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Vorausgesprochenes als Angelpunkt des Denkens Zur Differenz von Wissen und Sinn von Bresgen, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2016
  • Verlag: Olms
eBook (ePUB)
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Vorausgesprochenes als Angelpunkt des Denkens

Dieses Buch bietet einen eigenständigen Ansatz, von dem aus sich Sinnfragen in einer neuen Perspektive stellen. Dazu werden die Prinzipien der Selbigkeit und Verschiedenheit so eingeführt, dass aus ihnen die Welt und ein nicht bloß nützliches, sondern auch sinnbezogenes Denken hervorgeht, dessen Angelpunkt ein zuvor Vorausgesprochenes ist. Der Sinn des Vorausgesprochenen muss aber durch das Denken erschlossen werden und dies infolge eines Zuwachses an Wissen immer wieder von neuem. So lässt sich von daher auch eine Differenz von Sinn und Wissen bestimmen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 01.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783487421629
    Verlag: Olms
    Größe: 564kBytes
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Vorausgesprochenes als Angelpunkt des Denkens

2. Voraushören und Voraussprechen (S. 13-14)

Wer anderen sprechend etwas mitteilt, hört auch selbst, was er spricht. Er ist Sprechender und Hörender zugleich. Nur indem er sich hört, kann er auch verstehen, was er spricht. So spricht er nicht nur zu den anderen, sondern auch zu sich.

Sollte aber jemand etwas mitteilen, das er selbst nur mangelhaft oder nicht versteht, so wird ihm dessen Verständnis nicht dadurch erschlossen, dass er sich sprechen hört.

Eine Erweiterung von Verständnis gelingt aber im Denken.

Auch der Denkende spricht - ob er es ausspricht oder nicht - zu sich und hört sich dabei zu. Doch sein Hören geht jetzt über das hinaus, was er innerlich spricht oder momentan zu sprechen in der Lage ist. Er hört etwas, das seinem Sprechen voraus ist. Daher sucht er das Gehörte sprechend einzuholen. Nur so kann es zu einem erweiterten Verständnis kommen.

Dies gelingt, wenn er das Vorausgehörte in einem darauf zugehenden Sprechen wiedererkennt.Was er so mit seinem Sprechen einholt, wird dann auch von ihm verstanden. Das von ihm Vorausgehörte hebt er so in die Sprache.

So ist das Vorausgehörte gewissermaßen der intuitive Anreiz, ohne den ein Denken nicht vorankommen kann - und das Denken selbst ein Zusammenspiel von Voraushören und in die Sprache-Heben eines Vorausgehörten. Insofern dies gelingt, kommt es zu einem erweiterten Verständnis gemäß dem Vorausgehörten. Aus dem Denken geht so das Gedachte hervor. Folgt also hier das Sprechen dem Hören nach, so stellt sich die Frage, ob es nicht auch möglich ist, dass umgekehrt auch das Sprechen dem Hören vorausgeht?

Dann würde jemand etwas innerlich sprechen oder direkt aussprechen, das er aber kaum versteht - ähnlich wie bei einer Rede im Traum, die vor ihrer Deutung rätselhaft ist. Indem es wie von selbst spricht, sollte ein solchermaßen Gesprochenes dann aber den Hörenden nicht mehr loslassen. Insofern ist er genötigt, es deutend einzuholen. Deshalb kann dieses ein Vorausgesprochenes genannt werden.

Doch der Versuch einer Deutung erfordert wieder das Denken - und damit wiederum das soeben angesprochene Voraushören.

Möglich sollte also sein, dass ein Hörender das ihm Vorausgesprochene nur mangelhaft oder nicht versteht, das aber für ihn ein Voraushören nach sich zieht, welches er als Sprechender einholt.

Damit bedenkt er das Vorausgesprochene, um es in einer Deutung seinem Verständnis näher zu bringen.Was vorausgesprochen wurde, folgte nicht wie im Denken einem Vorausgehörten. Nicht entstammt es dem Denken, das sich auf ein Vorausgehörtes bezieht.

So ist derjenige, der sich derart sprechen hört, nur ein Werkzeug, durch das vorausgesprochen wird. Es spricht durch ihn. Dies jedoch in einer Weise, die ihn nachfolgend darüber nachdenken lässt.

Was durch einen Menschen vorausgesprochen wurde und bei ihm ein erstes Nachdenken darüber nach sich zog, das ist in besonderen Fällen derart machtvoll, dass es nicht nur das Denken einzelner anderer, sondern auch das von nachfolgenden Generationen beeinflusst. Damit kann es in Ausnahmesituationen zur Stiftung einer Tradition mit einem ihr eigentümlichen Denken kommen.

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