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Wie Denken funktioniert Warum ich denke, wie ich denke

  • Verlag: Books on Demand
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Wie Denken funktioniert

Die abendländische Philosophie wird von der Fiktion des autonomen Ich geprägt. Die Überwindung des Ich scheiterte bisher daran, dass nicht geklärt werden konnte, wie das Denken funktioniert. Dies kann mit Hilfe der im Buch entwickelten Theorie der Muster des Fühlens und Denkens gelingen. Dr. phil. Klaus Neubeck, geboren 1939, Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie in Frankfurt am Main, Stadtplaner, Atemtherapeut, Heilpraktiker.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 300
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743134713
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 736 kBytes
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Wie Denken funktioniert

1. Einleitung

"Denken und Tun, Tun und Denken, das ist die Summe aller Weisheit." (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meister)

Die Sprachformel vom "im Einklang mit sich selbst" wird gern benutzt, obwohl es ein Rätsel ist, wie die entsprechende Empfehlung umgesetzt werden soll. Sind dafür Selbstliebe, Selbsterkenntnis, Selbstvergebung oder Selbstmitgefühl geeignete Methoden? Jedenfalls scheint es eine sichere Methode, wie man sich mit sich selbst in Einklang bringen kann, nicht zu geben. Wenn es eine sichere Methode gäbe, hätte sie sich längst herumgesprochen. Ich habe den Eindruck, dass es sich bei der Formel lediglich um eine Metapher handelt, die einen wünschenswerten seelischen Zustand mit der Sprache der Musik umschreiben soll. So wie ein Dirigent die vielen Instrumente zu einem harmonischen Klang zusammenführt, so sollen im Inneren die vielen Teile der Seele in Einklang miteinander gebracht werden. Aber die Metapher verwirrt mehr, als dass sie etwas klärt.

Dass jeder die Aufgabe hat, Harmonie in seinem Inneren herzustellen, ist offenkundig. Aber wer das innere Orchester dirigieren soll, ist höchst umstritten. In der Philosophie und Psychologie werden verschiedene Kandidaten dafür genannt: das Ich, das Selbst, der Geist, die Vernunft, die Seele, das Gehirn u. Ä. Viele Menschen sind von der Existenz eines inneren Dirigenten überzeugt. Die Zweifel an deren Existenz und Funktion sind aber nie zur Ruhe gekommen.

Könnte es nicht sein, dass die Frage nach dem inneren Dirigenten falsch gestellt ist? In der Weisheitsliteratur werden immer wieder Empfehlungen ausgesprochen, die konträr zum inneren Dirigenten stehen, wie z. B. dass man "seinem Herzen folgen", "seiner Intuition vertrauen" oder auf "die innere Stimme hören" soll. Solche Formulierungen suggerieren, dass es eine andere Art von innerem Dirigenten gibt, der von sich aus die Menschen führt, ohne dass er beeinflusst werden kann. Teilweise wird sogar verboten (z. B. im Taoismus), nach dem Namen des inneren Dirigenten zu fragen. Es wäre anmaßend, danach zu fragen, weil man dann fälschlicherweise glaubt, ihn steuern zu können.

Kann das Ich, so wie die innere Steuerungsinstanz gegenwärtig meistens bezeichnet wird, einfach als Fiktion verworfen werden, so wie es im Buddhismus empfohlen wird? Das mag im Buddhismus mit seinem nicht-dualistischen Menschenbild noch vertretbar gewesen sein. Seitdem aber das naturwissenschaftliche Denken sich durchgesetzt hat, ist es naiv zu glauben, dass das Problem erledigt wäre, wenn das Ich als Fiktion durchschaut wird. Dann bliebe nur die Überzeugung, dass man wie eine Marionette gelenkt wird. Da dies aber dem eigenen Grundverständnis und den Erfahrungen widerspricht, muss jede Kritik am Ich wirkungslos bleiben. Denn nach dem traditionellen Selbstverständnis ist es nicht zu vereinbaren, dass man sich führen lässt und gleichzeitig für sich verantwortlich ist. Entweder befindet man sich im aktiven oder im passiven Zustand. Entweder führt man sich selbst oder wird von fremden Kräften gesteuert. Entweder befindet man sich im Reich der freien Entscheidung oder im Reich der kausalen Notwendigkeit.

Die Kritik am Ich speist sich aus der Erfahrung, dass viele Prozesse des Denkens und Fühlens spontan ablaufen und nicht gesteuert werden können. Es ist sicherlich kein Zufall, dass die oben genannten Sprachformeln, die das Sich-führen-lassen empfehlen, überwiegend aus dem esoterischen Denken stammen. Denn das esoterische Denken ist noch in der älteren Lebensform des Sich-führen-Lassens verwurzelt, wie sie in Stammesgesellschaften vorherrschend war. Sie basiert auf der Erfahrung, dass die Dinge sich wie von selbst regeln und dass das Problem sich nicht stellt, zwischen Handlungsalternativen wählen zu müssen, weil man immer schon weiß, was zu tun ist. Im Fall der Unsicherheit ist es ratsam, solange zu warten, bis sich die richtige Entscheidung einstellt. Es besteht keine Notwen

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