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Was noch kommt ... Der Komponist Matthias Pintscher

  • Erscheinungsdatum: 02.03.2015
  • Verlag: Schott Music
eBook (ePUB)
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Was noch kommt ...

Matthias Pintscher, geboren 1971 im westfälischen Marl, gehört zu den erfolgreichsten und interessantesten Komponisten seiner Generation. In seiner Kunst verbündet er sich mit dem Schwierigsten und Sperrigsten. Er geht entschieden und rigoros mit seinen Materialien um, entfaltet eine radikale Poetik. Intensiv beschäftigt er sich mit dichterischen Grenzgängern wie Hans Henny Jahnn und Arthur Rimbaud; außerdem inspirieren ihn immer wieder Malerei und Architektur. Der Band, der in Zusammenarbeit mit der Alten Oper Frankfurt am Main entstand, versammelt Beiträge von Norbert Abels, Hans-Klaus Jungheinrich, Siegfried Mauser, Eva Pintér, Wolfgang Sandner und Martin Zenck

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 93
    Erscheinungsdatum: 02.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783795786434
    Verlag: Schott Music
    Größe: 3327 kBytes
    Idee von: Pintscher, Matthias
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Was noch kommt ...

Poesie als Anregungsquelle

Textvertonung und musikalische Inspiration bei Matthias Pintscher

Éva Pintér

Es gibt kaum einen Bericht, eine Werkeinführung oder einen PR-Text über Matthias Pintscher, in dem nicht ein Satz von ihm zitiert wird: "Meine Musik vertraut der Kraft des Poetischen". In der Tat basieren zahlreiche seiner Kompositionen auf einer konkreten Inspiration aus der Bildenden Kunst oder, noch häufiger, aus der Literatur: Die literarischen Quellen Pintschers reichen von Ovid bis zu Texten von Georg Büchner, Stéphane Mallarmé, Hans Henny Jahnn und Edward Estlin Cummings - dabei geht es allerdings keineswegs allein um vertonte Texte, sondern auch um Werke für rein instrumentale Besetzung. Ein Dichter spielt in diesem Bereich der verbalen, quasi ins Musikalische übertragenen "Quellen" eine absolut dominierende Rolle in Matthias Pintschers Schaffen: Arthur Rimbaud (1854-91), und die zahlreichen durch Rimbaud inspirierten Werke Pintschers zeigen sowohl kompositionstechnische wie auch ästhetische Stufen, ja Entwicklungslinien auf.

"Die Auseinandersetzung (besser: Versuche einer Annäherung) mit der Lyrik Rimbauds begann gleichzeitig mit meinen ersten kompositorischen Überlegungen im Alter von 16 Jahren", so Pintscher; 1 schon im Jahre 1990, also mit 19 Jahren, komponierte er einen - unveröffentlicht gebliebenen - dreiteiligen Liederzyklus für Sopran und Klavier mit dem Titel Ofelia nach Texten von Rimbaud. Seine weiteren durch Rimbaud inspirierten Werke sind: der fünfteilige Zyklus Monumento

- Monumento I für Klavier (1991)

- Monumento II "Devant une neige" für Orchester (1993)

- Monumento III "Départ" für Instrumentalensemble (1993; rev. 1995)

- Monumento IV "Choc" für Orchester (1996)

- Monumento V "Départ - 2. Versuch" für vier Soprane, vier Mezzosoprane, drei Violoncelli und Ensemble (1998)

- Sur "Départ" für acht Frauenstimmen, 2 drei Violoncelli und drei Orchestergruppen (1999)

- Vers quelque part ... - façons de partir in zwei Versionen, nämlich für acht Frauenstimmen a cappella und fünf Schlagzeuger ad libitum bzw. für acht Frauenstimmen, 3 Sprecherin, Schlagzeug, drei Violoncelli und kleine Live-Elektronik (2000 bzw. 2001)

- die Oper L'espace dernier (UA Februar 2004 in Paris)

(Der Vollständigkeit wegen sei hier vermerkt, dass Pintscher auch in seinem Bühnenwerk Gesprungene Glocken (1993/94; rev. 2000) Texte von Rimbaud verwendete.)

Alle Texte für die oben genannten Stücke stammen aus Rimbauds 1887 entstandenem Les Illuminations (in deutscher Übersetzung heißt der Band entweder "Erleuchtungen", "Farbstiche" oder "Licht-Spuren"). Monumento II - "Devant une neige" basiert auf Rimbauds Being Beauteous (der Text inspirierte übrigens auch Benjamin Britten 4 und Hans Werner Henze 5 ), Monumento IV - "Choc" auf Barbare . Noch signifikanter für Pintschers künstlerische Beziehung zu Rimbaud erscheint es, dass mehrere seiner Werke das Prosagedicht Départ aufgreifen; in Vers quelque part (2000/2001) wird Départ außerdem noch durch Ausschnitte aus dem Gedicht Le bateau ivre von Rimbaud sowie durch Zitate aus den Briefen von Isabelle, der Schwester von Rimbaud, ergänzt - die Bedeutung dieser Vorgehensweise wird später noch erörtert.

Paul Verlaine, Dichterfreund und Gefährte Rimbauds sowohl im künstlerischen wie auch im privaten Bereich, bezeichnete Les Illuminations als "diamantene Prosa". In diesem Band entwickelt Arthur Rimbaud eine einzigartige dichterische Sprache zwischen freiem Vers und rhythmischer Prosa, eine ungemein verdichtete Sprache, die gerade durch diese Verdichtung wie auch durch ihre bewusste "Regellosigkeit" sinnesschärfend wirkt. Matthias Pintscher erklärte mehrfach, welche Art künstlerische Inspiration

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