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Einführung in die Wirtschaftsethik von Herold, Norbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2013
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Einführung in die Wirtschaftsethik

Da die ökonomischen Zusammenhänge das Leben aller Menschen bestimmen, hat sich die Philosophie schon seit vielen Jahren intensiv mit wirtschaftsphilosophischen und besonders wirtschaftsethischen Fragen beschäftigt. Dieser Einführungsband fasst die wichtigsten Probleme und Ergebnisse zusammen und ermöglicht es, sich ein umfassendes Bild der ethischen Dimension der Wirtschaft zu machen. Dabei werden sowohl die Bestandteile des Wirtschaftslebens wie Marktakteure, Austauschbeziehungen sowie dieWechselwirkungen von Markt, Staat und Öffentlichkeit analysiert, als auch die praktischen Fragen an Beispielen behandelt: Gibt es eine "Moral des Kapitalismus"? Welche Pflichten und Rechte ergeben sich aus meinem Status als Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Aktionär und Konsument? Welche Probleme kommen durch die Globalisierung neu hinzu? Diese Fragen sind nicht nur für Studierende der Philosophie von großem Interesse, sie betreffen alle, die über die Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft nachdenken.

Norbert Herold, geb. 1943, ist Lehrbeauftragter für Wirtschaftsethik an der Berufsakademie Emsland, Lingen. Zuvor war er als Akademischer Oberrat am Institut für Philosophie der Universität Münster tätig. Verschiedene Veröffentlichungen zur Philosophiegeschichte, politischen Philosophie, Ethik und Philosophiedidaktik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 01.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534705771
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 1270 kBytes
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Einführung in die Wirtschaftsethik

II. Individualethik - klassische moralische Begründungen

Normative Ethik setzt Handlungsfreiheit voraus und verlangt, dass moralische Urteile gerechtfertigt werden können. Im Unterschied zu einer deskriptiven Ethik bleibt normative Ethik nicht theoretisch distanziert, sondern stellt Forderungen an den Handelnden und verlangt eine persönliche Entscheidung. Die Vorwürfe, sie sei zu abstrakt oder zu theoretisch, werden widerlegt. Nach der Klärung dieser Voraussetzungen beginnt das zweite Kapitel mit der Vorstellung klassischer philosophischer Positionen, die bis heute zur Begründung moralischer Urteile dienen: Die Tugendethik beruft sich auf Tugenden und Werte der Person, die Pflichtethik (deontologische Ethik) konzentriert sich auf die Motivation und den spezifischen Charakter einer Handlung.
1. Handlungsfreiheit, Verantwortung, Orientierung durch Normen

Moral setzt Handlungsfreiheit voraus

Man muss - so die allgemeine wie auch die gängige philosophische Auffassung - kein Gelehrter sein, um Gut und Böse unterscheiden zu können. Vor allem sind wir uns schnell einig, wenn es darum geht, unmoralisches Tun anzuprangern. Es ist schon erheblich schwieriger auszumachen, was moralisches Handeln positiv kennzeichnen soll. Unsere Empörung über unmoralisches Verhalten zeigt allerdings eines: Wir machen unsere Mitmenschen für ihr Tun verantwortlich und verlangen von ihnen Rechenschaft. Das ist nur sinnvoll, wenn wir die Ereignisse nicht als naturgegeben und als Konsequenzen eines unausweichlichen und unerbittlichen Schicksals, sondern als von Menschen verursacht ansehen. Die zunehmende Moralisierung, die wir in den öffentlichen Debatten der modernen Gesellschaften feststellen können, hängt damit zusammen, dass wir unsere Lebensbedingungen und die sozialen Verhältnisse als Ergebnis menschlicher Handlungen oder zumindest menschlicher Unterlassungen begreifen, welche moralischen Standards zu genügen haben. Wir unterstellen, dass mit Absicht und Vorsatz gehandelt wurde und dass die Möglichkeit bestanden hätte, auch anders zu handeln. Im Rahmen der Möglichkeiten, die andere und natürlich dann auch wir selbst hatten oder gehabt hätten, sind wir auch dafür verantwortlich, dass wir etwas getan oder nicht getan haben. Dass Menschen ihr Tun verantworten müssen, bedeutet nicht nur, dass sie anderen die Gründe für ihr Verhalten mitteilen können, sondern auch, dass sie glaubhaft machen können, dass es richtig war, so und nicht anders zu entscheiden, und dass sie für die Folgen ihres Handelns persönlich einstehen. Auch wenn wir über die Grenzen menschlicher Freiheit, über die Größe der Spielräume und über das Ausmaß der Verantwortung lange streiten können - unser menschliches Zusammenleben beruht auf der Voraussetzung, dass prinzipiell Handlungsfreiheit und damit auch Verantwortung besteht. Sosehr wir auch im Einzelfall geneigt sein mögen, uns als Opfer der Verhältnisse darzustellen und unsere Rolle als aktiv Handelnde herunterzuspielen: Eine Gesellschaft, die nur noch aus Marionetten bestehen würde, wäre keine menschliche Gesellschaft mehr.

Das Anliegen philosophischer Ethik seit ihren Anfängen

Die philosophische Ethik beschäftigt sich seit jeher mit der Frage, was die Kriterien guten Handelns sind. Sokrates, der in einer allgemeinen Umbruchsituation im 5. Jahrhundert vor Christus den Anfang mit der griechischen Aufklärung machte, begründete eine Tradition kritischen Fragens, als er sah, dass die herkömmlichen Antworten der Tradition nicht länger Bestand haben konnten. Angesichts der Ausweitung des Blickwinkels von der Welt griechischer Stadtstaaten auf das westliche Mittelmeer, auf das persische Großreich und später auf die hellenistischen Reiche bis Ägypten, Arabien und Indien stellten sich die Fragen der Moral, der Politik und der Wirtschaft völlig neu. Am Anfang dieser frühen Form von Globalisierung geht Sokrates auf den Markt von Athen und befragt seine Mitmenschen: Was ist Gerech

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