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Beethoven Sein Leben - seine Musik von Siepmann, Jeremy (eBook)

  • Verlag: wbg Academic
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Beethoven

Ludwig van Beethoven war eine musikalische Ausnahmeerscheinung - bereits zu seinen Lebzeiten wurde sein Werk gefeiert und stellt bis heute einen der größten Schätze der Musikgeschichte dar. Obwohl er in relativ bescheidenen Verhältnissen in Bonn aufwuchs, reifte er im Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts, wo er u.a. Schüler Haydns war, zu einem musikalischen Genie heran. Hier schuf er seine wichtigsten Werke und wurde vom Vollender der Wiener Klassik zum Wegbereiter der Musik der Romantik. Ohne Beethoven wäre die Geschichte der Musik anders verlaufen. Jeremy Siepmann beschreibt das Leben des Menschen Beethoven, der einerseits mürrisch und aggressiv aber andererseits auch sehr verletzlich war, der ebenso komisch wie tragisch sein konnte. Und er führt den Leser in die Musik des genialen Komponisten ein, erklärt seine wichtigsten Werke und musikalischen Entwicklungen. Jeremy Siepmann ist ein international renommierter Autor, Musiker und Lehrer. Er ist Herausgeber des Piano-Magazins und hat unter anderem viel gelobte Biografien über Chopin, Tschaikowsky, Brahms und Beethoven sowie zwei Bände über die Geschichte des Pianos und eine Einführung in die Kammermusik verfasst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534735532
    Verlag: wbg Academic
    Originaltitel: Beethoven
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Beethoven

PROLOG

Beethoven zu seiner Zeit

Die Musik der Klassik, die sich 1770, als Beethoven geboren wurde, noch in einem relativ frühen Stadium befand, beruhte auf Vorstellungen von Ordnung, Proportion und Anmut. Schönheit und Symmetrie der Form waren in sich Objekte der Verehrung und erschufen zusammen ein utopisches Bild, eine Idealisierung der universellen Erfahrung. In der Romantik kam stattdessen - auch dank Beethovens Einfluss - ein Kult des individuellen Ausdrucks auf, das freie Bekenntnis starker Gefühle und Urbedürfnisse, die Verherrlichung der Sinnlichkeit, ein Flirt mit dem Übernatürlichen, eine Betonung der Spontaneität und Improvisation sowie die Kultivierung der Gegensätze. Kennzeichnete die Klassik eine Vorliebe für die Symmetrie, erfreute sich die Romantik an der Asymmetrie. Form wurde nicht länger nur als Behältnis angesehen, sondern als Ausdruck des Gefühls, das von innen heraus erzeugt wird. Die großen Maler der Romantik füllten ihre Leinwände mit großangelegten Landschaften, und die bedeutenden romantischen Komponisten, angefangen bei Beethoven und Weber (aber auch von Haydn in seinem Oratorium Die Jahreszeiten vorweggenommen), strebten ähnliche klangliche Darstellungen an. Die Musik erhielt eine illustrative Funktion in einem nie dagewesenen Maße, obwohl es die "Programmmusik" (erzählende Musik) schon fast so lange gab wie die Musik selbst. Mit ihrer Kultivierung und Umgestaltung des Volkslieds (oder dessen, was fälschlicherweise als Volkslied aufgefasst wurde) wurde die Musik zudem eine Darstellerin des Nationalismus, einer der stärksten Antriebskräfte der romantischen Epoche. Auch wenn dies nur eine kleine Rolle in Beethovens Schaffen spielte, finden wir Anzeichen in einigen Spätwerken mit seiner Übernahme der deutschen anstelle der traditionellen italienischen Terminologie (darunter sein kurzes Kokettieren mit dem Begriff "Hammerklavier" als Ersatz für das italienische "Pianoforte") sowie in seiner Bevorzugung der deutschen Opern Mozarts - vor allem der Zauberflöte - gegenüber dessen italienischen.

Ein weiteres Merkmal der romantischen Vorstellungskraft war die Vorliebe für Extravaganz. Beethoven war hier, besonders wo die Instrumentalmusik betroffen ist, richtungsweisend. Seine Sinfonien "Eroica", "Pastorale" und die Neunte dehnten Bandbreite und Größe der Sinfonie in einem ungeahnten Ausmaß, während seine Große Sonate für das Hammerklavier zweimal so lang wie eine typische klassische Sonate eines Mozart oder Haydn war.

Die Ideale und Folgen der Französischen Revolution waren für die Herrscher des zerfallenden Heiligen Römischen Reiches Grund zur Besorgnis. Daher wurde Österreich mit seiner Hauptstadt Wien ein Bollwerk gegen den französischen Imperialismus und ein gut funktionierender Überwachungsstaat, in dem sowohl politischer als auch philosophischer Liberalismus erbarmungslos unterdrückt wurde. Aber die Wiener, wie Beethoven bemerkte, waren keine naturgegebenen Revolutionäre. Sie waren eher für ihre politische Apathie und einen fast dekadenten Geschmack für Vergnügungen bekannt. Störender als ihre einheimischen Lehnsherren waren für sie die zwei Okkupationen 1805 und 1809 durch die Franzosen, wovon besonders die zweite der Stadt beträchtliches Elend brachte, in Form von Geldkrisen, bedenklicher Nahrungsknappheit und Bevölkerungsflucht, während Österreich als Ganzes ernste politische und territoriale Rückschläge erlitt. Mit der endgültigen Niederlage Napoleons im Jahr 1814 machte Österreich viele Verluste wieder wett und wurde während des Wiener Kongresses 1814-15 der Hauptbrennpunkt der diplomatischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aktivitäten Europas. In dieser Zeit, in der die Hauptstadt von Würdenträgern und ihrem Gefolge überflutet war, wurde Beethovens Fidelio 22-mal mit anhaltendem Erfolg aufgeführt. Aber während die Festlichkeiten in Zusammenhang mit dem Kongress ein Zeichen für die Rückkehr zur

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