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Die Praxis der zahnmedizinischen Prophylaxe Ein Leitfaden für die Individualprophylaxe für Zahnärzte und Mitarbeiter von Hellwege, Klaus-Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.08.2018
  • Verlag: Georg Thieme Verlag KG
eBook (ePUB)
149,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Die Praxis der zahnmedizinischen Prophylaxe

Patienten wünschen sich gesunde und schöne Zähne. Dieses Ziel kann nur durch regelmäßige und nachhaltige Prophylaxe und eine auf den Patienten abgestimmte Behandlung erreicht werden. Etablieren Sie Prophylaxeangebote auch in Ihrer Praxis. Wie das geht, zeigt Ihnen Klaus-Dieter Hellwege in seinem bewährten Leitfaden: - Eine 3-Stufen Anleitung hilft Ihnen bei der Gestaltung eines praxiseigenen, individuellen Prophylaxeprogramms und einer initialen Parodontaltherapie. - Mit internen Weiterbildungen schulen Sie Ihre Mitarbeiter zu professionellen Prophylaxehelfern. - Alle Ratschläge, Tipps und Hinweise wurden vom Autor erprobt und weiterentwickelt. - Musterbriefe oder -formulare können für die eigene Praxis angepasst und übernommen werden. - Durch verständliche Sprache und instruktive Abbildungen ist das Buch auch hervorragend fürs Aufklärungsgespräch mit dem Patienten geeignet. - Neue Kapitel zu den Themen Implantatprohylaxe und Diagnostik des Zahnhalteapparats und neue Inhalte zu modernen Mundhygienehilfsmitteln und zur grundlegenden Bedeutung der Zahngesundheit für die Allgemeingesundheit. Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App haben Sie zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 08.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783132021570
    Verlag: Georg Thieme Verlag KG
    Serie: ZMK Praxis
    Größe: 23590 kBytes
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Die Praxis der zahnmedizinischen Prophylaxe

1 Lebensraum Mundhöhle

1.1 Einleitung

Der Mensch orientiert sich in der Umwelt mit seinen Sinnesorganen. Augen, Ohren und die Nase sind mit einem dichten Netzwerk von Sinnesrezeptoren bestückt. Wie Empfangsantennen nehmen sie Licht-, Geruchs- und Schallreize auf. Ausgedehnte Projektionsfelder in unserem Großhirn verarbeiten die Nervenimpulse dieser hoch spezialisierten Umweltfühler zu menschlichen Sinneseindrücken.

Die Mundhöhle gleicht mit ihren anatomischen Strukturen einem Sinnesorgan. Sie ist die Eintrittspforte zum Verdauungstrakt. Reizaufnahme und -verarbeitung ihrer Sinnesrezeptoren setzen komplexe, nachgeschaltete Regelkreise in Gang.

Die Zunge durchmustert wachsam aufgenommene Speisen. Parallel zur Analyse von Geruchseindrücken und visuellen Reizen erkennt sie aus der Mischung süßer, saurer, salziger und bitterer Geschmackswahrnehmungen die bekömmliche Nahrung und hilft, Ungenießbares zu verwerfen. Ihre Geschmacksknospen stimulieren den Speichelfluss. Sie lösen, noch bevor ein Speisebrocken verschluckt wird, die Magensaftsekretion aus. Der Tastsinn der Zunge leitet den Schluckreflex ein. Durch ihn öffnet sich der Nahrung das Körperinnere.

Die Zähne übernehmen während des Kauaktes die Aufgabe makroskopischer Druckaufnehmer. Sie leiten den Kaudruck an feinste Nervenendigungen im Zahnhalteapparat weiter. Die Meldung dieser Druckrezeptoren steuert feinfühlig die Bewegung der Kaumuskulatur. Der Kauakt selbst zerkleinert die Nahrung. Er vergrößert die Oberfläche der Speisen und erleichtert so ihre Verdauung. Der Volksmund sagt: "Gut gekaut ist halb verdaut."

Mund, Zunge und mimische Muskulatur des Gesichts drücken mit ihrem Lachen, Weinen und Grübeln die Gefühlswelt des Menschen aus. Nicht zuletzt macht die dichte Verteilung sensibler Nervenendigungen in den Lippen und der Zungenspitze das Küssen erst schön! Die Mundhöhle umfasst ein komplexes Verbundsystem, in dem Zähne, Muskeln, Nerven, Speicheldrüsen und Kiefergelenke zu einem für den Menschen bedeutungsvollen Ganzen zusammengefasst sind. Es wird gelegentlich "stomatognathes System" genannt.

Die Mundhöhle steht mit ihren Geweben in enger Verbindung zur menschlichen Umwelt. Vom Augenblick der Geburt an besiedelt eine immer größer werdende Vielfalt bakterieller Keime zunächst die Zunge und Schleimhäute des Neugeborenen und später das Gebiss. Die Mundhöhle ist im Verlauf der menschlichen Entwicklungsgeschichte den Mikroorganismen ein willkommener Lebensraum geworden. Ihre Besiedlung mit Bakterien aller Art ist ein normaler Zustand. Sie mag auf den ersten Blick gefährlich erscheinen, doch funktionsbereite Abwehrsysteme begrenzen die rasche Vermehrung der Mikroorganismen in der feuchtwarmen "Brutkammer" der Mundhöhle und damit auch die Gefahr, an bakteriellen Infektionen zu erkranken:

Speichel

Sulkussekret

Epithelbarriere der Schleimhäute

der Mensch durch seine regelmäßige Zahnpflege

Finden die Mikroorganismen jedoch versteckte und vor der Mundhygiene geschützte, d.h. vom Patienten "unterputzte" Gebissabschnitte (mikrobielle Schlupfwinkel) können sie sich dort ungestört vermehren. In diesen Stagnationsbereichen verändert sich das ausgewogene Gleichgewicht zwischen bakterieller Besiedlung und menschlichen Abwehrmechanismen.

Die Einfaltungen (Krypten) der Mandeln, der Zungenrücken, die Kauflächen und Zahnzwischenräume sowie der Übergang vom Zahn zum Zahnfleischsaum sind bevorzugte Schlupfwinkel, in denen sich Bakterien massenhaft vermehren. In einem Gramm feuchtem Zahnbelag befindet sich die kaum noch vorstellbare Zahl von 4-7 × 1010 Mikroorganismen.

Das Überhandnehmen von krankheitsauslösenden Mikroorganismen in einer zunächst noch mit der Gesundheit verträglichen, bakteriellen Mischflora führt so im Grenzflächenkontakt zu den Zellen der menschlichen Gingiva, bereits nac

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