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Handbuch der Arzneipflanzen Ein Bildatlas von van Wyk, Ben-Erik (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.11.2016
  • Verlag: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
eBook (PDF)
41,00 €
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Handbuch der Arzneipflanzen

'Handbuch der Arzneipflanzen' ist ein umfassender, wissenschaftlicher Bildatlas zu den bekanntesten und wichtigsten Arzneipflanzen, einschlieálich der Arten von kommerziellem oder historischem Interesse. Das Buch umfasst: Beschreibungen von 350 Arzneipflanzen und nahe verwandten Arten. Jede Kurzmonographie liefert eine Zusammenfassung mit folgender Information: Pflanzenbeschreibung, geografische Herkunft, Indikation, historische und heutige Anwendungen, Wirkstoffe und pharmakologische Wirkung. Fast 1.000 ausgezeichnete Farbfotografien, die bei der Bestimmung der Pflanze und der Unterscheidung verwandter oder "hnlicher Arten helfen. Einf hrungskapitel zu verschiedenen Medizinsystemen der Welt, generellen Konzepten, h"ufigen Gesundheitsst"rungen, ihrer Behandlung mit modernen Phytotherapeutika und traditionellen Mitteln, ferner zur Erforschung von Wirkstoffen und ihren pharmakologischen Effekten. Eine Kurz bersicht ber etwa 900 der wichtigsten Arzneipflanzen der Welt; alphabetisch nach wissenschaftlichen Namen geordnet, mit Trivialnamen, Familie, geografischer Herkunft, Indikation und verwendeten Pflanzenteilen.
Ein Glossar medizinischer und verwandter Begriffe rundet den Bildatlas ab. Autoren Ben-Erik van Wyk ist Professor f r Botanik an der Rand Afrikaans University in Johannesburg, S dafrika. Seine Forschungsschwerpunkte sind systematische und angewandte Botanik. Dr. Coralie Wink ist Biologin und promovierte ber pflanzlichen Sekund"rstoffwechsel. Sie arbeitet als wissenschaftliche sbersetzerin und Autorin in Heidelberg. Michael Wink ist Professor f r Pharmazeutische Biologie und Direktor des Instituts f r Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universit"t Heidelberg. Einer seiner Interessensschwerpunkte betrifft die pflanzlichen Sekund"rstoffe und ihre Wirkmechanismen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 520
    Erscheinungsdatum: 24.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783804735361
    Verlag: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
    Größe: 19872 kBytes
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Handbuch der Arzneipflanzen

THERAPIEANSÄTZE IN DEN VERSCHIEDENEN KULTURKREISEN

Rationale Heilkräuternutzung in der Frühzeit

Die Mehrheit der Weltbevölkerung setzt auch heute noch ihre traditionelle Materia medica (insbesondere Arzneipflanzen) zur täglichen Gesundheitspflege ein. Das profunde Wissen um Arzneipflanzen in traditionellen Kulturen hat sich vermutlich über Jahrhunderte durch Versuch und Irrtum entwickelt und wurde verbal von Generation zu Generation überliefert. Die moderne allopathische Medizin beruht auf den auch heute noch relevanten Erkenntnissen des Altertums. Wir können deshalb davon ausgehen, dass viele wichtige neue Wirkstoffe gefunden werden können, wenn man den Hinweisen und Erfahrungen der gesamten traditionellen Medizin nachgeht.

Die Wirkung von Arzneipflanzen wurde früher häufig mit Hexerei und Übernatürlichkeit erklärt, da die Menschen damals die Heilwirkung nicht mit den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen rational deuten konnten. Ein Beispiel dafür ist die Signaturenlehre , deren Spuren man in allen Kulturen erkennen kann. Sie beruht auf der Annahme, dass die Pflanzenform bereits Hinweise für den therapeutischen Einsatz geben kann. Rote Pflanzensäfte werden z. B. häufig mit Blut und Menstruationsbeschwerden, gelbe Blüten mit Galle und Gelbsucht oder menschenähnliche Wurzeln mit weiblicher Fertilität in Verbindung gebracht. Manchmal scheint dieser Ansatz sogar zu funktionierten: Das Schöllkraut Chelidonium majus enthält gelbe Blüten und rötlichgelben Milchsaft mit Alkaloiden; diese Alkaloide wirken tatsächlich bei Leberentzündung und Gelbsucht.

Naturvölker, die traditionelle Heilmittel einsetzen, mögen die zugrundeliegenden Wirkmechanismen zwar nicht verstehen, aber sie wissen aus eigener Erfahrung, dass einige Arzneipflanzen bei geeigneter Dosierung hoch wirksam sind. Da wir heute besser nachvollziehen können, wie unser Körper in all seinen komplizierten biochemischen Details funktioniert, können wir die Wirkung unserer Arzneipflanzen eher erklären und verstehen, wie komplexe pflanzliche Wirkstoffgemische komplexe Erkrankungen mit vielen Einzelfaktoren positiv beeinflussen können. Arzneidrogen enthalten immer Stoffgemische aus unterschiedlichen Sekundärstoffen, die jeweils einzeln oder additiv, ja sogar synergistisch wirken können. Eine einzelne Pflanze kann z. B. gleichzeitig Bitterstoffe enthalten, welche die Verdauung anregen, entzündungshemmende Substanzen, die Schwellungen und Schmerzen reduzieren, phenolische Wirkstoffe, die antioxidativ und venenstärkend wirken, ferner Gerbstoffe als natürliche Antibiotika, diuretische Sekundärstoffe, die für die schnelle Ausscheidung von Stoffwechselschlacken oder Giften über die Niere sorgen, oder Alkaloide, welche die Stimmung aufhellen können. Während sich die moderne allopathische Medizin auf patentierbare Einzelwirkstoffe mit hoher Spezifität konzentriert, setzt die Naturheilkunde chemisch komplexe Wirkstoffgemische oder sogar mehrere Arzneipflanzen gleichzeitig ein. Dadurch soll der potenzielle synergistische Effekt oder die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass einer der vorkommenden Wirkstoffe auch das "Target" (Zielort) trifft, das einer Erkran-kung zugrunde liegt.

Allopathische moderne Medizin und traditionelle Naturheilkunde existieren heute oft nebeneinander und können sich komplementär ergänzen. Die Schulmedizin behandelt ernsthafte und akute Erkrankungen (manchmal mit isolierten Sekundärstoffen), während die Phytotherapie eher Erkältungskrankheiten, chronische Erkrankungen oder Beschwerden im Visier hat. Die Phytotherapie kann die Gesundheit wiederherstellen und die Lebensqualität in einer oft kostengünstigen Weise steigern.

Europäische Medizin

Die europäische Medizin geht auf Hippokrates (460-377 v. Chr.) und Aristoteles (384-322 v. Chr.) zurück, die ihrerseits von Erfahrung und Glauben des alten Indiens und

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