Bedeutung dieses Kapitels für das Verständnis der Chinesischen Medizin

Die Bedingungen, unter denen sich die Chinesische Medizin entwickelt hat, unterscheiden sich grundlegend vom Entwicklungshintergrund der europäischen Medizingeschichte.

Man muss sich die Größe Chinas, den Entwicklungszeitraum und die Leistungsfähigkeit der chinesischen Kultur verdeutlichen, um einen angemessenen Umgang mit der Chinesischen Medizin zu erlangen.

Dabei spielt eine Schlüsselrolle, ob man eine Rezept-Akupunkturversion , eine phänomenologische Form ohne angemessene Theoriebildung oder eine wissenschaftliche Form der Chinesischen Medizin anstrebt. Diese Versionen der Chinesischen Medizin entstanden nicht zufällig, sondern sind Folge einer wissenschaftlich-historischen Entwicklung.
1.1 Quantitative Dimension

Die große Anzahl der Menschen, deren Kultur den Hintergrund für die Entwicklung der Chinesischen Medizin bildet, gebietet Respekt. Gegenwärtig sind etwa 1,3 Milliarden Menschen Chinesen. Zwar liegen keine genauen Zahlen über frühere Epochen vor, jedoch können wir angesichts der schwachen Besiedlung Europas und Nordamerikas in der Geschichte hochrechnen, dass die Faustformel "China = 4 × Europa" in den Epochen, in denen sich die Chinesische Medizin entwickelte, eine deutliche Untertreibung gewesen wäre.

Die ungeheure Zahl der Menschen und das in dieser Zahl enthaltene menschliche Talent, die frühzeitig genutzte Möglichkeit, Erkenntnisse systematisch aufzuzeichnen, und das Vorhandensein verhältnismäßig gut organisierter kaiserlicher Archive bilden ein Entwicklungs- und Erfahrungspotenzial, das historisch einmalig ist.

Zusatzinformation

Bereits vor 3000 Jahren hatten die Chinesen einen zentral regierten Staat, eine hochentwickelte Schrift, ein komplexes Steuer- und Einnahmenrecht und verhältnismäßig gut organisierte Verkehrs- und Handelswege.
1.2 Räumlich-klimatische Dimension

Die klimatischen Bedingungen, die im Entwicklungsraum dieses menschlichen Potenzials vorherrschen, reichen von der nördlichen Mandschurei und der historischen Mongolei mit teils beinahe sibirischem Klima über trockene Wüstengebiete und waldreiche Gebirgsketten bis an das südchinesische Meer, in dem ein subtropisches Klima vorherrscht. Würde man ähnliche Klimazonen in unseren Längengraden aufsuchen wollen, so würde man sich beinahe "vom Nordkap bis in den Kongo" bewegen müssen.

Ein besonderes Charakteristikum der Chinesischen Medizin besteht darin, dass die Heilmittel, von denen viele pflanzlichen Ursprungs sind, aus allen diesen klimatischen Zonen entnommen, systematisch in ihren Wirkungen beschrieben, ihre Kombinationsmöglichkeiten gesammelt und die Indikationen präzisiert wurden.
1.3 Zeitlich-historische Dimension

Die zeitliche Dimension der Chinesischen Medizin ist am schwersten abzuschätzen. In Gräbern finden sich Hinweise darauf, dass möglicherweise bereits vor 8000 Jahren mit Steinsplitternadeln akupunktiert wurde. Da diese Technik eine hohe Kenntnis der Reflexologie, der Physiologie und der Anatomie des Körpers voraussetzt, können wir postulieren, dass bereits vor diesem Zeitpunkt eine entwickelte Medizin existiert haben muss.

In den meisten Sekundärquellen wird der Beginn der Chinesischen Medizin hingegen mit dem Huang Di Nei Jing , dem "Klassiker der Inneren Erkrankungen" des gelben Kaisers in Verbindung gebracht (3. vorchristliches Jahrhundert, zur Zeit der Feldzüge Alexanders des Großen 336-323 v. Chr.).

Vom heutigen Standpunkt aus ist es nicht leicht zu ermitteln, aus welchen Gründen dieses zentrale und bis heute gültige Werk der Chinesischen Medizin vor 2300 Jahren erstellt wurde. Zwisc

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