text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Karl R. Popper von Alt, Jürgen August (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2001
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Karl R. Popper

Karl Popper gehört zu den einflussreichsten Denkern des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum seiner Philosophie, die unter dem Namen des kritischen Rationalismus Schule gemacht hat, steht die Frage, wie Erkenntnis überhaupt möglich ist, wenn uns kein Fundament zur Verfügung steht. Poppers Konsequenz lautet, dass wir statt sicheren Begründungen möglichst strenge Prüfungen unserer Hypothesen benötigen. Die Idee der Kritik liegt auch seiner Theorie der Offenen Gesellschaft zugrunde, mit der er in den siebziger Jahren zu einem Vordenker der Sozialdemokratie wurde.

Jürgen August Alt, Jg. 1949, hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u.a.: Vom Ende der Utopie in der Erkenntnistheorie (1980), Voraussetzungen des Glücks (1991), Richtig argumentieren (2000). Bei Campus ist von ihm erschienen: Wenn Sinn knapp wird (1997).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 168
    Erscheinungsdatum: 17.09.2001
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593400211
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 2195 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Karl R. Popper

Einleitung

Vor etwa 2500 Jahren begannen einige Philosophen damit, über die menschliche Erkenntnis nachzudenken. Sie stießen dabei auf ein Problem, das seither viele Menschen - nicht nur Experten - beschäftigt:

Wie gewinnen wir Erkenntnisse, die völlig sicher sind - Erkenntnisse, auf die wir uns wirklich verlassen können? Wer das Problem so formuliert, macht sich auf die Suche nach Entdeckungsverfahren oder letzten Begründungen, mit deren Hilfe die Menschen unfehlbar die Wahrheit, d.h. richtige, bewiesene Erkenntnisse erreichen sollen. 1 Ein solches Unternehmen mag verlockend sein, denn es kommt dem verbreiteten Streben nach Sicherheit entgegen.

Tatsächlich wurden im Laufe der Jahrhunderte auch verschiedene Vorschläge gemacht, wie es gelingen könnte, mit Sicherheit zur Wahrheit zu gelangen. Im ersten Kapitel werden wir einen solchen Vorschlag - und zwar einen empiristischen - näher kennenlernen und sehen, wie Popper damit umgeht.

Als Karl Popper in den zwanziger Jahren seine philosophischen Ansichten zu entwickeln begann, fand er in etwa die folgende Problemsituation vor:

Die Wissenschaften, vor allem die Naturwissenschaften, schreiten scheinbar unaufhörlich fort. Es war für Popper offensichtlich, dass das Wissen über die Welt zugenommen hat und noch weiter zunimmt, dass echte Erkenntnisfortschritte zustandekommen.

Andererseits scheint die Suche nach einem Fundament der Erkenntnis bislang erfolglos gewesen zu sein. Zum Beispiel wurde die Idee, die Wissenschaft mit Hilfe induktiver Methoden auf unumstößliche Erfahrungen zu bauen, durch David Humes Kritik erschüttert (vgl. Kap. 1). Obwohl die Wissenschaft so beeindruckende Theorien entwickelt, die es uns ermöglichen, die Welt nicht nur besser zu verstehen, sondern auch zu verändern, existieren weder Methoden noch überzeugende Kriterien, die uns in die Lage versetzen, sichere Erkenntnisse zu produzieren bzw. die Wahrheit von Theorien zweifelsfrei festzustellen.

Außerdem hat sich herausgestellt, dass sogar die wohl erfolgreichste Theorie, diejenige Isaac Newtons (die klassische Physik), ihre Schwächen hat. Zweihundert Jahre konnte man glauben, sie sei absolut richtig; doch Einsteins Relativitätstheorie und die Quantenphysik zeigen, dass Newtons Theorie hypothetisch ist und nicht jeder Kritik standhält.

Angesichts dieser Situation formulierte Popper die folgende Frage:

Wie sind Erkenntnisfortschritte überhaupt möglich, wenn uns kein Fundament zur Verfügung steht, das uns Sicherheit gibt? Die Antwort auf diese Frage ist der Kerngedanke, die zentrale These der Philosophie Poppers, des kritischen Rationalismus: Wir benötigen kein Fundament, um Erkenntnisfortschritte zu machen. Entscheidend ist vielmehr, dass wir die Theorien, die unsere Erfindungen, unsere hypothetischen Konstruktionen sind, möglichst strengen Prüfungen unterziehen.

Das Streben nach Sicherheit, die Suche nach einer wahrheitsverbürgenden Instanz, war ein Irrweg. Alle unsere Erkenntnisse haben den Status von Hypothesen. Dieser nach wie vor aktuelle Grundgedanke Poppers, der im ersten und zweiten Kapitel noch genauer herausgearbeitet wird, spielt in vielen Teilen seiner Philosophie eine wichtige Rolle.

Ein philosophisches Problem - so Popper - interessiert alle denkenden Menschen: nämlich die Welt zu verstehen, zu der wir und unser Wissen gehören. Wer eine philosophische Aufgabe so allgemein formuliert, muss sich nicht nur für alle wissenschaftlichen Disziplinen interessieren, die ja Beiträge zum Verstehen der Wirklichkeit leisten, sondern auch für Politik, Kunst und Religion sowie für Ideologien, die uns verheißen, die Wahrheit über die Welt gefunden zu haben. Tatsächlich verbrachte Popper sein Leben damit, Ideen zu einem besseren Verständnis der Welt vorzutragen. Sein umfangreiches Werk enthält Texte zur Wissenschaftstheorie,

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen