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Pop-Tragödien Die spektakulärsten Fälle von den Beach Boys bis Nirvana von Schober, Ingeborg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.09.2013
  • Verlag: FUEGO
eBook (ePUB)
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Pop-Tragödien

Die Pop-Geschichte ist voll von Pop-Tragödien. Von Künstlern, deren Leben zwischen musikalischen Höhenflügen und persönlichen Katastrophen hin und her schwankte. Von Musikern, die an ihrem Erfolg, ihren Ängsten, ihren Drogen scheiterten. Ingeborg Schober erzählt mit viel Insiderwissen die zehn spektakulärsten Fälle von den Beach Boys bis Nirvana. Der 'Gott der 80er Jahre', Falco, kommt dabei ebenso vor wie der in Vergessenheit geratene Begründer der elektronischen Musik Leon Theremin. Der anarchistische Punk Sid Vicious von der Sex Pistols steht gleichberechtigt neben der 'singenden Nonne' Soeur Sourire; die legendäre Sängerin von Velvet Undergound Nico wird ebenso porträtiert wie die Nicht-Sänger Milli Vanilli. Die zehn packenden Stories zeigen die dunkle Seite der Glitzerwelt. Ingeborg Schober (1947 - 2010) war Journalistin, Buchautorin, Übersetzerin und lebte in München. Sie arbeitete in den Bereichen Popmusik, Entertainment, Jugendkultur und Medien für Süddeutsche Zeitung, Stern, Focus und zahlreiche andere Print- und Hörfunkmedien. Sie galt als erste überregional bekannte Journalistin, die sich publizistisch mit Popmusik auseinandersetzte. Ihre Buchveröffentlichungen über Jim Morrison, Janis Joplin und die Amon Düül-Biografie 'Tanz der Lemminge' sind über Fuego als eBooks wiederveröffentlicht und in allen Ebook-Download-Shops erhältlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 190
    Erscheinungsdatum: 13.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862870875
    Verlag: FUEGO
    Größe: 696 kBytes
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Pop-Tragödien

S oeur Sourire ist tot - sie ist tot, es wurde Zeit. Ich sah ihre Seele auf einem fliegenden Teppich durch die Wolken fliegen ..." - Wie kommt eine bis dahin unbeschwerte und unbescholtene Nonne, die unter dem Künstlernamen Soeur Sourire mit ihrem fröhlichen Chanson "Dominique" 1963 die internationalen Hitparaden erobert hatte, dazu, solche Textzeilen für ein Lied zu schreiben? Auch wenn man aufgrund ihres tragischen Todes 1985 versucht ist zu glauben, sie hätte bereits damals, 1967, Selbstmordgedanken gehegt, ist das pure Spekulation. Die "lächelnde Nonne" oder die "singende Nonne", wie sie in die Geschichte der Popmusik einging, wollte damit vielmehr eine weitere ihrer Alias-Figuren, eines ihrer Pseudonyme, begraben, um unter dem neuen Namen Luc Dominique ein neues Kapitel ihres kurzen und dennoch sehr bewegten Lebens aufzuschlagen. Denn später heißt es im Text:

"Soeur Sourire ist tot - sie ist tot, es wurde Zeit ..., ich habe meine Mitmenschen um die Erlaubnis gebeten, mich weiter zu entwickeln, geweiht unter ihnen zu leben, in Shorts oder Kleidern, Blue Jeans und Pyjama ...".

Jeder dieser sehr unterschiedlichen Lebensabschnitte fand unter einem anderen Namen statt. Man könnte also durchaus behaupten, die Frau hatte keine wirkliche Identität - oder vielmehr, sie hatte ihre Identität schon geopfert, als sie ins Kloster eintrat.

Ihr richtiger Name war Jeanine (Jeanne-Paule Marie) Deckers. Geboren wurde sie am 17. Oktober 1933 in Brüssel als Älteste von vier Geschwistern - Hubert, Edgard und Madeleine. Ihr Vater Lucien war Konditormeister und die Mutter Gabrielle Hausfrau. Sie hatten 1932 geheiratet, er mit 29, sie mit 20. Die wohlbehütete Kindheit endete für Jeanine mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges. Ihr Vater Lucien befürchtete zu Recht, dass auch der wallonische Teil Belgiens darunter leiden würde. Also machte er sich zu Beginn des deutschen Westfeldzuges mit seiner Familie nach Frankreich auf, in der Hoffnung, die Franzosen würden der Übermacht der deutschen Wehrmacht länger standhalten. Doch als sie endlich in Paris ankamen, war dieses bereits von den Deutschen besetzt. Vater Lucien kämpfte als Mitglied der Résistance im Untergrund gegen die Nazis und ließ seine Familie oft in Paris allein, wo sie sich bis Kriegsende 1945 mehr schlecht als recht über Wasser hielt. Danach kehrten die Deckers wieder nach Belgien zurück. Jeanine, die mit ihren zwölf Jahren bereits alle Schrecken, die ein Krieg mit sich bringt, erlebt hatte, machte in Saint Henri nahe Brüssel ihren Schulabschluss.

Die introvertierte Jeanine hatte schon sehr früh ein zeichnerisches und malerisches Talent gezeigt und kehrte 1953 nach Paris zurück, um sich dort an einer Kunstschule als Zeichenlehrerin ausbilden zu lassen. Danach unterrichtete sie bis 1959 an einer Mädchenschule in ihrer Heimatstadt Brüssel.

Was in diesem Jahr zu einem extremen Bruch in ihrem Lebenslauf und einer völlig neuen Orientierung führte und sie dazu brachte, dem Dominikanerinnenorden von Fichermont bei Waterloo beizutreten, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Bis dahin hatte sie keinerlei Anzeichen überzeugter oder schwärmerischer Religiosität gezeigt. Auch ihre Familie war offenbar nicht sonderlich religiös geprägt. Aus finanzieller Not heraus geschah es ebenfalls nicht und es wird auch von keinem spirituellen Schlüsselerlebnis berichtet, das sie zu diesem Schritt bewegte.

Doch sie war verlobt und offenbar bitter enttäuscht, als der Verlobte sie sitzen ließ. So ist die Vermutung am naheliegendsten, dass sie letztlich wegen einer unglücklichen Liebe ins Kloster flüchtete. Dafür spricht, dass sie Mitte der 1960er Jahre in einem Interview Folgendes eingestand: "Ich bin nicht gegen die Ehe, aber die meisten Ehen, die ich kenne, sind deprimierend ... ich bin mir sicher, dass auch unsere Ehe nicht funktioniert hätte, wenn ich meinen Verlobten geheiratet hätte. Ihm fehlte eine gewisse Abenteuerlust."

Gleichzeitig erklär

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