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Kraftwerk Die unautorisierte Biografie von Buckley, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2013
  • Verlag: Metrolit Verlag
eBook (ePUB)
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Kraftwerk

Kraftwerk ist ohne Zweifel eine der einflussreichsten Bands der Popgeschichte. Alben wie Radio-Aktivität und Trans Europa Express lieferten die Initialzündung für Hip Hop und die moderne Clubkultur - ohne sie wäre der Pop heute nicht so wie er ist. In Kraftwerk - die unautorisierte Biographie erzählt David Buckley die Geschichte der Band - von ihren Anfängen als Krautrocker bis zur Aufnahme in den Kunstkanon durch Retrospektiven im MoMA und der Tate Modern. Für seine Recherchen sprach er mit ehemaligen Mithgliedern und zahlreichen Weggefährten. Das Ergebnis liefert einen nie dagewesenen Blick auf die Menschen, die von sich behaupten: 'Wir sind die Roboter.'
'Am Heimcomputer sitz' ich hier und programmier' die Zukunft mir' behaupteten Kraftwerk 1981 auf Computerwelt - und die Geschichte gibt ihnen Recht. Ihre Musik programmierte die Entwicklung der Popmusik hin zum elektronischen Sound. Und ihre Vision einer von Computern dominierten Welt erscheint heute prophetisch und erschreckend akkurat.
Eine umfassende Beschreibung der Geschichte dieser genialen, visionären und geheimnisumwitterten Band und ihres Einflusses auf die moderne Popkultur jedoch gab es bisher nicht. David Buckley konnte für Kraftwerk - die unautorisierte Biographie nicht nur mit den früheren Kraftwerk-Mitgliedern Karl Bartos, Wolfgang Flür und Michael Rother sprechen, sondern auch mit weiteren Weggefährten, mit Musiktheoretikern und mit anderen Künstlern und Musikern wie Moby und Andy McClusky. Er beleuchtet damit auf einzigartige Weise das Selbstverständniss der Band, ihre Arbeitsweise, ihre Faszination für das Rennradfahren, und ihren Einflusses auf amerikanischen Hip-Hop und die Enstehung der elektronischen Musik.

David Buckley wurde 1965 in Liverpool geboren und lebt seit 1992 in München. Er hat einen Doktor in Popular Music von der University of Liverpool und ist seit mehreren Jahren Lehrbeauftragter für Popkultur an der Ludwig-Maximilians-Universität. Buckley schreibt unter anderem für das Magazin Mojo und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter die offizielle Biographie der Stranglers und mehrere Werke über David Bowie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 04.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783849303273
    Verlag: Metrolit Verlag
    Größe: 6957kBytes
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Kraftwerk

EINLEITUNG

"Meine Damen und Herren, Ladies and Gentlemen, Heute Abend (aus Deutschland): die Mensch-Maschine Kraftwerk"

Düsseldorf, November 2010

Ich bin nervös. Nervöser als sonst, wenn ich Leute aus dem Popgeschäft treffe. Ich werde vom ehemaligen Kraftwerk-Mitglied Wolfgang Flür zum Kling Klang Studio gefahren. Wolfgang, mittlerweile Anfang sechzig, trägt weite braune Cordhosen und eine kurze, bequeme Jacke. Sein leicht schütteres Haar ist braun gefärbt, und er hat eine sonnengebräunte Gesichtsfarbe. Ich bin deshalb nervöser als gewöhnlich, weil Wolfgang anders als die meisten anderen Popleute, die ich treffe, fast so etwas wie einer meiner absoluten Lieblingsmusiker ist. Davon weiß er freilich nichts. Dreizehn Jahre lang gehörte er zur klassischen Kraftwerk-Besetzung. Bis heute ist dies die einzige Besetzung, die für die meisten Fans tatsächlich Kraftwerk bedeutet – Wolfgang, Karl, Ralf und Florian. Die aktuelle Inkarnation mag kompetent und versöhnlich für die Fans sein, aber Ralf, Fritz, Henning und Stefan fehlt einfach diese ikonische Aura.

Kraftwerk aufzuspüren erwies sich als knifflig. Es war nicht einmal ganz klar, was oder wer Kraftwerk inzwischen eigentlich war. Die Höflichkeit gebot es, dass ich mich zunächst an die Band in ihrer momentanen Aufstellung wandte. Dieser gehört nur noch ein einziges Originalmitglied an, Ralf Hütter, doch war und ist er zweifelsohne der wichtigste Kopf. Stets war es seine Vision der Gruppe, die zum Tragen kam, und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Kraftwerk das Projekt von Ralf Hütter ist. Mein Verlag hatte einen Brief an Ralf geschrieben, der ihm durch eine dritte Partei überbracht wurde. Ein paar Wochen später erhielten wir eine förmliche Antwort von Patrick Strauch von Sony, in der man uns mitteilte, sie würden sich bei Interesse melden, allerdings sollten wir nicht darauf warten. Daneben schickte ich auch selbst einige höfliche Anfragen an Ralf, und zwar über zwei Leute aus dem Musikgeschäft, die mit Kraftwerk zusammengearbeitet hatten und denen Ralf vertraute: Paul Baines von EMI (später bei Mute) und Stuart Kirkham, der mit der Band an der Veröffentlichung ihres letzten Studioalbums Tour de France Soundtracks zusammengearbeitet hatte. Außerdem versuchte ich, über fünf Ecken und einen Musiker seines Nebenprojektes mit dem aktuellen Bandmitglied Henning Schmitz Verbindung aufzunehmen. Keine dieser Strategien führte zum gewünschten Ergebnis, einer Audienz bei Ralf.

Kraftwerk besitzen jedoch einen großen "EX-Faktor", gibt es doch bis heute nicht weniger als 19 ehemalige Mitglieder, wenn man alle Musiker mitrechnet, die live und im Studio je in der Gruppe mitgespielt haben. Von diesen sprachen einige mit mir, etwa Eberhard Kranemann, der Kraftwerk von Ende der Sechziger bis Anfang der Siebziger angehörte; er war schon dabei, als sie noch gar nicht Kraftwerk hießen. Auch mein Gesprächspartner Michael Rother, bekannter als eine Hälfte von NEU!, war in dieser frühen Phase kurzzeitig Mitglied von Kraftwerk. Wolfgang Flür gab mir das längste Interview seines Lebens, das sich über zwei Tage in Düsseldorf erstreckte. Wir lachten viel miteinander und aßen sehr gut. Der seltsamste Augenblick war sicher, als ich mir eines Abends mit ein paar Bier Mut angetrunken hatte und dachte, es wäre eine tolle Idee, ihm in bester Kneipensängermanier "The Model" vorzutragen. Der leicht amüsierte Wolfgang nahm es mit Humor.

Der charmante und sehr geistreiche Karl Bartos, der die Gruppe 1990 verließ, hatte mit mir schon viel über Skype kommuniziert, und mit der Zeit wurden wir per E-Mail und Facebook richtige Interne

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