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Die Gottesfrage im Denken Martin Heideggers von Fischer, Norbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.08.2011
  • Verlag: Felix Meiner Verlag
eBook (ePUB)
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Die Gottesfrage im Denken Martin Heideggers

Die Gottesfrage hat im Denken Martin Heideggers von seinen Anfängen bis zu seinem Ende eine treibende Rolle gespielt. Nach den Vorüberlegungen Norbert Fischers, die das Vorfeld der geschichtlichen Situation umreißen, in der Heidegger die Gottesfrage bedenkt, gibt Friedrich-Wilhelm v. Herrmann einen grundlegenden Überblick über die drei Wegabschnitte der Gottesfrage im Schrifttum Heideggers: 1. Zur hermeneutischen Analytik des faktischen Lebens und der wahrhaften Idee der christlichen Philosophie, 2. Zur hermeneutischen Daseinsanalytik in der theologischen 'Epoché', 3. Zum ereignisgeschichtlichen Da-Sein im Bezug zum 'letzten Gott'. Die Betrachtung der einzelnen Stationen beginnt mit einem Beitrag von Costantino Esposito zum frühen Heidegger, der bekanntlich wichtige Impulse von der Theologie und der faktischen Religion erhalten hat. Günther Pöltner bezieht sich auf das Verhältnis von Phänomenologie und Theologie und stellt Heideggers Auffassung der Philosophie als 'Korrektion' der Theologie dar. Die Neuansätze Heideggers zum 'letzten Gott' in den 'Beiträgen zur Philosophie', die zum dritten Wegabschnitt gehören, kommen bei Paola-Ludovika Coriando einführend zur Sprache. In den nachfolgenden Arbeiten werden Einzelaspekte untersucht: Johannes Brachtendorf wendet sich Heideggers Abhandlung Nietzsches 'Wort 'Gott ist tot'' zu, Klaus Düsing betrachtet Heideggers Hölderlin-Auslegung und Heideggers Seinsgeschichte, Norbert Fischer macht die Rilke-Interpretation Heideggers zum Thema, und Rainer Thurnher bringt Heideggers Distanzierung von der metaphysisch geprägten Theologie und Gottesvorstellung in den Blick. Die Wirkung Heideggers auf die christliche Theologie, insbesondere auf die katholische Rezeption, stellt Albert Raffelt dar. Norbert Fischer's work on Kant includes (with Dieter Hattrup) Metaphysik aus dem Anspruch des Anderen: Kant und Levinas (Schöningh, 1999); Kants Metaphysik und Religionsphilosophie (Meiner, 2004); Kants Grundlegung einer kritischen Metaphysik (Meiner, 2010); and (as coeditor) Die Gottesfrage in der Philosophie Immanuel Kants (Herder, 2010). He studied philosophy, theology, and German philology at the universities of Mainz and Freiburg im Breisgau and earned his Ph.D. and Habilitation in philosophy. He was Professor of Philosophy at Mainz (1985-88), Trier (1989-90), Paderborn (1991-95) and Eichstatt (1995-2013). His research interests include Plato, Augustine, Kant, Heidegger, and Levinas; philosophical theology; metaphysics; the foundations of practical philosophy; and philosophy of religion.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 239
    Erscheinungsdatum: 03.08.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783787330300
    Verlag: Felix Meiner Verlag
    Größe: 992 kBytes
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Die Gottesfrage im Denken Martin Heideggers

- FRIEDRICH-WILHELM VON HERRMANN -
Die drei Wegabschnitte der Gottesfrage im Denken
Martin Heideggers

1.Hermeneutische Analytik des faktischen Lebens und die wahrhafte Idee der christlichen Philosophie (1916-1921)

Im Frühjahr 1915 hatte Heidegger seine Habilitationsschrift Die Kategorien- und Bedeutungslehre des Duns Scotus abgeschlossen. Für die Veröffentlichung im Jahre 1916 verfaßte er einen Schluß mit dem Titel 'Das Kategorienproblem'. Aus diesen abschließenden zwölf Seiten spricht unüberhörbar ein neuer Geist. Denn ihr Verfasser zeigt die Notwendigkeit auf, daß und wie das Kategorienproblem in die 'Philosophie des lebendigen Geistes' einmünden muß (GA 1,406): "Die Philosophie kann ihre eigentliche Optik, die Metaphysik, auf die Dauer nicht entbehren ." "Innerhalb des Reichtums der Gestaltungsrichtungen des lebendigen Geistes ist die theoretische Geisteshaltung nur eine " (ebd.). Vom 'lebendigen Geist' heißt es, er sei " wesensmäßig historischer Geist im weitesten Sinne des Wortes " (GA 1,407). "Im Begriff des lebendigen Geistes und seiner Beziehung zum metaphysischen 'Ursprung' eröffnet sich ein Einblick in seine metaphysische Grundstruktur" (GA 1,410). "Philosophie als vom Leben abgelöstes, rationalistisches Gebilde ist machtlos " (ebd.) Die hier neu entworfene Idee der Philosophie wird abschließend gekennzeichnet als "Philosophie des lebendigen Geistes, der tatvollen Liebe, der verehrenden Gottinnigkeit" (ebd.) Die Grundintention dieser Zitate: eine Philosophie des vor theoretischen Geistes, des lebendigen Geistes, des vor theoretischen Lebens in seiner verehrenden Gottinnigkeit, kehrt in verdeutlichter Weise in jenen Briefen wieder, die Heidegger im Jahre 1916 an seine Braut Elfride Petri richtet. 1 Im Brief vom 1.1.1916 heißt es: "Kind, ahnst Du nicht, daß nur der unendliche, persönlichste Geist Gottes in seiner absoluten Fülle uns u. unserem Dasein letztes Ziel u. Ende sein kann". 2 Zwei Tage später schreibt Heidegger: "'wahres Gotterlebnis' ist eine wundersame, seltene Gnade, deren man nur würdig wird durch Leid, wie Du es geworden" (ebd. 29 f.). Der Brief vom 5.3.1916 ist an Deutlichkeit kaum überbietbar: "ich weiß heute, daß es eine Philosophie des lebendigen Lebens geben darf - daß ich dem Rationalismus den Kampf bis aufs Messer erklären darf - ohne dem Bannstrahl der Unwissenschaftlichkeit zu verfallen - ich darf es - ich muß es - u. so steht heute vor mir die Notwendigkeit des Problems: wie ist Philosophie als lebendige Wahrheit zu schaffen u. als Schöpfung der Persönlichkeit wert u. machtvoll" (ebd. 36 f.). Jetzt ist es ganz deutlich geworden: Die Philosophie des 'lebendigen Geistes' ist die Philosophie des 'lebendigen Lebens', und diese Philosophie des vortheoretischen Geistes und Lebens ist eine neue Metaphysik, eine Metaphysik des lebendigen Geistes und der verehrenden Gottinnigkeit. Und so heißt es im Brief vom 12. Mai 1918: "Aus einer solchen Atmosphäre persönlichen Zusammenlebens mit den ständig wirksamen Perspektiven religiöser Verinnerlichung wird mir die wahrhafte Religionsphilosophie u. das Philosophieren überhpt. erwachsen" (ebd. 66). In diesen Briefstellen spricht sich Heideggers denkerische Urerfahrung für seine eigenste Fragestellung aus: Die Philosophie des 'lebendigen Lebens' wird dann in den Vorlesungen seit 1919 als hermeneutische Phänomenologie des 'faktischen', 'vortheoretischen' Lebens und Daseins in dessen eigenstem Sein entfaltet. Aus diesem neu erfahrenen Ursprungsboden des 'lebendigen Lebens' soll auch die philosophische Gottesfrage als die 'wahrhafte Religionsphilosophie' ausgearbeitet werden.

Zum Brief vom 12. Mai 1918 gehören auch die auf den 6. und

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