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Sugar Man Leben, Tod und Auferstehung des Sixto Rodriguez von Segerman, Stephen 'Sugar' (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.09.2015
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Sugar Man

Der Oscar-prämierte Dokumentarfilm "Searching for Sugar Man" begeisterte Millionen Zuschauer weltweit und rührte Tausende zu Tränen. Die einzigartige Geschichte um die Suche nach dem Folksänger wird in diesem Buch erstmals ausführlich und mit vielen neuen Details von den Protagonisten des Films dargelegt. Der "Dylan aus Detroit" hatte Anfang der Sechziger zwei Studioalben voller poetischer Songs aufgenommen, die von der Kritik hoch gelobt wurden, aber kommerziell floppten. Also hängte der Musiker seine Karriere an den Nagel. Wovon er nichts ahnte: Im Südafrika der Apartheid wurden seine Lieder zu Hymnen der Protestbewegung, der Sänger wurde dort in den Siebzigern zum Star. Die Autoren Craig Strydom und Stephen Segerman machten sich auf die Suche nach Sugar Man - von dem alle dachten, er sei tot. Sie fanden ihn als einfachen Stahlarbeiter in seiner amerikanischen Heimatstadt wieder - und verhalfen ihm damit zu einer späten Karriere als Folk-Superstar. Craig Bartolomew Strydom, freier Autor und Werbetexter, schreibt u.a. Texte und Reportagen für den Rolling Stone. Stephen "Sugar" Segerman ist Musikjournalist und Eigentümer des legendären Plattenladens "Mabu Vinyl". Die beiden leben in Kapstadt, Südafrika, und sind die Protagonisten des Dokumentarfilms "Searching for Sugarman", ohne die Rodriguez und seine Musik wohl nie ein solches Comeback erlebt hätte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 25.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843711746
    Verlag: Ullstein
    Größe: 1918 kBytes
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Sugar Man

Prolog

Sundance

(2012)

"Was du übersiehst, ist, dass der Weg als solcher dich verändert."

Julien Smith, The Flinch

In dem "Making of"-Bonusmaterial auf der DVD von Searching for Sugar Man gibt es einen Filmausschnitt, in dem Craig Bartholomew Strydom, der sogenannte Musikdetektiv aus dem Film, an einem verschneiten Abend vor einem Restaurant in Park City, Utah, eintrifft. Der Bürgersteig ist glatt, so dass er und seine Frau vorsichtig gehen. Regisseur Malik Bendjelloul, der ewig jungenhafte ehemalige Kinderschauspieler, kommt ihnen mit einer Kamera in der Hand entgegen. "Ist das Video?", fragt Strydom absurderweise. "Ja, ist es", antwortet der Regisseur in seinem englischen Singsang, eine Art zu reden, die er aus seiner Muttersprache Schwedisch übernommen hat. Malik will diesen Moment festhalten, denn es ist nach mehr als zwölf Jahren das erste persönliche Treffen zwischen Strydom und Stephen "Sugar" Segerman, seinem Mitverschwörer bei der Rodriguez-Story. Es ist der Eröffnungsabend des Sundance Filmfestivals. Heute ist der 19. Januar 2012, der sich als erster einer Reihe bedeutsamer Termine für diese Low-Budget-Dokumentation erweisen sollte. Was der kurze Filmausschnitt nicht zeigt - und nicht zeigen kann -, sind die vielen steinigen Wege, die zu diesem Moment in den Rockies geführt haben. So viele Bahnen haben sich bei der Produktion dieses Films und der Geschichte dahinter gekreuzt und werden es weiter tun. Noch weiß es niemand, aber obwohl es sich anfühlt wie ein Ende, ist dieser Abend erst der Beginn einer außergewöhnlichen Reise, die einem genialen, jedoch schwer fassbaren Musiker mit 40 Jahren Verspätung endlich die verdiente Anerkennung bringen wird.

Als Nächster trifft Segerman ein. Er leidet unter einem Jetlag und ist völlig durchgefroren, weil er gerade aus Südafrika eingeflogen ist, dem unwahrscheinlichen Schauplatz eines großen Teils dieser sehr amerikanischen Geschichte. Und in Afrika schneit es nur selten, egal was einem der Achtziger-Jahre-Band-Aid-Hit "Do They Know It's Christmas?" weismachen will. Schon gar nicht zu Weihnachten. Segerman gibt sich genau wie Strydom alle Mühe, seine Emotionen zu beherrschen. Schließlich war es zum Teil seine Vision, die dazu beigetragen hat, der totgeborenen Karriere eines der enigmatischsten Musiker des 20. Jahrhunderts Leben einzuhauchen. Sixto Rodriguez, ein Zwei-Album-Flop, dem nach einem kurzen Schnuppern am Ruhm nichts anderes übrigblieb, als in seine Arbeiterexistenz zurückzukehren, ohne etwas von seinem riesigen Erfolg in Südafrika zu ahnen, einem von der Welt geächteten Land auf einem anderen Kontinent.

Strydom und Segerman geben sich im Schneetreiben die Hand. Strydom denkt zurück an die frühen 1980er, als ihm der Plan, herauszufinden, was mit Rodriguez geschehen war, wie eine Schnapsidee erschienen war. Das war vor seiner Begegnung mit Segerman. Die "Rote Gefahr" bedrohte Südafrikas Grenzen, und die Massen im Land wurden unruhig, deshalb ließ sich die Sicherheit der weißen Minderheit in ihren grünen Vororten nur durch den Einsatz von Truppen gewährleisten. Das glaubte zumindest die kurzsichtige Regierung der Nationalpartei unter Premierminister P. W. Botha. Genug Truppen gab es jedenfalls, weil alle männlichen Weißen einen zweijährigen Militärdienst ableisten mussten. Und so kam es, dass Strydom an einem Tag des Jahres 1984 eher nebenbei zum ersten Mal ein Album hörte, das sein Leben für immer verändern sollte. Es drang aus einem kleinen Kassettenrekorder eines Freundes, und die Texte hatten erfrischenderweise nichts Banales. Stattdessen sang eine Stimme Zeilen wie " I was born for the purpose that crucifies your mind " und " In the factory that you call your mind, graveyard thoughts of stone ". Wer war dieser Poet, fragte Strydom. Der Sänger hieße Rodriguez, erhielt er zur Antwort, und hätte sich auf offener Bühne umgebracht, nachdem er vorhe

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