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Amazing Grace und John Newton Sklavenhändler, Pastor, Liederdichter von Aitken, Jonathan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.09.2014
  • Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
eBook (ePUB)
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Amazing Grace und John Newton

Amazing Grace - das weltweit meist gesungene Kirchenlied. Dahinter: ein Leben wie ein Abenteuerroman. John Newton (1725-1807), zuerst zwangsrekrutiert zur Marine, wird später Sklavenhändler in Westafrika. Als er bei einer Stammesprinzessin in Ungnade fällt, wird er versklavt. 1747 gerät er auf der Überfahrt nach England in einen heftigen Sturm und wendet sich in seiner Verzweiflung an Gott. Die Crew überlebt und Newton beschließt, sein Leben zu ändern. Er wird Kapitän auf einem Sklavenschiff und heiratet seine Jugendliebe Mary Catlet. Später wird er anglikanischer Priester und kämpft gemeinsam mit William Wilberforce für die Abschaffung der Sklaverei. Neben 'Amazing Grace' - der Hymne der Sklavenbefreiung - schrieb er viele weitere Lieder, die auch heute noch gesungen werden. Inklusive 8-seitigem Bildteil.

Jonathan Aitken war Sekretär des britischen Schatzamtes und Staatssekretär für Verteidigung. In einer Lebenskrise wandte er sich dem christlichen Glauben zu und studierte Theologie. Er übt leitende Funktionen in gemeinnützigen Einrichtungen aus (u. a. Prison Fellowship) und ist Autor mehrerer Biografien (u. a. Richard Nixon, Charles W. Colson, Margaret Thatcher).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 552
    Erscheinungsdatum: 16.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783775172264
    Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
    Größe: 4279 kBytes
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Amazing Grace und John Newton

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]
1. Kapitel

Geistliche Kinderstube

D as alte Sprichwort "Das Kind ist der Vater des Mannes" trifft auf das Leben John Newtons zu. Er erlebte eine unsichere und unglückliche Kindheit. Seine Mutter starb, als er erst sechs Jahre alt war. Seine Beziehung zu seinem meist abwesenden Vater war zu distanziert und von Furcht geprägt, als dass sie sich hätten nahestehen können. Doch trotz all dieser Schwierigkeiten erbte der Junge von jedem Elternteil gewisse starke Charaktermerkmale, Wertvorstellungen und Überzeugungen. Auch wenn er in der Frühzeit seines Lebens von diesem Erbe auf andere Wege abwanderte, "durch viele Gefahren, Mühsal und Fallstricke", wie er es in seinem berühmtesten Choral schilderte, gehörten die Eigenschaften, die er von seiner Mutter und seinem Vater mitbekam, zu den stärksten Einflüssen auf John Newton während der zweiundachtzig Jahre, die auf seine Geburt in London am 24. Juli 1725 folgten.

Zwei Tage nach seiner Geburt, am 26. Juli 1725, wurde Newton in einer Dissenterkapelle 3 , dem Old Gravel Lane Independent Meeting House in Wapping am Nordufer der Themse, getauft. Den Vornamen John bekam er nach seinem Vater, einem angesehenen Seekapitän, der verschiedene im Mittelmeer verkehrende Handelsschiffe befehligt hatte. Johns Frau Elizabeth war eine treue Besucherin der Versammlungen in der Old Gravel Lane Chapel . Deren Pastor Dr. David Jennings wohnte zwei Häuser weit entfernt in derselben Straße wie die Newtons - der Red Lyon Street in Wapping. Der Umstand, dass die Jennings und die Newtons so nah beieinander wohnten, erklärt vielleicht, warum die Kapelle eine so wichtige Rolle in Johns Kindheit spielen sollte.

Kapitän John Newton spielte bei der Früherziehung seines Sohnes wegen seiner häufigen Abwesenheit auf See keine sonderlich wichtige Rolle. Reisen ins Mittelmeer waren im achtzehnten Jahrhundert langwierige Seefahrten, sodass Kapitän Newton monatelang unterwegs war. Kam er dann nach Hause, so war er ein strenger Vater. Von seinem Sohn erwartete er, dass er schwieg, bis er angesprochen wurde, dass er seinen Vater "Sir" nannte und ihm jederzeit mit Ehrfurcht, Gehorsam und Respekt begegnete. Ein solches Verhaltensmuster war für Vater-Sohn-Beziehungen jener Zeit nicht ungewöhnlich. Wenn Kapitän Newtons Haltung gegenüber dem kleinen John übertrieben formell erschien, so hatte das vielleicht mehr mit den Manieren zu tun, die er sich während seiner Erziehung in Spanien angeeignet hatte, als mit seinen wahren Empfindungen. Denn wie sich später zeigen sollte, war der Kapitän ein beharrlich liebevoller und vergebungsbereiter Vater, wann immer John sich hitzköpfig verhielt oder Fehler beging.

Über den familiären Hintergrund und die Vorfahren des älteren John Newton ist nichts überliefert. Die wenigen Fakten, die über sein Leben bekannt sind, deuten jedoch darauf hin, dass er ein distanzierter, starrköpfiger und faszinierender Mensch war. "Er wahrte stets eine Haltung der Distanz und Strenge in seinem Betragen", sagte sein Sohn, "was mich seelisch einschüchterte und entmutigte. Ich lebte stets in Furcht vor ihm." Diese Unzugänglichkeit wurde der Erziehung zugeschrieben, die er von den spanischen Jesuiten erhalten hatte, dem berühmten Lehrorden der katholischen Reformation, dessen Gründer Ignatius von Loyola gesagt haben soll: "Gebt mir ein Kind, ehe es sieben ist, und ich gebe euch den Mann." Ob die Bemerkung ihm zu Recht zugeschrieben wird oder nicht, die darin erkennbare Philosophie war viele Jahrhunderte lang der Eckstein der jesuitischen Lehre. Insofern verschafft es uns einen interessanten Einblick in den Charakter des älteren John Newton, dass er sich weigerte, Katholik zu werden, obwohl er von den führenden katholischen Erziehern seiner Zeit aufgezogen wurde und mehrere Jahre auf einem jesuitischen Kolleg in Sevilla verbrachte. Er war sein ganzes Leben lang in relig

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