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Günther G. Bauer, ein 'Ewigspielender' Schauspieler, Rektor, Spiel- und Mozartforscher

  • Erscheinungsdatum: 25.07.2014
  • Verlag: Hollitzer Wissenschaftsverlag
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Günther G. Bauer, ein 'Ewigspielender'

Günther G. Bauer war von 1983 bis 1991 Rektor der damaligen Hochschule bzw. heutigen Universität Mozarteum. An dieser Institution hat er in jungen Jahren Schauspiel studiert. Später arbeitete er als Schauspieler und Regisseur, bis er schließlich Professor für Schauspiel am Mozarteum wurde. Auch als Organisator war er erfolgreich tätig, so gründete er zum Beispiel das Institut für Spielforschung, das 1990 seine Arbeit aufnahm. Günther Bauer war auch ein durchaus erfolgreicher Verfasser von Hörspielen, Kindertheaterstücken und Erzählungen. Darüber hinaus schrieb er kulturwissenschaftliche Aufsätze über Zwerge, über Salzburg und vor allem über Mozart. Die einmalige Chance dieses Buches bestand darin, dass Günther Bauer sein Privatarchiv zur Verfügung gestellt hat. Von den rund 120 Bildern ist der größte Teil aus dieser Sammlung. Außerdem wird hier eine Erzählung erstmals veröffentlicht. Das vorliegende Buch wurde von Günther Bauer persönlich durchgesehen und für den Druck freigegeben.

Produktinformationen

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Günther G. Bauer, ein 'Ewigspielender'

Festrede Prof. Prinz Rudolf zur Lippe

(Diese Rede wurde zur Eröffnung der Festveranstaltung der Universität Mozarteum anlässlich von Alt-Rektor Prof. Günther G. Bauers 80. Geburtstag am 12.Oktober 2008 im Solitär gehalten. Die Rede wurde aufgenommen, vom Herausgeber Rainer Buland transkribiert und von Prof. Rudolf zur Lippe überarbeitet. Die manchmal unübliche Satzstellung der frei gesprochenen Rede wurde beibehalten, um den Eindruck des Gedankenstroms nicht zu verfälschen.)

Hochansehnliche Festgesellschaft!

Die größte Freude hätte ich Dir, Günther, heute bereitet, wenn ich eine Taxi-Quittung von Mozart gefunden hätte. Ich habe es nicht geschafft. Und wer sonst als Du, ein mit so viel Spürsinn und so viel Leidenschaft ausgestatteter und engagierter Forscher, würde das zustande bringen.

Das Rektorat, die Schauspiel-Unterrichts-Klasse, der Burgschauspieler. Ich bin nicht, wie manche in der Stadt erwartet haben, gebeten worden, eine Laudation auf Dich zu halten. Das wäre sicher nicht gut, denn ich habe diese Phasen nur von Weitem erlebt. Ich bin gebeten worden, eine Festrede zu halten, und will diese Stationen nur erwähnen, mit den Eigenschaften, die wir an Dir kennen, lieben und bewundern und die wir irgendwie diesen Phasen zuzuordnen geneigt sind.

Genauigkeit und Vorschau. Gerechtigkeit und genaues Hinschauen auf die Einzelnen. Wer wäre geeigneter gewesen zum Rektor einer – heute – Universität Mozarteum als ein großer Schauspieler, der immerhin als Schauspieler noch sein Doktorat in der Philosophie gemacht hat. Schauspiel-Unterricht an diesem Hause, sicher denken wir an Handwerk höchster Präzision und an Leidenschaft genauester Töne. Und wir denken sicher an intensivstes Fragen und mutige Entwürfe.

Ich glaube, dass es in Deinem Leben, so wie wir es heute an Dir miterleben dürfen und wie ich es auch schon seit einigen Jahren habe miterleben können, eigentlich nichts gegeben hat und nichts geben wird, das nicht dazugehört das Leben selbst zu lernen. Ich glaube, das ist das, was wir von Dir am meisten lernen sollten: Das Leben zu lernen.

Aber Du bist eben auch der große Burgschauspieler, der sicher hohe Präzision und einen Dienst an überzeugender Gegenwart verbunden haben wird.

Nun ist die Phase der hiesigen Arbeit sicherlich auch die Arbeit eines kollegialen Zusammenspiels gewesen und geblieben. Selten kann man dieses Überleben über die eigentliche Amtszeit des lebendigen Zusammenspiels so wunderbar beobachten, wie bei Dir und diesem Hause. Immer war Dein Engagement für das Besondere, aber zugleich bis ins Ganze hinein. Das Burgtheater war das Besondere, aber die ganze Kultur sollte vom Jugend- und Laientheater her mit dem Spiel sich verbinden. Wir vermuten auch, wir haben Dich im Verdacht, dass Du wahrscheinlich auch eine geheime Gesellschaft zur Protektion der Zwerge gegründet hast. Vom barocken Phänomen zur Erkundung der anthropologischen Falten auch bis in diese Variante.

Und immer ist das alles irgendwie auch im Stile eines Bergwanderers. Ich habe von Dir gelernt, dass die Unbeirrtheit und das Hinauf-Wollen nur die eine Seite ist und dass wir lernen müssen, geduldig zu sein, um stetig hinaufzukommen, weil es den Knien und dem Herzen besser bekommt, wenn sie sich für die immer neuen Höhen und damit auch die immer neuen Aufgaben eines Lebens immer wieder vorbereiten können. Das scheint mir der Erfolg auch dieser Deiner Lebendigkeit zu sein.

Schließlich kam die Gründung des Spielinstituts und dies gibt mir vielleicht die Chance, hier etwas zu würdigen, das ich selbst miterlebt und beobachtet habe. Du hast in Deiner Inaugurationsrede, der Gründungsschrift des Instituts, die beiden Worte von den Irrwegen und den Auswege

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