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Alles oder Nix Bei uns sagt man, die Welt gehört dir von Xatar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2015
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
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Alles oder Nix

Vom Knast an die Spitze der Charts: Giwar Hajabi alias Xatar ist Deutschlands einziger Gangsta-Rapper, der wirklich zum Gangster wurde. Und der wirklich gelebt hat, worüber er rappt. Aufgewachsen im Bonner Ghetto, macht sich Hajabi auf der Straße schnell einen Namen. Mit den Jahren wurden die Geschäfte größer und die Liste seiner Vorstrafen länger: Diebstahl, Raub, Körperverletzung. Nach einem spektakulären Überfall auf einen Gold-Transporter wurde er schließlich zum international gesuchten Kapitalverbrecher. Er tauchte im Irak unter, wurde monatelang gefoltert - und zurück in Deutschland schließlich zu acht Jahren Haft verurteilt. Von dem Gold fehlt bis heute jede Spur. Nach seiner Entlassung stürmt Xatar schließlich die Spitze der deutschen Charts. Er ist nun endgültig der Pate des deutschen Gangsta-Rap. Die Geschichte von Xatar ist eine Geschichte zwischen Armut und Reichtum, zwischen Partys in der Playboy-Mansion und Folterknast, zwischen Prominenz und Mafia-Paten. Zum ersten Mal erzählt Xatar seine Geschichte selbst. Die wirklichen Gründe für seinen Raub. Und eine Wahrheit, die niemand bis heute jemals erfahren hat. Am 24. Dezember 1981 wird Giwar Hajabi in einem Dorf nahe der iranisch-irakischen Grenze geboren. Seine Eltern sind kurdische Freiheitskämpfer. Nach einer langen Internierung durch irakische Sicherheitskräfte kann die Familie schließlich nach Deutschland fliehen. Mit fünf Jahren landet Hajabi in Bonn. Auf der Straße macht er sich schnell einen Namen als Drogendealer und Kleinkrimineller. Seine Erfahrungen verarbeitet er in der Musik. Er wird Gangsta-Rapper, gründet sein eigenes Label und nennt sich Xatar. 2008 veröffentlicht er mit Alles oder Nix sein erstes Album. Es landete auf dem Index. Ein Jahr später wird er wegen einem millionenschweren Goldraub zu acht Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis nimmt er heimlich sein zweites Album auf - und erreicht damit die Top 20 der deutschen Charts. Auf seinem Label verpflichtet er mit SSIO und Schwesta Ewa zwei von Deutschlands populärsten und erfolgreichsten Rappern. Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung erscheint sein drittes Studioalbum Baba aller Babas und erklimmt auf Anhieb Platz 1 der deutschen Albumcharts.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 12.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959710046
    Verlag: riva
    Größe: 2979 kBytes
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Alles oder Nix

TEIL 1
Freiheit

Kapitel 1

Die ersten Erinnerungen meines Lebens sind Erinnerungen an den Knast. Meine Eltern waren kurdische Freiheitskämpfer. Sie hatten einen Traum - und für diesen Traum waren sie bereit, in den Krieg zu ziehen. Sie träumten tatsächlich von einem autonomen Kurdistan. Von einem Land, in dem die Kurden ihre Flagge hissen und ihre Sprache sprechen können.

Als meine Eltern sich im Iran kennenlernten, hätten sie wohl nie gedacht, dass ihr Traum sie mal in eine Gefängniszelle führen würde. Mein Vater ist Musiker. Ein Freigeist, der seine Tage und Nächte damit verbrachte zu komponieren. Meine Mutter unterrichtete neben ihrem Studium an einer Grundschule. Die beiden waren keine Kämpfer. Aber sie lernten sich in einer Zeit kennen, in der das politische Klima im Iran extrem aufgeheizt war. Alle Zeichen standen auf Revolution. Es war eine Zeit, in der viele Kurden die Hoffnung hatten, ihre Träume von einem eigenen Staat endlich umsetzen zu können. Meine Eltern wollten diese Chance nutzen. Sie schlossen sich der Kurdischen Demokratischen Partei an und griffen für ihren Traum zu den Waffen. Sie kämpften an der iranisch-irakischen Grenze für die Freiheit ihres Volkes.

Als ich drei Jahre alt war, wurde aus dem Traum ein Albtraum. Meine Eltern wurden von irakischen Sicherheitskräften verhaftet. Sie wurden nach Samawa gebracht, eine kleine Stadt südlich von Bagdad. Und ich wurde von den Soldaten gleich mitgenommen. Das Gefängnis von Samawa war kein normales Gefängnis. Die Gefangenen hier sollten nicht bloß ihre Strafe absitzen. Die Menschen, die nach Samawa gebracht wurden, sollten sterben.

Die Zellen waren groß. Aber sie waren voll. Sie warfen einfach jeden rein, der hier ankam, vollkommen egal ob Männer, Frauen oder Kinder. Bis zu zwanzig Gefangene vegetierten in diesen Kerkern vor sich hin. Ängstlich und zusammengedrängt. Mütter kauerten in den Ecken und hatten ihre Kinder im Arm. Es war immer ruhig an diesem Ort. Aber es war eine bedrückende Ruhe. Niemand hat sich getraut zu sprechen. Jeder war nur damit beschäftigt, in diesem Drecksloch irgendwie zu überleben.

Das Schlimmste war aber nicht der Gestank. Nicht die Kakerlaken. Das Schlimmste war die Ungewissheit. Immer wieder kamen die Wärter und nahmen meinen Vater mit. Oft mehrmals am Tag. Meine Mutter und ich blieben in der Zelle zurück. Wir wussten nicht, was jetzt passieren würde. Wir wussten nicht, wie es weitergeht. Als die Wärter ihn ein paar Stunden später wieder in die Zelle zurückbrachten, war er ein anderer. Bis heute haben wir nie über das gesprochen, was genau passiert ist. Aber die Narben, die er auf seinen Armen trägt, erzählen mir mehr, als seine Worte es jemals könnten.

Ich glaube fest daran, dass unser Leben von Gott geschrieben ist. Und es gibt Momente, da werfen die Wendepunkte unserer Geschichte ihre Schatten weit voraus. Unsere Zeit in Samawa muss so ein Moment gewesen sein.

Irgendwann holte eine internationale Organisation unsere Familie aus dem Knast und brachte uns zunächst nach Paris.

Dort ging der Albtraum weiter. Wir kamen im tiefsten Winter an. Und nicht nur der Temperaturwechsel war ein Schock. Das Asylantenheim war eine Baracke. Wir lebten dort mit Hunderten anderer Menschen, unsere Matratzen waren voller Blut und Urin. Die Bettwäsche wurde nie gewechselt. Das Schlimmste aber war, dass wir zu dieser Zeit überhaupt kein Geld hatten. Wir bekamen nur Essensmarken vom Staat, mehr nicht. Das war eine Katastrophe. Mütter mussten für ihre Kinder Windeln klauen, um irgendwie über die Runden zu kommen. Das war menschenunwürdig. In unserem Asylantenheim waren Familien, die alles taten, um ihre Kinder vor dem Krieg zu bewahren, die auf ein besseres Leben hofften. Und dann waren sie gezwungen, Windeln zu klauen. Was für ein abfuck.

Irgendwann lernten meine El

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